- 21.05.2026, 11:15:36
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NIVEA UNLIMITED 2026: Der Reality-Check
Innenperspektive der LGBTQIA+-Community: So werden Akzeptanz und Inklusion in der heutigen Arbeitswelt tatsächlich erlebt
Eine von NIVEA gemeinsam mit Stonewall GmbH, Pride Biz Austria, AGPRO und Queer Business Women* durchgeführte Erhebung zeigt, wie Akzeptanz und Inklusion in der Arbeitswelt tatsächlich erlebt werden. Insgesamt nahmen 203 Personen an der Studie teil, 155 Interviews von 25- bis 64-Jährigen wurden vollständig ausgewertet. Nach Awareness 2024 und Empathie 2025 rückt UNLIMITED 3.0 nun die Frage in den Mittelpunkt, wie glaubwürdig und spürbar Inklusion im Arbeitsalltag wirklich ist.
Ergebnisse der NIVEA UNLIMITED Studie 2026 im Überblick:
41 % der Befragten nehmen Fortschritte wahr, 42 % sehen vor allem Stillstand.
Nicht offene Ablehnung, sondern Unsicherheit, fehlendes Wissen und mangelnde Orientierung bremsen Akzeptanz.
Nur 9 % sagen, dass sie am Arbeitsplatz offen über ihre Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung sprechen können.
37 % berichten von Diskriminierung im beruflichen Umfeld, weitere 19 % außerhalb des Arbeitsplatzes.
15 % haben Diskriminierung gegenüber anderen beobachtet.
Nur 8 % erleben ihre:n Arbeitgeber:in als aktiv inklusiv, nur 10 % sehen Diversität glaubwürdig durch die Unternehmensführung vorgelebt.
65 Nennungen entfallen auf Wissenslücken und Verunsicherung als größte Barriere, 57 auf fehlendes Interesse außerhalb der Community, 52 auf Angst vor negativen Reaktionen und 49 auf die Sorge, etwas Falsches zu sagen.
Glaubwürdigkeit wird besonders mit kontinuierlichen Initiativen (65 Nennungen), Entwicklung auf Führungsebene (65) und Zusammenarbeit mit Community-Organisationen (60) verbunden.
Akzeptanz und Inklusion sind entscheidend für ein Arbeitsumfeld, in dem Menschen respektvoll zusammenarbeiten und sich sicher fühlen können. Mit der NIVEA UNLIMITED Initiative treibt NIVEA seit 2024 den Dialog über Vielfalt und Akzeptanz faktenbasiert voran: „Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass sich die Erwartungen der Menschen an Arbeitgeber und Arbeitskultur spürbar gewandelt haben“, erklärt Marcin Kuchta, General Manager Beiersdorf Osteuropa & Österreich. „Entscheidend ist aus unserer Sicht, was Menschen im Arbeitsalltag tatsächlich erleben. Echte Veränderung entsteht nur, wenn Erfahrungen ernst genommen und in konsequentes Handeln übersetzt werden. Wir müssen ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem die besten Talente sich gemeinsam wohlfühlen und zusammen die besten Ergebnisse liefern können. Unsere Mitarbeiter:innen sollen stolz sein, in unserem Unternehmen zu arbeiten. ‘Be proud in your skin’ leitet uns dabei, wir wollen ein sicheres und unterstützendes Arbeitsumfeld schaffen, in dem alle authentisch sein können.“
Zwischen Sichtbarkeit und Realität: Die Studie zeigt deutlich die Lücke zwischen öffentlicher Sichtbarkeit und dem tatsächlichen Erleben im Arbeitsalltag. Während Pride-Aktivitäten und Diversity-Kommunikation vielerorts sichtbarer geworden sind, fehlt es aus Sicht vieler Befragter oft an langfristiger Verankerung, Orientierung und Konsequenz im täglichen Miteinander. Kritisch gesehen werden vor allem Maßnahmen, die zwar Aufmerksamkeit erzeugen, intern aber wenig Veränderung bewirken. In offenen Antworten ist etwa von „Show statt Haltung“ die Rede, wenn „im Juni überall Regenbogen zu sehen sind, im Juli aber alles vergessen scheint“.
Was Betroffene von Unternehmen erwarten: Gefordert werden vor allem nachvollziehbare Rahmenbedingungen, klare Haltung gegenüber Diskriminierung sowie ein Arbeitsumfeld, in dem Zugehörigkeit selbstverständlich mitgedacht wird. Ebenso wichtig sind Führungskräfte, die Verantwortung sichtbar übernehmen, sowie ein Umgang mit Diversität, der nicht punktuell, sondern dauerhaft im Alltag verankert ist. „Queere Menschen sind überall: Die Nachbarin, der Neffe, die Freundin, mit der man Fußball spielt, oder eben der Arbeitskollege. Das zeigen wir jedes Jahr im Zuge von Vienna Pride. Und genau das sollte der Maßstab für Unternehmen sein: Dass alle Menschen überall dabei und in ihrer Unterschiedlichkeit selbstverständlich mitgedacht werden“, sagt Katharina Kacerovsky-Strobl, Geschäftsführerin Stonewall & Veranstalterin VIENNA PRIDE.
Fortschritt bei Beiersdorf: Beiersdorf, der Mutterkonzern von NIVEA, verfolgt mit seiner globalen Roadmap das Ziel, allen Mitarbeitenden gleiche Chancen zu gewährleisten – unabhängig von kulturellem Hintergrund, ethnischer Zugehörigkeit, sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität, Religion, Alter, Behinderung oder anderen Dimensionen der Vielfalt. Um diese Ambitionen im Arbeitsalltag zu verankern, investiert das Unternehmen gezielt in inklusive Führung, Weiterentwicklung und interne Netzwerke. Ende 2025 hatten bereits mehr als 85 % der rund 3.000 Führungskräfte weltweit am globalen Inclusive Leadership Training teilgenommen. Ziel des Programms ist es, inklusive Prinzipien und konkrete Verhaltensweisen aktiv im Führungsalltag zu verankern. Darüber hinaus engagieren sich Mitarbeitende lokal und global in verschiedenen Employee Resource Groups (ERGs), die unter anderem die LGBTQIA+-Community, Geschlechtervielfalt, Menschen mit Behinderungen, Generationen, Eltern sowie kulturelle Diversität vertreten – offen auch für Allies. In Osteuropa, inklusive Österreich, besteht beispielsweise das lokale Chapter „Sisterhood is Power“, das Frauen durch Trainings, Austauschformate und Mentoringprogramme in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung unterstützt.
Zusammenfassend macht die Studie deutlich: Sichtbarkeit allein schafft noch keine Sicherheit oder Zugehörigkeit. Vertrauen entsteht dort, wo Menschen Respekt, Offenheit und Unterstützung im täglichen Arbeitsumfeld tatsächlich erleben können. „Unser Engagement in Österreich und Europa folgt einer einfachen Überzeugung: Vielfalt ist kein Widerspruch zu wirtschaftlichem Erfolg – sie ist eine Voraussetzung dafür. Dort, wo Zugehörigkeit entsteht, wachsen Vertrauen, Innovation und langfristige Wettbewerbsfähigkeit“, so Lukas Burian, Präsident von Pride Biz Austria. Denn solange zwischen Kommunikation und erlebter Realität eine Lücke besteht, bleibt Vertrauen fragil.
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