• 21.05.2026, 10:27:32
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Helga Krismer: Marode Schutzwälder, tatenlose Landesregierung – Rechnungshof stellt NÖ schlechtes Zeugnis aus

Grüne fordern verbindliche Verjüngungsmaßnahmen und konsequente Vollziehung des Forstgesetzes zum Erhalt der Schutzfunktion unserer Wälder

St. Pölten (OTS) - 

„Der Rechnungshof belegt schwarz auf weiß, dass weite Teile unseres Schutzwaldes im Überlebenskampf angelangt sind – und Niederösterreich sieht tatenlos zu", stellt Helga Krismer, Klubobfrau der Grünen im NÖ Landtag, anlässlich der aktuellen Follow-up-Prüfung zum Bericht „Wald im Klimawandel: Strategien und Maßnahmen" fest. „Damit riskiert die Landesregierung Leid und Kosten durch Lawinen, Muren und Steinschläge sowie immense Folgekosten für Schutzbauten – auf Kosten der Steuerzahler:innen. Dem Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf sei ins Stammbuch geschrieben: Diejenigen, die einen Nationalpark Kampwald wollen, schaffen es nicht, die Gesetze zu exekutieren und den Schutzwald gesund und funktionstüchtig zu halten.“

Bereits 2022 stellte der Rechnungshof fest, dass nur 49 Prozent der Schutzwaldfläche als stabil bewertet werden können, während auf 51 Prozent Pflege- und Sanierungsmaßnahmen dringend notwendig wären. Rund 34 Prozent der Schutzwaldbestände befanden sich damals bereits in der Terminal- bzw. Zerfallsphase; auf zwei Dritteln der Schutzwaldflächen fehlte eine ausreichende Verjüngung. „Diese Zahlen sind ein Alarmsignal, das die Landesregierung seit Jahren beharrlich ignoriert", so Helga Krismer. Der Rechnungshof empfahl bereits damals, einen klaren Schwerpunkt auf präventive Maßnahmen zur Sicherung und zum Erhalt der Schutzfunktionen des Waldes zu legen – um Katastrophenschäden und teure technische Schutzbauten so weit wie möglich zu vermeiden. „Jeder Euro, der heute in Pflege und Verjüngung des Schutzwaldes fließt, spart morgen ein Vielfaches an Steuergeld für Beton, Stahl und Notmaßnahmen nach Muren oder Lawinen", betont Helga Krismer.

Die aktuelle Follow-up-Prüfung des Rechnungshofes vom März 2026 fällt für Niederösterreich besonders ernüchternd aus. Zwar habe das Land intern festgelegt, im Förderprogramm GSP 2023–2027 einen Schwerpunkt auf die Schutzwaldsanierung zu legen und entsprechende Projekte bevorzugt umzusetzen – konkrete Umsetzungsschritte auf der Fläche seien jedoch nicht nachweisbar. „Papier ist geduldig, Schutzwälder aber nicht: Interne Absichtserklärungen ohne jede Wirkung retten keinen einzigen Hang vor der Erosion", kritisiert Helga Krismer. Der Bericht hält fest, dass sich rund ein Drittel der Schutzwaldbestände in der Terminal- bzw. Zerfallsphase befindet – ein Zustand, der, bleibt die Verjüngung weiterhin aus, nur noch durch kostspielige technische Schutzbauten aufgefangen werden kann. „Wer heute die Waldverjüngung verschleppt, zwingt morgen die Allgemeinheit, Millionen in Lawinenverbauungen und Stützkonstruktionen zu investieren", warnt Helga Krismer.

Aus Sicht der Grünen NÖ steht das Land daher in mehrfacher Hinsicht in der Pflicht. „Erstens braucht es sofort ein verbindliches Maßnahmenpaket für Erhaltung und Verbesserung der Schutzwälder in Niederösterreich – mit klarem Fokus auf Verjüngung und klimaresiliente Baumarten", fordert Helga Krismer.

„Zweitens muss die Landespolitik die Förderkulisse so ausrichten, dass Schutzwaldpflege und Verjüngung für Waldeigentümer:innen wirtschaftlich möglich und attraktiv sind." Ein zentrales Anliegen von Helga Krismer ist darüber hinaus die konsequente Vollziehung des Forstgesetzes 1975 durch Landeshauptfrau und Bezirksbehörden: „Wer Schutzwald besitzt, trägt gesetzliche Pflichten – keine unverbindlichen Empfehlungen. Wenn Eigentümer:innen ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, müssen die Behörden Maßnahmen zur Behandlung der Schutzwaldflächen vorschreiben und deren Umsetzung auch konsequent kontrollieren", so Helga Krismer.

„Wälder sind unsere natürlichste und kostengünstigste Schutzinfrastruktur gegen Lawinen, Muren, Steinschläge, Erosion und Hochwasser – und zugleich unersetzliche Verbündete im Klimaschutz", erinnert Helga Krismer. „Niederösterreich muss endlich vom Reden ins Tun kommen: Schutzwald sanieren, Verjüngung sicherstellen, Forstgesetz vollziehen – alles andere ist fahrlässig gegenüber den Menschen, die unterhalb dieser Hänge leben."

Link zum Bericht des Rechnungshofes: https://www.rechnungshof.gv.at/rh/home/home/home_7/2026_12_Kaernten_2_NOe_2_Wald-im-Klimawandel-FuP.pdf

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