• 20.05.2026, 20:44:04
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Europa-Forum Wachau 2026: Strategien für Europas wirtschaftliche Renaissance und Energiesouveränität im Fokus

Europa-Forum Wachau
Wachau (OTS) - 

Wachau, 20. Mai 2026 – Das Europa-Forum Wachau 2026 hat sich am Mittwoch intensiv mit den drängendsten Fragen zur wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit und Energiesouveränität Europas auseinandergesetzt. In einer Reihe von hochkarätig besetzten Paneldiskussionen identifizierten Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft die zentralen Herausforderungen und präsentierten konkrete Lösungsansätze, um Europa als starken Akteur auf der globalen Bühne zu positionieren.

Der Tag begann mit einer prägnanten Diskussion über die Notwendigkeit eines wirtschaftspolitischen Kurswechsels. Unter dem Titel „Competitiveness or Irrelevance: Why Europe Needs an Economic Turnaround“ wurde die Dringlichkeit von Reformen, Bürokratieabbau und einer Stärkung der Innovationskraft betont. Diskussionsteilnehmer wie Astrid Hamker vom Wirtschaftsrat Deutschland, Marcel Haraszti, Vorstand von Rewe International, und Michael Höllerer, Generaldirektor von Raiffeisen Niederösterreich-Wien, kritisierten die überbordende Regulierung, die Wachstum und Innovation bremse. So meinte Haraszti: „Europa hat alle Voraussetzungen, seinen Wohlstand langfristig zu sichern. Entscheidend ist, dass wir Wettbewerbsfähigkeit wieder zur Priorität machen: durch weniger Überregulierung, leistbare Energie und eine spürbare Entlastung des Faktors Arbeit. Vor allem aber braucht es einen grundlegenden Wandel im Denken – weg vom Verhindern, hin zum Ermöglichen.“

Die Forderung nach einer „guten“, klaren und einfachen Regulierung sowie nach einer Messung der EU-Kommission an Deregulierungszielen verdeutlichte den Handlungsbedarf. „Um unsere Wettbewerbsfähigkeit abzusichern, braucht es Reformen statt Goldplating. Zusätzliche Auflagen über die ohnehin hohen EU-Standards hinaus kann sich Österreich schlicht nicht mehr leisten. Gefragt sind Bürokratie mit Augenmaß sowie Maßnahmen zur Stärkung des Standorts, von Innovation bis Unternehmertum. Deregulierung bedeutet auch, die Wirtschaft arbeiten zu lassen und Regeln praxisnah sowie anwendbar zu gestalten“, so Michael Höllerer. Besonders wurde das Wachstumspotenzial Osteuropas, insbesondere Rumäniens, als wichtiger Bestandteil einer resilienten europäischen Wirtschaft hervorgehoben.

Die Bedeutung internationaler Partnerschaften für Europas Wirtschaftswachstum bildete den Schwerpunkt der Session „International Partnership: Driving Growth from the Alps to the Gulf“. Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Fahad Al Gergawi, Unterstaatssekretär im VAE-Ministerium für Außenhandel, beleuchteten die strategische Allianz zwischen Österreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Es wurde deutlich, dass Europa angesichts stagnierender Wachstumsraten ein Umdenken und eine verstärkte Zusammenarbeit mit globalen Handelspartnern benötigt, um Wohlstand und Arbeitsplätze zu sichern. Die VAE wurden als zentraler Knotenpunkt für Handel und Investitionen identifiziert, der bedeutende Potenziale für österreichische Unternehmen in Schlüsseltechnologien und sauberer Energie birgt. „Unsere offene Wirtschaftspolitik basiert auf einer neuen Generation von Freihandelsabkommen und wird durch eine erstklassige Logistik und Infrastruktur sowie den direkten Zugang zu Märkten mit mehr als einem Viertel der Weltbevölkerung unterstützt“, meinte Al Gergawi. Kari Ochsner (IV Niederösterreich) hob zudem die Offenheit und Dynamik des Marktes hervor, während Edith Hlawati (ÖBAG) die strategische Bedeutung langfristiger Partnerschaften und gemeinsamer Wachstumsprojekte betonte.

Energiesouveränität als Grundstein für Resilienz

Ein weiterer zentraler Themenblock widmete sich Europas Energieautonomie. In den beiden Sessions „Powering Europe’s Energy Sovereignty through Innovation“ wurde die Transformation der Energiepolitik als entscheidende Frage der Wettbewerbsfähigkeit und geopolitischen Handlungsfähigkeit diskutiert. Experten wie Jorgo Chatzimarkakis (Hydrogen Europe), Lukas Renz (HydroSolid), Martin Blochberger (Bloch 3) und Robert Schweizer (Bio Power GmbH) hoben die Rolle von Wasserstoff, Biogas sowie erneuerbaren Energien hervor, die gemeinsam zur heimischen Energieproduktion beitragen und die Abhängigkeit von Importen reduzieren können. Überregulierung und langsame Umsetzung von Wissen in marktfähige Innovationen wurden als Hemmnisse identifiziert. Ulrike Prommer betonte gemeinsam mit Viktoria Weber und Andrea Olschewski die zentrale Rolle von Bildung, lebenslangem Lernen und interdisziplinärer Kooperation sowie die Bedeutung praxisnaher Ausbildung und institutionenübergreifender Zusammenarbeit am Campus Krems, um die notwendigen Kompetenzen für eine resiliente Energiezukunft zu entwickeln.

Die wegweisende Diskussion „Europe’s Energy Future: Bridging East and West“ rückte die Energiesicherheit Europas und die Integration des Westbalkans in den Fokus. Naser Nuredini betonte die strategische Notwendigkeit, den Westbalkan stärker in das europäische Energiesystem zu integrieren, um eine kontinentale Schwachstelle zu schließen. Die Herausforderungen durch veraltete Infrastruktur und hohe Kohleabhängigkeit wurden dabei ebenso thematisiert wie die zentrale Rolle einer leistungsfähigen Netzinfrastruktur und verlässlicher politischer Rahmenbedingungen für Investitionen in erneuerbare Energien.
Staatssekretärin Elisabeth Zehetner verwies auf die Bedeutung europäischer Energieunabhängigkeit und resilienter Versorgungssysteme: „Viele Menschen erleben die vergangenen Jahre als Zeit großer Unsicherheit. Gerade im Energiebereich zeigt sich, wie eng Versorgungssicherheit mit geopolitischen Entwicklungen verbunden ist. Österreich steht heute jedoch deutlich stabiler da: Wir haben unsere Energieversorgung breiter aufgestellt, Reserven aufgebaut und den Ausbau erneuerbarer Energie beschleunigt. Jetzt geht es darum, unabhängiger, nachhaltiger und leistbarer zu werden. Jede Kilowattstunde heimischer Energie stärkt unsere Sicherheit. Genau deshalb setzen wir mit dem Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz auf schnellere Verfahren und mehr Tempo beim Ausbau“, so Staatssekretärin Elisabeth Zehetner.

Gerhard Christiner (APG) unterstrich die Schlüsselrolle leistungsfähiger Stromnetze für Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit, während Stefan Stallinger (EVN) stabile regulatorische Rahmenbedingungen als entscheidend für langfristige Investitionen hervorhob.

Die Paneldiskussion „Wirtschaftswachstum in Europa ermöglichen – Potenziale entfalten – Autonomie stärken“ fasste die Erkenntnisse des Tages zusammen. Gerald Resch vom Bankenverband, Enver Siručić, Präsident des Bankenverbands und CFO der BAWAG Group, sowie Francesca Ferlaino, Quantenphysikerin, verdeutlichten, dass Europa über exzellente Köpfe und enormes Innovationspotenzial verfüge, das jedoch durch übermäßige Regulierung, Bürokratie und mangelnde Risikobereitschaft ausgebremst werde. „Wir sind auf einem guten Weg. Europa ist schon besser geworden. Aber wir müssen unsere Potenziale entfalten, und auf Skalierung, Größe und Talente setzen“, sagt Enver Sirucic, CFO und stv. CEO BAWAG Group und Präsident Bankenverband. Die Forderung nach einer europäischen Kapitalmarktunion, mehr Wagniskapital und einem „Play to Win“-Mindset unterstrich die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels, um Europas Wettbewerbsfähigkeit gegenüber globalen Playern zu stärken. „Europa verfolgt oftmals eine Erhaltungstherapie. Wir stehen aber im Wettbewerb mit Ländern, die eine klare Wachstumsstrategie fahren“, sagt Alexander Mülhaupt, Geschäftsführer Roche Österreich.

Das Europa-Forum Wachau 2026 unterstrich mit diesen Diskussionen die dringende Notwendigkeit eines entschlossenen Handelns auf europäischer Ebene, um die wirtschaftliche Dynamik zu reaktivieren, die Energiesouveränität zu sichern und Europa fit für die globalen Herausforderungen zu machen.

Salons: themenorientierte Vernetzung

Mit den vier parallel stattfindenden Salons am Ende des Mittwoch Nachmittags setzte das Europa-Forum Wachau 2026 weitere thematische Akzente zu Innovation, geopolitischer Zusammenarbeit und wirtschaftlicher Zukunftsfähigkeit Europas.

Im „Innovation Circle Start-Up Salon“ diskutierten Vertreter aus Politik, Start-up-Szene und Technologieunternehmen über die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Innovationsstandorts. Im Mittelpunkt standen die Vision einer „EU Inc.“, regulatorische Rahmenbedingungen sowie die Frage, wie Europa seine Technologieunternehmen langfristig halten und global skalieren kann.

Der „IV NÖ New Markets Salon“ widmete sich den wirtschaftlichen Perspektiven des Wiederaufbaus der Ukraine. Internationale Entscheidungsträger und Wirtschaftsvertreter analysierten Investitionschancen, Absicherungsinstrumente und die Rolle europäischer Unternehmen beim Aufbau langfristiger Partnerschaften trotz anhaltender geopolitischer Unsicherheiten. „Österreich ist eine Exportnation – unser Wohlstand, die Stärke unserer Industrie und damit der Erfolg unseres gesamten Landes hängen maßgeblich davon ab, wie erfolgreich wir international auftreten und Partnerschaften gestalten. Gerade deshalb ist das Europaforum Wachau so wichtig: Es steht für internationale Vernetzung und strategische Kooperationen – von den Emiraten über Indien bis hin zur Ukraine. All diese Beziehungen eröffnen große Chancen für Österreich und unsere Industrie. Umso schöner ist es, dass sich heute gewissermaßen die halbe Welt in der Wachau trifft, um neue strategische Partnerschaften zu knüpfen und bestehende zu vertiefen“, so Kari Ochsner.

Der exklusive „Salon Z“ von Pantarhei Corporate Advisors bot in informeller Atmosphäre Raum für den Austausch zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Vor der Kulisse der Wachau standen persönliche Gespräche, strategische Vernetzung und neue Allianzen zwischen Entscheidungsträgern im Mittelpunkt. „Es ist eine hervorragende Gelegenheit, im Zuge des Europaforums Wachau einen „Sondersalon Z“ veranstalten zu dürfen – insbesondere zu einem so aktuellen europapolitischen Thema. Mein Partnerkollege Dr. Oliver Drewes, Leiter unseres Brüsseler Büros und Autor eines Buches über „Lawmaking in the European Union“, hat dieses heute kurz vorgestellt. Besonders freuen wir uns, dass uns Frau Landeshauptfrau mit ihrem Besuch die Ehre gab. Ein wunderschönes Ambiente und viele spannende Persönlichkeiten machen diesen Salon zu einer großartigen Gelegenheit für Austausch und Diskussion“, so Markus Schindler

Im „ÖAG US Ambassadors Salon“ diskutierten hochrangige Vertreter aus Diplomatie, unter ihnen US-Botschafter Art Fisher, Wirtschaft und Technologie über die Zukunft der transatlantischen Beziehungen. Thematisiert wurden wirtschafts- und sicherheitspolitische Kooperationen zwischen Europa und den USA sowie gemeinsame Antworten auf die geopolitischen Herausforderungen einer zunehmend fragmentierten Weltordnung.

Rückfragen & Kontakt

Europa-Forum Wachau
Doris Hofbauer
Telefon: +43 2742 9005-12027
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.europaforum.at

Axel Ganster
Telefon: +43 664 251 34 85
[email protected]

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