• 19.05.2026, 18:35:33
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Europa-Forum Wachau 2026: Ein Tag im Zeichen europäischer Sicherheit, Digitalisierung und Gesundheit

Europa-Forum Wachau
Wachau (OTS) - 

Wachau, 19. Mai 2026 – Das Europa-Forum Wachau 2026 hat heute intensive Diskussionen und wegweisende Analysen zu den drängendsten Fragen der europäischen Zukunft geliefert. Am „Technology Day“ konzentrierten sich die Beiträge auf die europäische Sicherheitsarchitektur, die digitale Souveränität sowie die Resilienz und den Wandel des Gesundheitssystems.

Am zweiten Tag des Europa-Forum Wachau kamen hochrangige Politiker, Militärexperten, Wirtschaftsvertreterund Wissenschaftler zusammen, um gemeinsame Lösungsansätze für ein stärkeres und handlungsfähigeres Europa zu erarbeiten.

Der Tag begann mit einer Keynote von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, die sich der Neuausrichtung der europäischen Sicherheitsarchitektur widmete. „Es besteht die Notwendigkeit, Europa von einem Friedens- auch zu einem Sicherheitsprojekt zu entwickeln. Angesichts einer sich wandelnden Weltordnung, die zunehmend von Rivalität und Machtpolitik geprägt ist, muss Österreich seine gesamtstaatliche Resilienz stärken und aktiv an der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik teilnehmen“, so Klaudia Tanner.

Nikolaos Dendias, der Minister für Nationale Verteidigung Griechenlands, unterstrich in seiner Rede, dass traditionelle Annahmen über Frieden und Sicherheit nicht mehr zeitgemäß seien. Er forderte einen Umbau der europäischen Verteidigungsstrategie auf vier Säulen: politischer Wille, industrielle Kapazität, Innovation und technologische Souveränität, wobei eine Überarbeitung des SAFE-Mechanismus unerlässlich sei.

Anatolie Nosatîi, Verteidigungsminister der Republik Moldau, hob hervor, wie sein Land sich angesichts hybrider Bedrohungen neu positioniert und die europäische Integration als strategisches Sicherheitsziel verfolgt. Moldau agiere als strategischer Verbinder in der Schwarzmeerregion und setze auf Modernisierung der nationalen Armee sowie Interoperabilität mit europäischen Partnern.

Die anschließende Podiumsdiskussion „Under Pressure: Strategic Realities and the Modernization of Austria’s Defense in a Changing Security Landscape“ vertiefte die
Erkenntnisse der Keynotes. Unter der Leitung von Sebastian Enskat von der Konrad Andenauer Stiftung diskutierten Experten wie Carlo Masala (Universität der Bundeswehr) und Markus Reisner und beleuchteten die Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die europäische Verteidigungspolitik. Es wurde die Notwendigkeit einer wehrhaften Gesellschaft, die Stärkung der Rüstungsindustrie und die Anpassung bürokratischer Prozesse betont. Harald Vodosek stellte die Modernisierungsbemühungen des österreichischen Bundesheeres vor, die alle Dimensionen der Multi-Domain Operation umfassen und durch internationale Kooperationen ergänzt werden. Rechtsanwalt und Vergaberechtsexperte Martin Schiefer ging in seinem Statement auf die regulatorischen Herausforderungen ein: „Wir versuchen derzeit, mit einer Regulatorik aus den 1950er- und 1960er-Jahren die heutigen Herausforderungen zu bewältigen. Dafür braucht es mehr Kooperation und mehr Geschwindigkeit. Ohne Europa geht es nicht – mit Europa ist es allerdings manchmal auch schwierig. Entscheidend ist die Einbindung aller Akteure: der Zivilgesellschaft ebenso wie industrieller Kooperationen. Das schafft Impulse für den Kapitalmarkt. Gleichzeitig sind auch wir selbst gefordert – insbesondere im Bereich der geistigen Landesverteidigung.“

Souveränität Europas unter den Aspekten Gesundheit, Digitalisierung und Sicherheitspolitik

Ein weiterer Fokus des Tages lag auf dem Gesundheitssystem. Die Paneldiskussion „Wandel des Gesundheitssystems & Niederösterreichs Antwort“ thematisierte die strukturellen Transformationen, den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel. Landesrat Anton Kasser präsentierte Niederösterreichs Gesundheitsplan 2040 Plus, der auf Konsolidierung, neue ambulante Versorgungsformen und eine Steigerung der Ausbildungsplätze abzielt. „Niederösterreich ist auch wirklich intensiv unterwegs bei der Forschung. Ich denke da an ISTA mit Prof. Kubin, da werden wir in Kürze 2.500 Forscherinnen und Forscher beschäftigen“, so Kasser.

Elisabeth Bräutigam von der NÖ Landesgesundheitsagentur betonte die Wichtigkeit der qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung in Niederösterreich. „Jeder im Bundesland muss Zugang zur Spitzenmedizin haben, egal wo die Diagnose gestellt wird“, so Bräutigam.

Peter McDonald, Vorsitzender der ÖGK, hob die finanziellen Herausforderungen hervor und forderte eine stärkere Patientensteuerung sowie eine bessere Kooperation zwischen Sozialversicherung und den Bundesländern.

Die digitale Souveränität Europas war das zentrale Thema der Session „Digitale Souveränität: Kann Europa noch aufholen?“. Staatssekretär Alexander Pröll, Iulian Cosmin Margeloiu (Rumänien) und führende Vertreter aus der Wirtschaft wie Patricia Neumann (Siemens AG Österreich) und Thomas Arnoldner (A1 Telekom Austria) waren sich einig, dass Europa nur durch einen fundamentalen Wandel in Mindset und Handlungsgeschwindigkeit aufholen kann. Es wurde die Überwindung nationaler Fragmentierung, die Stärkung europäischer Industriepolitik und gezielte Investitionen in Bildung und Infrastruktur gefordert, um in Schlüsseltechnologien wie KI wettbewerbsfähig zu bleiben.

Ein weiteres Highlight war der Pharmig Salon unter dem „Gesundheit & Sicherheitspolitik: Arzneimittel als strategische Ressource“. Stefan Hendriks (Novartis) und Professor Monika Köppl-Turyna (EcoAustria) identifizierten bürokratische Hürden, langsame Zulassungsverfahren und mangelndes Risikokapital als Hauptgründe für Europas Rückstand im globalen Innovationswettbewerb. Professor Markus Müller (Medizinische Universität Wien) plädierte für die Schaffung eines starken Ökosystems für Innovation, statt zu viel strategischer Steuerung. Walter Feichtinger betonte, dass pharmazeutische Produkte längst zu einem Instrument der Machtpolitik geworden seien, weshalb Europa seine Forschung und Produktion stärken müsse.

Landesrat Kasser verwies auf die Initiativen Niederösterreichs zur Förderung der Forschung und Stärkung der regionalen Kliniken. „Wir haben eine eigene Abteilung in der LGA, die die Forscherinnen und Forscher sprichwörtlich bei der Hand nimmt und durch alle bürokratischen Hürden leitet, damit sie forschen können und nicht Papiere ausfüllen müssen“, so Landesrat Anton Kasser.

Der abschließende Programmpunkt „Rüstung & Sicherheitspolitik: Industrielle Kooperationen und regionale Chancen“ wurde von der ecoplus präsentiert und unterstrich die Notwendigkeit einer gesamtgesellschaftlichen Stärkung der Resilienz. Unter anderem diskutierten Nicolas Stockhammer, Claus Zeppelzauer, Reinhard Marak (WKÖ), Markus Singer und Peter Koren (Industriellenvereinigung) über die veränderte Sicherheitslage, die sich durch eine „Sattelzeit“ des Terrorismus und staatliche Destabilisierung auszeichnet. Die Wirtschaft signalisierte ihre Bereitschaft, in Forschung und Entwicklung zu investieren, forderte jedoch rechtliche Anpassungen für eine effizientere Wehrfähigkeit und industrielle Kooperationen. Eine verstärkte europäische Verteidigungsfähigkeit, die Nutzung der Flexibilität der österreichischen Neutralität und die Stärkung der geistigen Resilienz, insbesondere bei Jugendlichen, wurden als zentrale Handlungsfelder identifiziert.
„Sicherheit, Innovation und Zusammenarbeit sind Grundpfeiler einer resilienten und wettbewerbsfähigen europäischen Gesellschaft“, so Claus Zeppelzauer.

Mit den parallel stattfindenden Salons setzte das Europa-Forum Wachau 2026 auch am Nachmittag thematische Schwerpunkte an der Schnittstelle von Technologie, Demokratie und geopolitischer Zusammenarbeit. Im „Google AI Salon“ diskutierte Christine Antlanger-Winter mit internationalen Experten über den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung, digitale Souveränität und die Frage, wie demokratische Systeme von innovativen GovTech-Lösungen lernen können.

Der von den Millstätter Wirtschaftsgesprächen präsentierte Salon „Demokratie, Macht & Medien“ widmete sich der Stabilität demokratischer Institutionen in Zeiten globaler Unsicherheit. Im Zentrum standen dabei das Verhältnis zwischen Politik und Medien, der Einfluss digitaler Plattformen sowie die Herausforderungen durch Polarisierung und Vertrauensverlust.

Im „IDM Danube Salon“ stand die Ukraine im Mittelpunkt der Diskussion. Unter der Moderation von Sebastian Schäffer diskutierten unter anderem Martin Eichtinger und Simon Ortner über die Bedeutung regionaler Kooperationen und grenzüberschreitender Netzwerke für den Wiederaufbau des Landes sowie für die europäische Integration im Donauraum.

Rückfragen & Kontakt

Europa-Forum Wachau
Doris Hofbauer
Telefon: +43 2742 9005-12027
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.europaforum.at

Axel Ganster
Telefon: +43 664 251 34 85
[email protected]

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