• 19.05.2026, 14:20:04
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Stadtrechnungshof Wien: Tätigkeitsbericht 2025 im Gemeinderat

Direktor Sedlak: „Prüfungen des Stadtrechnungshofes zeigen Potenziale für effizienteren Mitteleinsatz auf“

Wien (OTS) - 

Im Rahmen der Debatte zum Tätigkeitsbericht des Wiener Stadtrechnungshofes (StRH) im Wiener Gemeinderat am Dienstag, dem 19. Mai zog Direktor Werner Sedlak Bilanz über die Tätigkeit der Kontrolleinrichtung im Jahr 2025 und verwies zugleich auf zentrale budgetäre Herausforderungen der kommenden Jahre.

Im Jahr 2025 veröffentlichte der Stadtrechnungshof Wien insgesamt 61 Erstberichte; in diesem Zusammenhang hob Sedlak die hohe Akzeptanz der Prüfungsarbeit hervor: „Von mehr als 600 ausgesprochenen Empfehlungen sei nur ein geringer Teil nicht umgesetzt worden“. Und weiter „der konstruktive Dialog mit den geprüften Stellen leistet einen wichtigen Beitrag zu einem effizienten Mitteleinsatz im Interesse der Bürger:innen und der Stadt Wien“, betonte der Direktor.


Prüfungsersuchen banden ein Drittel der Ressourcen

Vier der 61 veröffentlichten Berichte gingen auf Prüfungsersuchen politischer Parteien zurück und banden rund 34 Prozent der gesamten Personalressourcen, betonte Sedlak. Um zu verdeutlichen, wie umfassend die Berichte sind, erklärte der Redner, dass bereits in den ersten drei Sitzungen des Stadtrechnungshofausschusses im heurigen Jahr Berichte zu Prüfungsersuchen im Umfang von mehr als 2.300 Seiten erstellt wurden. Zusätzliche Ressourcen beanspruchten zudem neue gesetzliche Aufgabenbereiche wie die Prüfung der Parteienförderung, der Akademienförderung sowie der Wahlwerbungsberichte.


Rechnungsabschlussbericht zeigt künftige Herausforderungen auf

Beispielhaft für die zahlreichen Berichte, die die Prüfer:innen der Wiener Kontrolleinrichtung im Jahr 2025 erstellten, hob Sedlak den umfassenden Rechnungsabschlussbericht hervor, zumal dieser wesentliche Hinweise auf die künftigen budgetären Herausforderungen der Stadt enthalte.

Unter anderem biete der Rechnungsabschlussbericht einen Blick auf die Transferaufwendungen der Stadt und, so Sedlak „darin wird diese Entwicklung besonders deutlich, denn zwischen 2020 und 2024 – der Rechnungsabschluss 2025 wird erst im Juni im Gemeinderat behandelt – sind die Transferaufwendungen um 42 Prozent gestiegen, was pro Jahr durchschnittlich 8,4 Prozent bedeutet“.

Der Direktor betonte, dass zu den wesentlichen Kostentreibern insbesondere der Öffentliche Verkehr, die Krankenanstalten, die allgemeine Sozialhilfe, Kinderbetreuungseinrichtungen sowie der Fonds Soziales Wien (FSW) zähle.

„Um spätere, möglicherweise schmerzhafte Einsparungsmaßnahmen zu vermeiden oder zumindest abzufedern, braucht es rechtzeitig nachhaltige strukturelle Maßnahmen zur Budgetkonsolidierung“, erklärte Sedlak. Und hob in diesem Zusammenhang die effiziente und zweckmäßige Prüfungstätigkeit des Wiener Stadtrechnungshofes hervor.

Effizienz, moderne Kontrolle und internationale Zusammenarbeit

Der Stadtrechnungshof verstehe sich als Partner der Verwaltung und des Wiener Gemeinderates. Ziel sei es, Möglichkeiten für einen effizienteren Mitteleinsatz aufzuzeigen und die Leistungsfähigkeit der Verwaltung sowie der Unternehmen der Stadt weiter zu stärken.

„Denn“, erläuterte Werner Sedlak: „Einsparungspotenziale liegen nicht nur in unmittelbaren Kürzungen. Viele unserer Empfehlungen zielen darauf ab, durch organisatorische Maßnahmen effizienter und wirkungsvoller zu arbeiten“.

Neben fachlicher Qualität der Prüfer:innen verwies Sedlak auch auf die Bedeutung moderner Methoden und den Mehrwert durch nationale wie internationale Zusammenarbeit mit Einrichtungen der externen Finanzkontrolle. So etwa sei der Stadtrechnungshof Wien vor wenigen Wochen eine bilaterale Kooperation mit dem Rechnungshof Berlin eingegangen, die den fachlichen Austausch weiter vertiefen soll.

Auch beteilige sich die Wiener Kontrolleinrichtung unter anderem an einem EU-finanzierten Projekt zur Nutzung künstlicher Intelligenz in der öffentlichen Finanzkontrolle, erklärte Sedlak. Darüber hinaus sei der Stadtrechnungshof zunehmend als Partner für sogenannte Peer Reviews gefragt – also für unabhängige Organisationsprüfungen anderer Rechnungshöfe. „Auf Ersuchen des Landesrechnungshofes Kärnten prüft der Stadtrechnungshof derzeit gemeinsam mit dem Sächsischen Rechnungshof den Landesrechnungshof Kärnten“, zeigte sich der Redner erfreut.

Abschließend dankte Sedlak den Mitarbeiter:innen des Stadtrechnungshofes sowie den Mitgliedern des Stadtrechnungshofausschusses – insbesondere den Vorsitzenden des Jahres 2025, Gemeinderat David Ellensohn und Gemeinderat Michael Gorlitzer – sowie den geprüften Einrichtungen für die professionelle und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

(Schluss) fre

Rückfragen & Kontakt

Mag.a Elvira Franta, Bakk. phil., BA
Pressesprecherin Stadtrechnungshof Wien
Telefon: 01/4000 81018
E-Mail: [email protected]

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