• 19.05.2026, 08:50:32
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Demografischer Wandel verändert Familienplanung nachhaltig

Kinderwunschexperte warnt vor zunehmendem unerfülltem Kinderwunsch durch spätere Familiengründung und fordert mehr Aufklärung über Fruchtbarkeit

Wien (OTS) - 

Die aktuellen Daten zeigen deutlich, wie stark sich der demografische Wandel auf den Kinderwunsch und die Reproduktionsmedizin auswirkt. Immer mehr Frauen entscheiden sich erst später im Leben für ein Kind, das zu weitreichenden gesellschaftlichen und medizinischen Folgen führt.

„Wir beobachten seit Jahren einen deutlichen Anstieg des Alters unserer Patientinnen. Viele Frauen kommen heute erst Ende 30 oder Anfang 40 erstmals mit einem konkreten Kinderwunsch in die Praxis“, erklärt Priv.-Doz. DDr. Michael Feichtinger, Leiter des Wunschbaby Institut Feichtinger.

Auch die aktuellen Analysen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zeigen, wie stark sich Familienplanung und gesellschaftliche Entwicklung verändern. Demnach steigt das Alter bei der Geburt des ersten Kindes seit Jahren kontinuierlich an, während gleichzeitig die Zahl der Geburten sinkt. Besonders hervorgehoben wird dabei die zunehmende Diskrepanz zwischen gewünschter und tatsächlich realisierter Kinderzahl.

Die Gründe dafür seien vielfältig: längere Ausbildungswege, berufliche Etablierung, wirtschaftliche Unsicherheiten und veränderte Lebensmodelle. Gleichzeitig steige die Lebenserwartung, wodurch viele Menschen das Gefühl hätten, auch für die Familienplanung mehr Zeit zu haben.

„Der gesellschaftliche Wandel vermittelt oft das Gefühl, dass moderne Medizin die biologische Uhr beliebig verlängern kann. Tatsächlich bleibt die Fruchtbarkeit aber an klare biologische Grenzen gebunden“, so Feichtinger.

Besonders ab dem 35. Lebensjahr sinken die Chancen auf eine natürliche Schwangerschaft deutlich. Ab dem 40. Lebensjahr nehme die Wahrscheinlichkeit nochmals stark ab. Die moderne Reproduktionsmedizin könne zwar unterstützen, den altersbedingten Rückgang der Eizellqualität jedoch nicht vollständig ausgleichen.

„Wenn sich der Wunsch nach einem eigenen Kind nicht erfüllt, hat das oft erhebliche Auswirkungen auf die Lebenszufriedenheit, sowohl bei Frauen als auch bei Männern“, betont Feichtinger. „Wir erleben in der Praxis täglich, dass unerfüllter Kinderwunsch nicht nur eine medizinische Herausforderung ist, sondern häufig auch eine enorme emotionale Belastung darstellt.“

Die Entwicklung betreffe längst nicht mehr nur einzelne Paare, sondern habe auch gesellschaftspolitische Relevanz. Sinkende Geburtenraten und eine alternde Bevölkerung würden langfristig Gesundheitssystem, Arbeitsmarkt und soziale Sicherungssysteme beeinflussen.

„Deshalb braucht es mehr gesellschaftliche Sensibilität und vor allem frühzeitige Aufklärung über Fruchtbarkeit und Familienplanung“, sagt Feichtinger. „Viele Menschen beschäftigen sich erst mit ihrer Fruchtbarkeit, wenn bereits Schwierigkeiten auftreten. Genau hier braucht es mehr Wissen und mehr Bewusstsein“, so Feichtinger abschließend.

Denn Kinderwunsch braucht zunehmend Prävention, Beratung und realistische medizinische Aufklärung.

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