• 18.05.2026, 09:25:03
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Herbert Reitsamer zum neuen Präsidenten der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft (ÖOG) gewählt

Fokus auf Sicherung der bestmöglichen augenärztlichen Versorgung

ÖOG Präsident Prim. Univ. Prof. Dr. Herbert Reitsamer
Wien (OTS) - 

Im Rahmen der Vollversammlung der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft (ÖOG) am 15. Mai 2026 wurde Prim. Univ.-Prof. Dr. Herbert A. Reitsamer einstimmig zum neuen Präsidenten gewählt. Damit übernimmt ein international renommierter Experte die Führung der wissenschaftlichen Fachgesellschaft, die rund tausend Augenärztinnen und Augenärzte in Österreich vertritt. Reitsamer folgt auf MR Dr. Gabriela Seher, die auf eine erfolgreiche zweijährige Amtszeit zurückblickt.

Kontinuität und Dank an die scheidende Präsidentin

Die scheidende Präsidentin Dr. Gabriela Seher gratulierte ihrem Nachfolger herzlich zur Wahl. Unter ihrer Führung wurden wegweisende Projekte realisiert, allen voran die Fertigstellung des „Weißbuchs der Augenheilkunde“, das als strategisches Fundament für die Zukunft des Fachs gilt. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit lag in der Stärkung des niedergelassenen Bereichs und der engen Verzahnung von Klinik und Praxis.

Erfahrener Experte an der Spitze

Prof. Herbert Reitsamer, Primar der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie in Salzburg, ist in der ÖOG tief verwurzelt. In den vergangenen 15 Jahren prägte er die Gesellschaft als Wissenschaftlicher Sekretär maßgeblich. Er verantwortete die wissenschaftlichen Kommissionen, die Adele Rabensteiner Wissenschaftsförderung sowie den jährlichen Kongress der ÖOG – die wichtigste ortbildungsveranstaltung für Augenheilkunde in Österreich.

Die Position des Wissenschaftlichen Sekretärs übernimmt künftig Prim. Prof. PD Dr. Sebastian Waldstein, Primar der Augenabteilung am Landesklinikum Mistelbach.

Strategische Ziele: Digitalisierung und Qualitätssicherung

Das österreichische Gesundheitswesen befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Präsident Reitsamer sieht die ÖOG dabei in einer proaktiven Gestalterrolle: „Es gilt, die Potenziale von Digitalisierung und Telemedizin konsequent auszuschöpfen, um die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten noch effizienter und niederschwelliger zu gestalten. Unser Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für die Augenheilkunde so weiterzuentwickeln, dass technischer Fortschritt kein Selbstzweck bleibt, sondern als Brücke dient, um fachärztliche Expertise direkt und unmittelbar zum Menschen zu bringen“, so Reitsamer.

Ein Kernanliegen Reitsamers ist der Ausbau der Kooperation zwischen den augenärztlichen Zentren. Geplant ist die Etablierung bundesweiter und internationaler Register für Augenerkrankungen und chirurgische Eingriffe. „Diese Datenbasis wird es uns ermöglichen, die Wirksamkeit von Therapien besser einzuschätzen, epidemiologische Trends frühzeitig zu erkennen und die Qualität der ophthalmologischen Versorgung auf höchstem Niveau abzusichern“, so Reitsamer weiter.

Die Zukunft im Blick: Nachwuchs und Versorgungssicherheit

Angesichts einer alternden Gesellschaft und einer gleichzeitig spürbaren Pensionierungswelle steht das Fach vor großen Herausforderungen. Im Sinne des „Weißbuchs“ setzt Reitsamer auf vier zentrale Säulen:

  1. Prävention – österreichweite Vorsorge stärken
    Die ÖOG empfiehlt eine breit angelegte Informationskampagne zur Augengesundheit, gezielte Untersuchungen bei Kindern (insbesondere Myopie-Screenings in Kindergarten und Volksschule) sowie eine bessere augenärztliche Betreuung älterer und hilfsbedürftiger Menschen, etwa in Pflegeeinrichtungen.
  2. Qualität – Finanzierung sichern, Zusammenarbeit ausbauen
    Eine nachhaltige Versorgung braucht ausreichende Ressourcen, evidenzbasierte Therapien und medizinisch indizierte Heilbehelfe (z. B. Brillen, Kontaktlinsen) sowie die enge Kooperation zwischen intra- und extramuralem Bereich. Digitalisierung (z. B. Vernetzung, Register) soll helfen, Ressourcen effizient einzusetzen – ohne die medizinische Versorgung von profitorientierten Interessen abhängig zu machen.
  3. Ausbildung – modern, bedarfsorientiert, international anschlussfähig
    Gefordert werden bedarfsorientierte Ausbildungsstrukturen und die Modernisierung der Ausbildung. Zudem wird die schrittweise Anerkennung der europäischen Fachärzt:innenprüfung (FEBO) als Äquivalent zur österreichischen Facharztprüfung als wichtiger Baustein zur Qualitätssicherung und Mobilität genannt.
  4. Perspektiven – klare Strukturen und faire Arbeitsbedingungen
    Um den Nachwuchs zu sichern, braucht es attraktive, planbare Rahmenbedingungen, Ressourcen- und Lohngerechtigkeit sowie den Erhalt des freien Berufes. Gleichzeitig fordert das Weissbuch eine klare Aufgabenverteilung zwischen Augenärzt:innen und anderen Berufsgruppen, um Patient:innensicherheit und Qualität zu gewährleisten.

„Aktuell befinden sich 207 junge Kolleginnen und Kollegen in Ausbildung. Es ist unsere Pflicht, das Fach durch moderne Rahmenbedingungen und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf so attraktiv zu halten, dass wir die Versorgungssicherheit auch in Zukunft garantieren können“, betont der neue Präsident.

Rückfragen & Kontakt

Österreichische Ophthalmologische Gesellschaft (ÖOG) - die
österreichischen Augenärztinnen und Augenärzte
Ingrid Wallner, MBA
Telefon: +43 (0)660/275 79 35
E-Mail: [email protected]

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