• 12.05.2026, 14:59:35
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LH Mikl-Leitner überreichte das „Goldene Komturkreuz“ des Landes Niederösterreich an Gottfried Helnwein

Ein „Künstler von Weltrang“ mit einer „starken emotionalen Verbindung zu Niederösterreich“

St. Pölten (OTS) - 

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner zeichnete heute, Dienstag, Gottfried Helnwein mit dem „Goldenen Komturkreuz des Ehrenzeichens für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich“ aus.

In herausfordernden Zeiten brauche es „ein klares Bekenntnis zu Kunst und Kultur“, denn gerade jetzt brauche es „Künstlerinnen und Künstler, die hinschauen, wo andere wegschauen, die uns Mut und Perspektiven geben“, zeigte sich die Landeshauptfrau in ihrer Ansprache überzeugt. „Niederösterreich ist ein Kunst- und Kulturland, das für Weltoffenheit und Vielfalt steht“, verwies sie u. a. auf die Kulturstrategie sowie die Investitionen in die kulturelle Infrastruktur, vom Kulturbezirk in St. Pölten über die Kunstmeile Krems bis hin zum neuen Rudolf Buchbinder-Saal in Grafenegg. „Kunst und Kultur sind heute in Niederösterreich an allen Ecken und Enden spürbar und erlebbar“, so Mikl-Leitner: „Sie sind Teil unserer Identität und wichtige Kraftquelle“.

Eine derartige Entwicklung sei jedoch nur möglich gewesen, „weil uns großartige Künstlerinnen und Künstler wie Gottfried Helnwein auf diesem Weg begleitet haben“, meinte die Landeshauptfrau. Sie bezeichnete Helnwein als „Meister seines Fachs“ und „Künstler von Weltrang“, der „mit den Größten zusammengearbeitet“ und „neue Maßstäbe gesetzt“ habe. Helnwein sei „eines der letzten Universalgenies unserer Zeit“ und „einfach unverwechselbar“. Seine Werke beschäftigten sich „mit Themen, die andere oft vermeiden“, mit Gewalt, Macht, Verletzlichkeit und mit den Schattenseiten der Geschichte und des menschlichen Lebens. „Gerade jetzt in unserer Zeit braucht es Künstlerinnen und Künstler, die uns wachrütteln und berühren“, betonte sie in diesem Zusammenhang.

Helnwein sei „ein Künstler von Welt“, aber auch „ein Weltbürger“, der gleichzeitig „auch ein Niederösterreicher“ sei, sagte die Landeshauptfrau weiters. So habe Helnwein etwa als Kind viel Zeit bei den Großeltern im Weinviertel verbracht und sich diese starke emotionale Verbindung zu Niederösterreich – auch durch Jugendfreunde wie Manfred Deix und Joschi Bramer – stets erhalten. Mikl-Leitner erinnerte auch an viele Besuche Helnweins im Kremser Karikaturmuseum, das dem verstorbenen Manfred Deix gewidmet ist. „Niederösterreich war für dich immer wieder ein wichtiger Ankerpunkt“, hielt sie fest.

Noch niemand zuvor habe ihm einen Preis oder eine Auszeichnung angeboten, und diese Freiheit und Unabhängigkeit hätte er sich eigentlich bewahren wollen, meinte der Geehrte in seinen Dankesworten. „Jetzt haben Sie mir einen Strich durch die Rechnung gemacht – ich bedanke mich trotzdem sehr“, meinte er mit ein wenig Augenzwinkern. In seinen Worten sprach er auch über die Anfänge seiner künstlerischen Laufbahn, vor allem über seine bereits sehr frühe Beschäftigung mit den Themen Gewalt und Grausamkeit, die auch mit seiner Auseinandersetzung mit den Verbrechen der NS-Zeit in Verbindung stehe. Schon früh hätten die Menschen „sehr emotional auf meine Bilder reagiert“, erzählte er, und meinte: „Ich glaube, dass die Ästhetik die Kraft hat, den Tod und das Grauen, das man nicht aushalten kann, zu überwinden.“

Gottfried Helnwein zählt zu den bedeutendsten und international renommiertesten österreichischen Künstlern der Gegenwart. Der 1948 in Wien geborene Maler, Fotograf, Performance- und Installationskünstler verbrachte prägende Kindheitsjahre bei seinen Großeltern im Weinviertel. Nach dem Besuch der Höheren Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt, u. a. gemeinsam mit Manfred Deix, Josef Bramer und Bernhard Paul, studierte Helnwein an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Rudolf Hausner. Bereits in den 1970er Jahren sorgte er mit seinen hyperrealistischen, oft verstörenden Arbeiten international für Aufsehen. Seine Werke thematisieren Gewalt, Macht, Verletzlichkeit sowie die Schattenseiten der Geschichte. Helnwein arbeitete unter anderem mit Andy Warhol, Lou Reed, Wim Wenders und Carl Barks zusammen und gestaltete Cover für internationale Medien wie den „Spiegel“, das „Time Magazine“ oder das „Rolling Stone Magazine“. Seine Arbeiten waren und sind weltweit in den wichtigsten Museen und Ausstellungshäusern zu sehen.

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