- 12.05.2026, 09:49:05
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Hanel-Torsch/Arapovic: Wien treibt Kreislaufwirtschaft im geförderten Wohnbau voran
Vom Leitbild zur Umsetzung: Pilotprojekte liefern konkrete Erkenntnisse für leistbares, zirkuläres Bauen. Wien baut seine Vorreiterrolle in der Kreislaufwirtschaft weiter aus und setzt verstärkt auf die Umsetzung im geförderten Wohnbau. Damit zeigt die Stadt, wie ökologische Zielsetzungen, Leistbarkeit und hohe Qualitätsansprüche erfolgreich zusammengedacht und umgesetzt werden können.
Kreislaufwirtschaft im Wiener Wohnbau bedeutet, Gebäude von Anfang an so zu planen, zu errichten und zu bewirtschaften, dass Materialien möglichst lange im Nutzungskreislauf bleiben. Konkret heißt das: Einsatz wiederverwendbarer und recyclingfähiger Baustoffe, flexible und rückbaubare Konstruktionen, sorgfältige Dokumentation der verbauten Materialien sowie ein stärkerer Fokus auf Instandhaltung, Anpassungsfähigkeit und Lebensdauer. Ziel ist es, Ressourcen zu schonen, Abfälle zu reduzieren und gleichzeitig langfristig leistbaren, qualitativ hochwertigen Wohnraum zu sichern – über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes hinweg.
Wie bereits in ersten Pilotprojekten sichtbar wird, befindet sich die Stadt dabei längst in der praktischen Umsetzung. Für den wohnfonds_wien bedeutet das einen grundlegenden Wandel: Kreislaufwirtschaft ist kein abstraktes Leitbild mehr, sondern wird Schritt für Schritt Teil des täglichen Handelns. Das betrifft Ausschreibungen ebenso wie Wettbewerbsverfahren, Bewertungskriterien und die Art und Weise, wie Projekte begleitet und Qualitäten definiert werden. Ziel ist es, ökologische Anforderungen so in die Verfahren zu integrieren, dass sie für Bauträger und Planer*innen klar, nachvollziehbar und praktikabel sind.
„Wien zeigt, dass Klimaschutz, Innovation und leistbares Wohnen kein Widerspruch sind. Mit unseren Bauträgerwettbewerben schaffen wir die Grundlage, um Kreislaufwirtschaft konkret umzusetzen und gleichzeitig die hohe Qualität des geförderten Wohnbaus zu sichern. Wien zeigt damit einmal mehr, wie vorausschauende Stadtentwicklung funktioniert: Innovationen werden nicht nur konzipiert, sondern frühzeitig erprobt und bilden so die Basis für eine nachhaltige und leistbare Zukunft des Wohnens“, betont Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch.
„Die Kreislaufwirtschaft verändert die Art, wie wir Stadt bauen: weg vom linearen Verbrauch, hin zu einem System, das Ressourcen intelligent weiterdenkt. Im Regierungsprogramm haben wir der Kreislaufwirtschaft einen wichtigen Schwerpunkt zugeschrieben, da sie in alle Bereiche der Stadt integriert werden kann. Wien nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein, weil wir Innovation, Klimaschutz und Leistbarkeit gemeinsam denken. Gerade im geförderten Wohnbau müssen nachhaltige Lösungen nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch alltagstauglich und finanzierbar sein“, so Selma Arapović, NEOS Wien – Klubobfrau & Sprecherin für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Stadterneuerung und Wohnen.
„Für uns steht im Mittelpunkt, Kreislaufwirtschaft in der Praxis umsetzbar zu machen und gleichzeitig den Faktor Leistbarkeit als oberstes Ziel des geförderten Wiener Wohnbaus hochzuhalten. Die Ergebnisse unserer aktuellen Bauträgerwettbewerbe leisten nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der städtischen Strategien, sondern liefern auch wertvolle Grundlagen für die nationale Diskussion zur rechtlichen Umsetzung europäischer Vorgaben im Bereich des kreislauffähigen Bauens. Im Hinblick auf eine mögliche Verankerung in der OIB-Richtlinie 7 ist es entscheidend, Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit bereits vorab unter realen Bedingungen zu testen“, erklärt Gregor Puscher, Geschäftsführer des wohnfonds_wien.
Grundlage dafür bilden zentrale Strategien wie die Smart City Klimastrategie sowie das Programm „DoTank Circular City Wien 2020–2030“ (DTCC30). In enger Abstimmung mit den städtischen Dienststellen wurden auch die Bauträgerwettbewerbe entsprechend weiterentwickelt. Die Wettbewerbe zum 20., Nordwestbahnhof und 22., Seecarré orientieren sich am Zirkularitätsfaktor ZiFa 1.0. Der aktuell laufende Bauträgerwettbewerb zum 22., Stadtquartier Eibengasse basiert bereits auf dem weiterentwickelten ZiFa 2.0. einem optimierten Kriterien-Set für zirkuläres Bauen. Als zweistufiges Verfahren angelegt, befindet er sich derzeit in der ersten Phase. In der zweiten Phase werden die ausgewählten Projektteams ihre Konzepte weiter vertiefen.
Gerade für die gemeinnützige Bauwirtschaft ist der Lebenszyklusgedanke von zentraler Bedeutung: Gebäude werden nicht nur errichtet, sondern über lange Zeiträume betrieben und bewirtschaftet. Die Herausforderung liegt jedoch darin, dass viele Vorteile zirkulärer Bauweisen erst mittel- und langfristig wirksam werden, während Investitionsentscheidungen im Neubau stark auf die Errichtungsphase fokussiert sind. Hinzu kommen Fragen der technischen Standardisierung, der Materialverfügbarkeit, der Wartung, Dokumentation und rechtlichen Absicherung.
„Es ist entscheidend, dass neue Lösungen nicht nur innovativ, sondern auch robust, instandhaltungsfähig und im Alltag praktikabel sind. Gleichzeitig eröffnet genau dieser Ansatz große Chancen: Gebäude, die anpassungsfähig, reparierbar und langlebig konzipiert sind, schaffen langfristig höhere Werthaltigkeit – ökologisch, wirtschaftlich und sozial“, so Rudolf Scheuvens, Dekan der Fakultät für Architektur und Raumplanung der TU Wien, Vorsitz des Grundstücksbeirats, der zur Förderung eingereichte Projekte beurteilt.
Digitale Ausstellung: Kreislaufwirtschaft im geförderten Wohnbau
Auf der Website des wohnfonds_wien erhalten Sie in Form einer digitalen Ausstellung einen Einblick in die bereits gelebte Praxis des kreislauffähigen Bauens im geförderten Wiener Wohnbau. Vorgestellt werden ausgewählte aktuelle Projekte aus Bauträgerwettbewerben und die unterschiedlichen Ansätze der Projektteams im Umgang mit der Kreislaufwirtschaft – von der Planung über die Materialwahl bis hin zu langfristigen Nutzungskonzepten. Ergänzend dazu können Sie den Mitschnitt des Expert*innen-Talks „Kreislaufwirtschaft im geförderten Wohnbau – Umsetzung in der Praxis“ vom 11. Mai 2026 ansehen.
Online unter: www.wohnfonds.wien.at/talk-kreislauffaehiges-bauen
Über den wohnfonds_wien
Der wohnfonds_wien wurde 1984 gegründet, mit dem Ziel, im Auftrag des Landes Wien die geförderten Sanierungen zu begleiten und abzuwickeln und den geförderten Wohnungsneubau durch den Kauf, die Verwaltung und Bevorratung von Grundstücken voranzutreiben. Seit 1995 werden Verfahren der Qualitätssicherung (Grundstücksbeirat, Bauträgerwettbewerbe) für den geförderten Wohnungsneubau durchgeführt. Alle Wohnprojekte, die Neubauförderung des Landes Wien beanspruchen wollen, müssen diese Verfahren durchlaufen. Mehr dazu: https://www.wohnfonds.wien.at/qualitaetssicherung.
Rückfragen & Kontakt
Stephan Grundei
Mediensprecher Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch
Tel.: 0676/8118 98057
E-Mail: [email protected]
Karin Zauner-Lohmeyer
Teamleiterin Kommunikation und Nachhaltigkeit
wohnfonds_wien
Tel.: 01/4035919–87635
E-Mail: [email protected]
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