- 11.05.2026, 12:07:33
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IEA-Länderprüfung bestätigt Österreichs starke Ausgangslage bei erneuerbarer Energie
Zehetner: Österreich bekommt ein gutes Zeugnis. Jetzt geht es darum, aus dieser starken Ausgangslage noch mehr Versorgungssicherheit, Leistbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit zumachen

Die Internationale Energieagentur IEA hat heute in Wien ihre aktuelle Länderprüfung zur österreichischen Energiepolitik vorgestellt. Der Bericht „Austria 2026 Energy Policy Review“ stellt Österreich ein gutes Zeugnis aus und bestätigt eine starke Ausgangslage beim Ausbau erneuerbarer Energien, bei der Versorgungssicherheit, bei Speichertechnologien und bei der Innovationskraft im Energiesystem. Gleichzeitig gibt die IEA-Handlungsempfehlungen, wo noch Potenzial besteht: bei Netzen, Speichern, Flexibilität, Energieeffizienz und der industriellen Transformation. „Der IEA-Bericht zeigt klar: Österreich ist bei erneuerbarer Energie stark unterwegs. Wir stehen nicht am Anfang, sondern haben bereits ordentlich Strecke gemacht. Das ist ein gutes Zeugnis für unser Land und zugleich ein klarer Arbeitsauftrag. Jetzt geht es um konsequente Umsetzung: für mehr Versorgungssicherheit, leistbare Energie und einen starken Wirtschafts- und Industriestandort“, so Staatssekretärin Elisabeth Zehetner anlässlich der Präsentation mit IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol.
Österreich bei erneuerbarem Strom in europäischer Spitzengruppe
Österreich zählt laut IEA im europäischen Vergleich zu den führenden Ländern bei erneuerbarem Strom. Bereits 2024 wurden rund 90 Prozent des Strombedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt. Rund 60 Prozent der heimischen Stromerzeugung stammen aus Wasserkraft. Besonders hervorgehoben werden zudem die österreichischen Pumpspeicherkapazitäten von 5,6 Gigawatt, die starken grenzüberschreitenden Leitungen und der integrierte Netzinfrastrukturplan, mit dem Österreich Strom, Gas, Wasserstoff, Netze und Speicher gesamthaft plant. „Wasserkraft, Speicher und Netze sind für Österreich ein echter Standortvorteil. Österreich kann damit nicht nur die eigene Versorgung absichern, sondern auch ein Stabilitätsfaktor in der Region sein. Gerade in einer geopolitisch angespannten Lage ist das von enormer strategischer Bedeutung“, betont Zehetner.
ElWG als Modernisierungsschub für den Strommarkt
Auch beim Ausbau der Photovoltaik sieht die IEA deutliche Fortschritte. Der Bericht spricht von einem österreichischen „Solarboom“. Photovoltaik erreichte 2024 bereits 11,3 Prozent der Stromversorgung. Entscheidend sei nun, diesen Ausbau besser in das Gesamtsystem zu integrieren: durch leistungsfähige Netze, Speicher, Digitalisierung und ein flexibleres Strommarktdesign. „Um erneuerbaren Strom 24/7 verfügbar zu machen brauchen wir intelligente Netze, mehr Speicher, bessere Daten und mehr Flexibilität im System. Genau hier setzt das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz an, aber auch die EAG-Novelle, die in Vorbereitung ist“, so Zehetner.
Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz wird im IEA-Bericht als wichtiger Reformschritt hervorgehoben. Es modernisiert den Strommarkt, stärkt Speicher, ermöglicht flexible Netzanschlussvereinbarungen, variable Netztarife und dynamische Stromverträge. Gleichzeitig werden Smart-Meter-Daten besser nutzbar gemacht und Stromrechnungen verständlicher. Künftig verweisen Rechnungen auf den Tarifkalkulator der E-Control, damit Kundinnen und Kunden leichter vergleichen und wechseln können. „Das ElWG ist unser Modernisierungsschub für den Strommarkt. Es bringt mehr Flexibilität ins System, stärkt die Rolle der Verbraucherinnen und Verbraucher und hilft dabei, die Kostenvorteile erneuerbarer Energie besser nutzbar zu machen“, sagt Zehetner.
Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz gemeinsam denken
Ein weiterer Schwerpunkt der IEA-Länderprüfung liegt auf industrieller Dekarbonisierung und Wettbewerbsfähigkeit. Für Österreich als Industrieland ist das eine zentrale Frage. Ziel ist es, Emissionen zu senken und gleichzeitig Wertschöpfung, Arbeitsplätze und industrielle Stärke in Österreich und Europa zu halten. Mit dem Standortabsicherungsgesetz 2025 unterstützt die Bundesregierung energieintensive Unternehmen und reduziert das Risiko, dass Produktion und Emissionen ins Ausland verlagert werden. Zusätzlich ist im Rahmen der Industriestrategie ein Industriestrombonus analog zur kommenden Regelung in Deutschland vorgesehen. „Klimaschutz ist nur dann erfolgreich, wenn Industrie in Europa gehalten und hier transformiert wird. Wer Produktion vertreibt, schützt das Klima nicht, sondern verlagert Emissionen und Arbeitsplätze. Energiepolitik muss daher Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit zusammenbringen“, so Zehetner.
Forschung und Innovation als Standortvorteil
Positiv verweist der Bericht auch auf Österreichs Forschungs- und Innovationsökosystem. Die öffentlichen F&E-Ausgaben lagen 2024 bei 3,3 Prozent des BIP. Im Energiebereich wurden 401 Millionen Euro öffentliche Mittel für Innovation bereitgestellt, unter anderem für Wasserstoff, CCUS, Energieeffizienz und Elektrifizierung. Auch im Gebäudebereich wurden Fortschritte erzielt: Der Anteil von Erdöl am Energieverbrauch von Gebäuden sank zwischen 2005 und 2024 von 23 auf 8 Prozent. „Österreich hat die richtigen Voraussetzungen: starke Forschung, innovative Unternehmen, viel erneuerbare Energie und hohe technische Kompetenz. Daraus müssen wir jetzt noch mehr Umsetzungskraft machen. Denn die Energiewende entscheidet sich nicht auf dem Papier, sondern bei Genehmigungen, Netzen, Investitionen und konkreten Projekten“, betont Zehetner.
Versorgungssicherheit nach 2022 robuster aufgestellt
Die IEA hebt zudem hervor, dass Österreich seine Energieversorgung nach 2022 deutlich robuster aufgestellt hat. Die frühere starke Abhängigkeit von russischem Gas wurde als strategische Schwachstelle erkannt. Positiv genannt werden unter anderem die strategische Gasreserve von 20 TWh, das Diversifizierungsgesetz und Infrastrukturmaßnahmen wie WAG Loop 1. Auch beim Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur sieht die IEA gute Voraussetzungen, um Österreich als künftige Wasserstoff-Drehscheibe zu positionieren. „Die aktuelle Lage zeigt sehr deutlich: Wir müssen unabhängiger, effizienter und widerstandsfähiger werden. Das bedeutet mehr heimische Energieproduktion, konsequente Elektrifizierung, mehr Energieeffizienz und eine kluge Diversifizierung dort, wo wir weiterhin Importe brauchen. Wer Versorgungssicherheit und leistbare Energie will, muss den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen. Als Bundesregierung haben wir bereits eine Regierungsvorlage des Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz ins Parlament gebracht, jetzt braucht es die Zustimmung der Opposition“, so Zehetner.
IEA-Bericht als Bestätigung und Arbeitsauftrag
Die IEA führt regelmäßig Länderprüfungen durch, um Mitgliedstaaten auf Basis internationaler Erfahrungen und bewährter Beispiele bei der Weiterentwicklung ihrer Energiepolitik zu unterstützen. Die aktuelle Prüfung Österreichs legt einen besonderen Fokus auf die Flexibilität des Energiesystems sowie auf die Verbindung von industrieller Dekarbonisierung und Wettbewerbsfähigkeit. „Der Bericht der IEA ist Bestätigung und Arbeitsauftrag zugleich. Österreich hat eine starke Ausgangslage und bekommt ein gutes Zeugnis. Jetzt geht es darum, die nächsten Schritte verlässlich, praxistauglich und wirtschaftlich tragfähig umzusetzen“, so Zehetner abschließend.
Zum IEA-Bericht: www.iea.org/events/austria-2026-energy-policy-review
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