- 11.05.2026, 11:37:32
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Evaluierung des Pilotprojekts „Acute Community Nurse“ (ACN)
LR Antauer: „Moderne, patientenorientierte und gleichzeitig ressourcenschonende Versorgung“
Die externe Evaluierung der „Acute Community Nurse“ (ACN) durch PROSPECT bestätigt eindrucksvoll – das Modell wirkt: Es verhindert Spitalsaufenthalte und entlastet das Gesundheitssystem spürbar. Im Rahmen einer Pressekonferenz am heutigen Montag im Wirtschaftszentrum Niederösterreich informierten Landesrat und NÖGUS-Vorsitzender Martin Antauer, Senior Researcher PROSPECT Assma Hajji und die beiden Notruf Niederösterreich-Geschäftsführer Josef Schmoll und Christian Fohringer zu den Ergebnissen der Evaluierung.
Landesrat und NÖGUS-Vorsitzender Martin Antauer sagte eingangs, dass die Ergebnisse ganz deutlich zeigten: „ACN ist ein ganz wichtiger Bestandteil in einer modernen und zukunftsorientierten Gesundheitsversorgung in Niederösterreich.“ Als große Herausforderungen, vor denen unser Gesundheitssystem stehe, nannte der Landesrat die kontinuierliche Steigerung der Einsätze, gleichzeitig die massive Zunahme von chronischen Erkrankungen und den starken Anstieg von älteren Patienten. „Dadurch geraten Rettungsdienste, Ambulanzen und auch Krankenhäuser zunehmend unter Druck. Genau an dieser Stelle setzt die ACN an: Sie bietet eine neue, innovative Form der Versorgung in Niederösterreich“, so Antauer.
Das Modell funktioniere gut, führte der Landesrat aus, dass jeder zweite Einsatz ohne Hospitalisierung ende. „ACN vermeidet nicht nur Transporte, sondern ermöglicht auch eine Versorgung direkt zu Hause“, betonte Antauer, dass fast zwei Drittel der versorgten Personen älter als 70 Jahre alt seien und damit genau diese Zielgruppe davon profitiere, nicht unnötig in Krankenhäuser transportiert werden zu müssen. „Die ACN sorgt dafür, dass alle Niederösterreicher und Niederösterreicherinnen die richtige Versorgung zur richtigen Zeit am richtigen Ort bekommen“, betonte der Landesrat, dass gleichzeitig Rettungsmittel und Ambulanzen spürbar entlastet werden und weiter: „Dadurch bleiben Ressourcen für echte Notfälle auch wirklich verfügbar.“ Das sei ein „wesentlicher Faktor für die Stabilität unseres Gesundheitssystems in Niederösterreich“.
Der Landesrat sprach auch den klaren wirtschaftlichen Nutzen an, denn jede vermiedene Aufnahme in ein Krankenhaus bedeute nicht nur einen Vorteil für die Patienten, sondern auch „eine spürbare Entlastung für das gesamte Gesundheitssystem und einen effizienteren Einsatz von vorhandenen Ressourcen“. Für den NÖGUS sei entscheidend, „dass die Evaluierung nicht nur die hohe Akzeptanz bestätigt, sondern auch einen gesundheitspolitischen Nutzen für unser Land zeigt.“ Daher sehe man die ACN nicht mehr ausschließlich als Pilotprojekt, sondern als „einen ganz wichtigen Baustein und Bestandteil der zukünftigen Gesundheitsversorgung in Niederösterreich. Antauer bedankte sich beim Notruf Niederösterreich „für diese professionelle Umsetzung“, die in den letzten Jahren zu diesem Erfolg geführt hätten. Ziel sei es, die ACN ab 2028 in den Regelbetrieb zu überführen und das Angebot in den kommenden Jahren auf bis zu zehn Standorte auszubauen – das sei auch im Gesundheitsplan 2040+ so vorgesehen. „Damit schaffen wir eine moderne, patientenorientierte und gleichzeitig ressourcenschonende Versorgung in Niederösterreicher“, so Antauer.
Senior Researcher PROSPECT Assma Hajji, betonte, dass gerade für die älteren Personen eine Versorgung ganz besonders relevant sein könne. Zusammenfassend sagte sie: „Die externe Evaluation zeigt, die ACN kann dazu beitragen Patientinnen und Patienten im häuslichen Umfeld zu versorgen, sie kann damit Krankenhausaufenthalte und -transporte vermeiden und sie wird an den Wochenenden, an Feiertagen und in den Ferienzeiten besonders stark nachgefragt.“ Man sehe also auch eine gewisse lückenschließende Funktion in diesen Zeiten. „Sie übernimmt auch ganz wichtige Aufgaben an Schnittstellen im Gesundheitssystem und kann helfen Patientinnen und Patienten zum nächsten Point of Care weiterzuleiten.“
Josef Schmoll, Geschäftsführer Notruf Niederösterreich, betonte, dass die Entwicklung der ACN seit dem Jahr 2020 eindrucksvoll zeige, wie rasch sich dieses Angebot „zu einem wichtigen Bestandteil der Gesundheitsversorgung“ entwickelt habe: „Was ursprünglich als innovatives Pilotprojekt begonnen hat, ist heute ein etabliertes und stark nachgefragtes Versorgungsmodell geworden.“ Die Interventionszahlen seien in den vergangenen Jahren stark gestiegen, sprach Schmoll von 40.000 Interventionen im Zeitraum 2020 bis 2025. „Allein heuer wurden die ACN von den aktuell sechs Standorten in sieben Einheiten schon zu mehr als 4.500 Patienten entsandt.“ Schmoll betonte die ACN als „wichtiges Instrument moderner Patientensteuerung“ und sagte abschließend: „Unser Ziel ist es, den Menschen genau jene Hilfe zukommen zu lassen, die sie tatsächlich benötigen.“
Christian Fohringer, Geschäftsführer Notruf Niederösterreich, sagte aus medizinischer Sicht, dass lange Zeit der Rettungsdienst die einzige 24 Stunden am Tag verfügbare aufsuchende Ressource gewesen sei. Wenn man das richtige, kompetent ausgebildete Personal habe, könne man auch vor Ort versorgen, führte Fohringer aus, dass die ACN dort zum Einsatz kämen, wo Personen rasch Hilfe bräuchten, aber nicht in einer lebensbedrohlichen Situation seien, nannte er etwa Stürze bei der älteren Bevölkerung, Verletzungen mit Kreislaufproblemen, leichte Atembeschwerden und allgemeine Schmerzen als Beispiele. Nach einer strukturierten Untersuchung und Ersteinschätzung könne vor Ort entschieden werde, was die beste Maßnahme für den Patienten sei. „Die Stärke der ACN ist die Kombination aus der medizinischen Kompetenz, pflegerischem Fachwissen und der rettungsdienstlichen Erfahrung“, sagte Fohringer, dass genau dadurch eine Versorgungsform entstehe, „die viel breiter aufgestellt ist als der klassische Rettungsdienst.“
Nähere Informationen: Büro LR Martin Antauer, Robert Lugar, Telefon 0676/3517734, E-Mail [email protected], Notruf Niederösterreich, Stefan Spielbichler, Telefon 02742/24700-20055, E-Mail [email protected], www.notrufnoe.at
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