- 11.05.2026, 10:56:03
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Alarmierende Entwicklung: Jede zweite Meldung an Stopline enthält illegale Inhalte

Die Zahl der bei Stopline gemeldeten illegalen Inhalte hat 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Erstmals betraf mehr als jede zweite Meldung tatsächlich illegale Inhalte. Insgesamt prüften die Mitarbeitenden der österreichischen Meldestelle im vergangenen Jahr über 75.000 Hinweise und musste dreimal so viele Fälle wie im Jahr zuvor als illegal einstufen.
Insgesamt 75.089 Meldungen erreichten Stopline, die österreichische Meldestelle gegen sexuelle Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger und nationalsozialistische Wiederbetätigung im Internet, im Jahr 2025. Das ist die zweithöchste Anzahl im Lauf des 27-jährigen Bestehens der unabhängigen Plattform. 38.264 dieser Meldungen wurden als illegal eingestuft. Das entspricht 50,9 Prozent und markiert damit einen neuen Negativrekord. Der überwiegende Teil der Fälle betraf Darstellungen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger (38.223 Fälle). Inhalte im Zusammenhang mit nationalsozialistischer Wiederbetätigung gingen hingegen deutlich zurück und wurden in 41 Fällen festgestellt (2024: 93).
Damit setzt sich ein besorgniserregender Trend fort: Während 2023 noch rund ein Drittel der Meldungen zutreffend war, lag der Anteil 2024 bereits bei etwa 47 Prozent. Die aktuelle Entwicklung (51 Prozent in 2025) bedeutet nicht nur einen massiven Anstieg illegaler Inhalte, sondern auch eine deutlich höhere Belastung für die Meldestelle.
„Dass nahezu jede zweite Meldung zutreffend ist, hat unser kleines Team sowohl organisatorisch als auch emotional an seine Grenzen gebracht“, erklärt Barbara Schloßbauer, Projektleiterin der Stopline.
Positives Signal aus Österreich
Im Bereich Hosting gibt es eine positive Entwicklung: 2025 wurde kein einziger gemeldeter illegaler Inhalt bei einem österreichischen Provider gehostet. Im Jahr zuvor hatte es zum ersten Mal einen Fall gegeben, der ausreichte, um Österreich statistisch an die Spitze der Ursprungsländer zu bringen.
„Löschen statt Sperren hat sich bewährt. Die enge und gute Zusammenarbeit zwischen Meldestelle, Providern und Behörden sorgt dafür, dass illegale Inhalte rasch entfernt werden und Österreich somit ein unattraktiver Hosting-Standort für derartige Inhalte ist“, betont ISPA-Generalsekretär Stefan Ebenberger.
Internationale Zusammenarbeit entscheidend
Als Teil des internationalen INHOPE Netzwerks arbeitet Stopline mit 57 Partner-Hotlines in 53 Ländern zusammen, um illegale Inhalte weltweit so schnell wie möglich zu entfernen. Trotz ihrer vergleichsweisen kleinen Struktur zählt Stopline zu den aktivsten Meldestellen im gesamten Netzwerk.
Mehr Sichtbarkeit für mehr Schutz
Neben der operativen Arbeit setzt Stopline seit vielen Jahren verstärkt auf Aufklärung und Vernetzung. Durch Informationsarbeit in den sozialen Medien, den regelmäßigen Austausch mit Stakeholdern und die Mitarbeit in nationalen sowie internationalen Gremien soll das Bewusstsein für illegale Inhalte im Internet weiter geschärft werden.
Herausforderungen in der Strafverfolgung
Aufgrund der engen Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden in Österreich erlebt Stopline hautnah neue Herausforderungen bei der Aufdeckung von Straftaten mit. Die Zulässigkeit von Beweismitteln nach § 115 f. ff StPO (österr. Strafprozessordnung) sieht vor, dass Anordnungen zur Beschlagnahme von Beweisen durch das Gericht auf einen engen Zeitraum beschränkt sein müssen. Oftmals ergeben sich aber erst im Rahmen einer Hausdurchsuchung oder Beschlagnahme von Geräten neue Beweise. Liegt die Straftat außerhalb des bewilligten Zeitfensters, besteht die Gefahr, dass sie unentdeckt bleibt oder zumindest neuerliche aufwendige Anordnungen durch das Gericht zu treffen sind, damit die weiteren strafrechtlich relevante Handlungen ebenfalls verfolgt werden können.
Weitere Informationen finden Sie im Stopline Jahresbericht 2025 unter: www.stopline.at
Über Stopline – 28 Jahre Meldestelle
Stopline wurde 1998 von der ISPA gegründet und ist eine von den Behörden anerkannte Meldestelle gegen sexuelle Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger und nationalsozialistische Wieder-betätigung im Internet. Stopline ist eingebunden in INHOPE, ein weltweites Netzwerk an Meldestellen. Finanziell unterstützt wird Stopline von Mitteln des Safer-Internet-Programms der EU sowie der österreichischen Domain-Registry nic.at.
Über ISPA
Die ISPA – Internet Service Providers Austria – ist der Dachverband der österreichischen Internetwirtschaft. Sie wurde 1997 als eingetragener Verein gegründet und vertritt rund 220 Mitglieder aus den Bereichen Access, Content und Services u. a. gegenüber Politik, Verwaltung und anderen Gremien. Ziel der ISPA ist die Förderung des Internets sowie die Kommunikation der Marktteilnehmer untereinander.
Rückfragen & Kontakt
Dr. Barbara Schloßbauer (Stopline)
E-Mail: [email protected]
Tel.: +43 662 46 69 41
Mobil: +43 664 4131 779
Web: www.stopline.at
Lea Wölfl BSc., MA (ISPA)
E-Mail: [email protected]
Tel.: +43 1 409 55 76
Mobil: +43 699 1466 1027
Web: www.ispa.at
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