• 11.05.2026, 09:41:32
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Mülltrennung in Wohnhausanlagen: Hoher Stellenwert, dennoch großer Aufholbedarf

Umfrage: Weniger als die Hälfte der Befragten erlebt die getrennte Sammlung von Abfällen in Wohnhausanlagen als gut oder sehr gut

Wien (OTS) - 

Eine repräsentative Umfrage im Auftrag von ÖSTERREICH SAMMELT zeigt: Für 78 Prozent der Bewohner:innen von Wohnhausanlagen ist es wichtig, dass die getrennte Sammlung in ihrer Anlage funktioniert. Gleichzeitig fällt die Bewertung der gemeinsamen Umsetzung im Müllraum kritischer aus: Jede:r Dritte bewertet die Mülltrennung in der eigenen Wohnhausanlage als „gut“, nur neun Prozent als „sehr gut“.

Im Rahmen der repräsentativen Online-Umfrage durch das Market Institut wurden 2.000 Bewohner:innen von Wohnhausanlagen in ganz Österreich befragt – Personen, die in Mehrparteienhäusern ab zehn Wohneinheiten leben. Neben Einstellungen und Motivation zur Mülltrennung erhob die Studie auch konkrete Alltagserfahrungen im Müllraum und in der Wohnhausanlage. So wird sichtbar, wo die getrennte Sammlung in der Praxis besonders häufig stockt, und welche Verbesserungen aus Sicht der Bewohner:innen am ehesten helfen würden.

In der Praxis sind es vor allem drei Situationen, die im gemeinsamen Müllraum immer wieder für Frust sorgen: Ein Drittel der Befragten gibt an, dass Abfälle in der Wohnhausanlage häufig falsch oder gar nicht getrennt werden (33 Prozent). Ähnlich viele erleben, dass Kartons und Verpackungen oft nicht zerkleinert entsorgt werden (32 Prozent) – und knapp ein Viertel berichtet von häufig überfüllten Mülltonnen (24 Prozent).

„Als Bewohner:in eines Mehrparteienhauses erlebt man solche Situationen tagtäglich. Österreichweite Erhebungen lagen dazu bisher nicht vor“, sagt Andreas Pertl, der Sprecher von ÖSTERREICH SAMMELT. „Mit den Ergebnissen dieser Umfrage liegt nun eine belastbare Evidenz vor, die die eigenen Erfahrungen einordnet und es uns und anderen Akteur:innen ermöglicht, darauf zu reagieren.“

Hohe Bereitschaft, Aufholbedarf in der Umsetzung

Trotz dieser Reibungspunkte ist die grundsätzliche Bereitschaft zur Mülltrennung hoch: 93 Prozent der Befragten achten zu Hause darauf, Verpackungsabfälle getrennt zu sammeln. Im Detail zeigt sich jedoch ein Unterschied nach Abfallart: 85 Prozent entsorgen Altpapier „immer“ richtig, 77 Prozent Altglas und 63 Prozent Leicht- und Metallverpackungen; beim Biomüll sind es hingegen nur 39 Prozent.

(Nicht-) Trennen steckt an

Beim Blick auf die Nachbarschaft zeigt sich eine Kluft zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung: Nur 51 Prozent sagen, dass andere Bewohner:innen in ihrer Wohnhausanlage (sehr oder etwas) auf die getrennte Sammlung von Verpackungsabfällen achten. Auffällig ist dabei ein Skalierungseffekt: In Wohnhausanlagen mit mehr als 100 Wohnungen sind nur 43 Prozent der Befragten von der Mülltrennung ihrer Nachbar:innen überzeugt. Mehr als ein Drittel haben hingegen den Eindruck, dass in der Nachbarschaft eher wenig oder gar nicht getrennt wird. Wenn Befragte erklären sollen, warum aus ihrer Sicht Nachbar:innen nicht trennen, nennen sie vor allem einen Ansteckungseffekt („weil andere auch nicht trennen“) und dadurch weniger Eigenmotivation.

„Der Umkehrschluss gilt genauso: Wenn Mülltrennung im Haus sichtbar gelebt wird, kann auch das ansteckend wirken. Dabei lässt sich gerade für Wohnhausanlagen ableiten: Je mehr Menschen sich die Infrastruktur teilen, desto wichtiger werden klare Regeln und eine gute Organisation“, sagt Pertl. „Aus Erfahrung wissen wir, dass Mülltrennung im Alltag für alle besser gelingt, wenn sie einfach und eindeutig ist, und alle gleich gut informiert sind.“

Erarbeitung von Maßnahmen

Das belegt auch die Umfrage. Danach gefragt, welche Aspekte wichtig für eine funktionierende Mülltrennung im Wohnhausalltag wären, sind den Befragten folgende Punkte "auf jeden Fall" wichtig: ausreichend Trennmöglichkeiten in der Wohnhausanlage (54 Prozent), klare Beschilderung, welcher Abfall wohin gehört (54 Prozent), klare, einheitliche Informationen zur Mülltrennung (47 Prozent) und Bewusstsein schaffen fürs Mülltrennverhalten aller Bewohner:innen (46). Genau hier setzt ÖSTERREICH SAMMELT an: Auf Basis dieser Ergebnisse und Erfahrungen aus der Praxis werden im nächsten Schritt gemeinsam mit relevanten Akteur:innen – etwa städtischen Fachabteilungen, Abfallwirtschaftsverbänden, Sammel- und Verwertungssystemen und Hausverwaltungen – Maßnahmen erarbeitet, um die Qualität und Quantität der getrennten Sammlung von Altstoffen in Wohnhausanlagen weiter zu verbessern.


Über ÖSTERREICH SAMMELT

Die Initiative ÖSTERREICH SAMMELT informiert über alle Themen rund um das Vermeiden, die getrennte Sammlung und das Recyceln von Verpackungen und schafft Bewusstsein, um das achtlose Wegwerfen von Abfällen in unserer Umwelt zu verhindern. Organisatorin von ÖSTERREICH SAMMELT ist die Verpackungskoordinierungsstelle (kurz VKS), ein Tochterunternehmen des Umweltbundesamtes (UBA) im Wirkungsbereich des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK).

Träger sind die in Österreich genehmigten Sammel- und Verwertungssysteme für Verpackungen:

  • ARA – Altstoff Recycling Austria AG
  • Austria Glas Recycling GmbH
  • Bonus Holsystem für Verpackungen GmbH & Co. KG
  • European Recycling Platform (ERP) Austria GmbH
  • Interzero Circular Solutions Europe GmbH
  • Reclay Systems GmbH

Rückfragen & Kontakt

Florian Lems
Telefon: 0699-11613887
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.oesterreich-sammelt.at

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