- 11.05.2026, 09:37:32
- /
- OTS0035
Pflege in Niederösterreich langfristig sichern — Ergebnisse der KDZ-Studie zeigen Handlungsbedarf
Anlässlich des Internationalen Tags der Pflege betont die AK Niederösterreich die zentrale Bedeutung einer gesicherten und hochwertigen Pflege für alle Menschen
„Wer jahrzehntelang für dieses Land gearbeitet und den Solidarstaat über Steuern gestärkt hat, verdient eine gute und würdevolle Versorgung im Alter. Das ist eine Frage des Respekts und der sozialen Gerechtigkeit", so Markus Wieser, AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB Niederösterreich-Vorsitzender.
Eine aktuelle Studie des KDZ — Zentrum für Verwaltungsforschung, die im Auftrag der Arbeiterkammer Niederösterreich durchgeführt wurde, analysiert systematisch die Finanzierungsströme, Akteure und Ausgabenverteilung der Altenpflege in Niederösterreich und macht strukturelle Finanzierungsprobleme sichtbar: Während die Ausgaben für das, hauptsächlich vom Bund finanzierte, Pflegegeld moderat steigen, nehmen die Kosten für Pflegedienstleistungen, die von Land und Gemeinden getragen werden, deutlich stärker zu. Besonders problematisch: Die Gemeinden finanzieren über die Sozialhilfeumlage rund die Hälfte der Landesbeiträge zur Altenpflege, haben jedoch keinen Einfluss auf den Leistungsumfang oder die Angebotsstruktur. Das schränkt die finanziellen Spielräume der Gemeinden in anderen wichtigen Bereichen der kommunalen Daseinsvorsorge, wie Kinderbetreuung oder sozialer Infrastruktur, erheblich ein.
Studie bestätigt: Pflegefinanzierung braucht nachhaltige Lösungen
Im Bundesländervergleich zeigt sich für Niederösterreich bereits jetzt eine unterdurchschnittliche stationäre Versorgung und kein bedarfsgerechter Ausbau von mobilen und teilstationären Angeboten. Daraus resultiert ein höherer Aufwand der Pflege durch Angehörige. Die Studie des KDZ empfiehlt daher dringend, die mobilen Pflegedienste, die Alltagsbegleitung sowie die Plätze in der (teil)stationären Pflege und Betreuung auszubauen. Dazu ist sowohl mehr Personal als auch mehr finanzielle Mittel notwendig.
Die bestehenden Lücken in der Finanzierbarkeit der Altenpflege drohen angesichts des steigenden Pflegebedarfs größer zu werden. Deshalb braucht es dringend eine Reform der Pflegefinanzierung, um die Pflege in Niederösterreich auch für die kommenden Jahrzehnte zukunftssicher und nachhaltig zu gestalten. „Pflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es braucht jetzt mutige Entscheidungen, damit die Menschen in Niederösterreich auch in Zukunft auf eine verlässliche und hochwertige Pflege vertrauen können", so Wieser. Die Studie wurde daher auch allen Landtagsklubs der im Landtag vertreten Parteien übermittelt, die Arbeiterkammer Niederösterreich bringt sich jederzeit gerne in konstruktive Gespräche für eine nachhaltige Pflegefinanzierung ein.
AK Niederösterreich fordert: Pflege absichern, Personal stärken, Angehörige entlasten:
· Finanzielle Absicherung der Pflege: Zur nachhaltigen Finanzierung müssen zusätzlich auch weitere Wertschöpfungselemente herangezogen werden: Körperschaftssteuer „neu", Solidarabgabe von Vermögenden und Solidarzuschlag bei Kapitalerträgen.
· Ausbau mobiler und stationärer Angebote: Die Infrastruktur muss mit dem steigenden Bedarf Schritt halten — sowohl im Bereich der mobilen Pflege als auch in den Pflegeheimen.
· Mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen: Um den steigenden Bedarf zu decken, braucht es mehr Pflegekräfte, bessere Bezahlung und attraktivere Arbeitsbedingungen.
· Entlastung für pflegende Angehörige: Angehörige leisten einen unverzichtbaren Beitrag und müssen durch gezielte Unterstützungsangebote und finanzielle Entlastungen gestärkt werden.
Rückfragen & Kontakt
Kammer für Arbeiter und Angestellte für Niederösterreich
Gernot Buchegger, MA
Telefon: 0664/8134801
E-Mail: [email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKN






