• 11.05.2026, 09:12:32
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„Helfen, wo wir gebraucht werden“ – Johanniter zum internationalen Tag der Pflege

Für all das, was niemand sieht: Ein Dankeschön an die Johanniter-Pflegekräfte, die unter schwierigen Bedingungen täglich Außerordentliches leisten.

Wien, Niederösterreich, Tirol (OTS) - 

Der „Internationale Tag der Pflege“ am 12. Mai – Geburtstag von Florence Nightingale, der Begründerin der modernen Krankenpflege – bietet jedes Jahr aufs Neue die Gelegenheit, unsere Pflegepersonen in den Mittelpunkt zu stellen. Sie leisten täglich stille, unverzichtbare Arbeit. Was sie dabei eint: Man kann sich auf sie verlassen, ob in der Krise, mitten in der Nacht, oder beim routinemäßigen Besuch nach dem Mittagessen.

„Was unsere Pflegekräfte jeden Tag leisten, ist außerordentlich und für viele Menschen schlicht lebensnotwendig“, betont Johannes Bucher, Präsident der Johanniter Österreich. „Ich möchte diesen Tag nutzen, um mich bei allen unseren Pflegekräften und Betreuungspersonen von ganzem Herzen zu bedanken“.

Die Johanniter sind seit mehr als 50 Jahren in Österreich tätig und stehen für verlässliche, kompetente und menschliche Unterstützung, ob im Rettungsdienst, in der mobilen Pflege oder in der sozialen Arbeit.

130 Mitarbeitende und rund 32.000 Pflegeeinsätzen

Österreichweit beschäftigen die Johanniter in Wien, Niederösterreich und Tirol insgesamt rund 130 Mitarbeitende in Pflege, Betreuung und Wohnungslosenhilfe. In Wien und Niederösterreich sind 22 Fachkräfte in der Pflege tätig, hinzu kommen 72 Mitarbeitende, die obdachlose und wohnungslose Menschen in Wien täglich mit Beratung, Begleitung und Betreuung unterstützen. In Tirol sind 34 Personen direkt in der Pflege tätig – in der mobilen Hauskrankenpflege und im Hauswirtschaftsdienst als Heim- und Haushaltshilfen.

Die Zahlen sprechen für sich: Im Jahr 2025 verzeichneten die Johanniter österreichweit über 200.000 Einsätze – davon entfielen rund 31.750 auf Pflege und Palliative Care (Wien: 5.150, Niederösterreich: 1.539, Tirol: 25.064). In Tirol kamen10.589 Einsätze in Heimhilfe und Sozialen Diensten sowie 15.276 Behindertentransporte hinzu. In Wien und Niederösterreich wurden insgesamt 82.073 Krankentransporte durchgeführt. Hinter jeder dieser Zahlen steht ein Mensch, dem geholfen wurde und eine Pflegeperson, die verlässlich zur Stelle war.

Schwerpunkt mobile Hauskrankenpflege in Tirol

Was die Johanniter in Tirol besonders auszeichnet, ist die Qualität der Beziehungen, die ihre Pflegepersonen zu den betreuten Menschen aufbauen. „In der mobilen Pflege ist die Kontinuität das Wichtigste. Unsere Klientinnen und Klienten kennen ihre Betreuungspersonen und vertrauen ihnen. Und das wächst, wenn dieselbe Pflegekraft jemanden mehrmals die Woche begleitet. Das gibt Sicherheit und Würde“, so Matteo Floiss, Pflegedienstleiter in Tirol. „Aber es geht um weit mehr als Pflege: Die zehn Minuten Gespräch über Gott und die Welt können für viele Klient:innen die zehn Minuten sein, die ihren ganzen Tag ausmachen. Unsere Pflegekräfte sind oft nicht nur professionelle Begleitung, sie sind für manche Menschen schlicht der verlässlichste Mensch in ihrem Leben.“

Neben der klassischen Hauskrankenpflege bieten die Johanniter Tirol auch Fahrdienste und Begleitung für Menschen mit Behinderungen sowie Soziale Dienste an. Gemeinsam mit der Vermittlungsagentur BetreuerTeam wurden zudem die ersten Demenz-Wohngemeinschaften in Tirol ins Leben gerufen.

Mit Pflegenotdienst Pionierarbeit in Österreich

Pflegebedarf kündigt sich nicht immer an, sondern tritt oftmals auch ganz plötzlich und akut auf. Die dadurch entstehenden Lücken in der Versorgung, füllt der Johanniter-Pflegenotdienst in Wien seit 1998 zu jeder Tages- und Nachtzeit, damit für alle Wiener:innen eine rasche, professionelle und qualitative Betreuung sichergestellt wird.

Was diese Einsätze auszeichnet, beschreibt Julia Egger, stv. Pflegedienstleiterin, aus dem Alltag heraus: „Jeder Einsatz ist anders. Wir wissen nie, was uns erwartet. Manchmal ist es ein medizinischer Notfall, manchmal einfach nur Einsamkeit oder Überforderung. Dann geht es nicht nur um Pflege, sondern darum, Ruhe und Sicherheit zu vermitteln.“

Durch schnelles Reagieren, jahrelange Erfahrung und ein starkes Netzwerk in Wien könne das Team in vielen Fällen eine Hospitalisierung verhindern – ein enormer Gewinn für Betroffene wie für das Gesundheitssystem. Besonders am Herzen liegt Julia Egger auch die Unterstützung pflegender Angehöriger: „Sie leisten Enormes. Sie zu beraten und zu entlasten ist ein genauso wichtiger Teil unserer Arbeit.“

In Niederösterreich begleitet ein mobiles Palliativteam im Raum Waidhofen/Ybbs Menschen in ihrer letzten Lebensphase – interdisziplinär, einfühlsam und kostenlos. Eine Community Nurse in Orth an der Donau unterstützt ältere Menschen dabei, möglichst lange selbständig zu Hause zu leben.

Dem Pflegekräftemangel entgegenwirken und Finanzierung sicherstellen

All das geschieht vor dem Hintergrund eines massiven, strukturellen Pflegekräftemangels, der Österreich zunehmend unter Druck setzt. Laut aktuellen Prognosen fehlen in Österreich bis 2030 bis zu 75.000 Pflegekräfte. Gleichzeitig wächst der Bedarf: Eine alternde Gesellschaft, steigende Komplexität der Pflegebedürfnisse und der Ausbau mobiler sowie stationärer Angebote fordern mehr qualifiziertes Personal.

Die Johanniter sehen sich in der Verantwortung, aktiv gegenzusteuern: durch attraktive Arbeitsbedingungen, gezielte Ausbildungsangebote und eine Unternehmenskultur, die Pflege als das anerkennt, was sie ist: systemrelevante, gesellschaftlich unverzichtbare Arbeit.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Finanzierungsstruktur der Pflege in Österreich nach wie vor fragmentiert und wenig verlässlich ist. Leistungsträger, Bundesländer und Gemeinden tragen gemeinsam, aber oft unkoordiniert, zur Finanzierung bei. Für Träger wie die Johanniter bedeutet das: planen unter Unsicherheit, kalkulieren ohne stabile Grundlage und oftmals investieren ohne Garantie. Hier braucht es dringend strukturelle Reformen, langfristige Finanzierungszusagen und ein Bekenntnis der Politik zur Pflege als öffentliche Daseinsvorsorge. Denn wer von Trägern Qualität, Verlässlichkeit und Innovation erwartet, muss auch die Mittel dafür zur Verfügung stellen.

„Wir Johanniter nehmen unsere Verantwortung ernst. Wir setzen auf faire Arbeitsbedingungen, regelmäßigen Austausch mit unseren Teams und eine Kultur, in der Pflegekräfte gehört und unterstützt werden. Denn wer gut auf andere achtet, den müssen auch andere achten,“ so Petra Grell-Kunzinger, Bundesgeschäftsführerin der Johanniter Österreich. „Aber wir erwarten auch, dass die Politik ihren Teil beiträgt – mit einer stabilen, gerechten und zukunftsfähigen Finanzierung der Pflege.“

Fotos zu den Pflegebereichen der Johanniter Österreich finden Sie unter Fotodownload - Johanniter Österreich

(SERVICE - Die Johanniter-Unfall-Hilfe in Österreich zählt fast 1.500 Mitarbeitenden, davon mehr als die Hälfte Ehrenamtliche, zu den führenden Rettungs- und Hilfsorganisationen Österreichs. Fördernde Mitglieder sowie Spender:innen unterstützen die Arbeit der Johanniter und ermöglichen mit ihren Beiträgen ein breites Spektrum an sozialen und karitativen Leistungen, etwa Rettungsdienst und Krankentransport, Wohnungslosenhilfe, Gesundheits- und Hauskrankenpflege, Palliativpflege, Soziale Dienste, Erste-Hilfe-Ausbildung, Katastrophenhilfe, Forschung und Jugendarbeit: www.johanniter.at)

Rückfragen & Kontakt

Johanniter Österreich Service gemeinnützige GmbH
Mag. Anita Bauer
Telefon: +43 676 83 112 803
E-Mail: [email protected]

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