- 10.05.2026, 10:24:02
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Eurovision Song Contest 2026 erhält drei Zertifizierungen für Nachhaltigkeit
Umweltzeichen für „Green Producing" und „Green Event" sowie Bio-Zertifizierung vergeben
Der Eurovision Song Contest 2026 erhielt am Samstag, dem 9. Mai, offiziell zwei staatliche Auszeichnungen im Bereich Nachhaltigkeit: das Umweltzeichen für „Green Producing" in Film und Fernsehen (UZ 76) sowie für „Green Event" (UZ 62). Zusätzlich wurde die Silber-Zertifizierung von BIO AUSTRIA für den konsequenten Einsatz von Bio-Lebensmitteln beim Catering vergeben.
Systematischer Zugang zu Nachhaltigkeit
Die Doppelzertifizierung ist Ausdruck eines umfassenden Nachhaltigkeitskonzepts, das sich durch alle Bereiche der Veranstaltung zieht: Energieversorgung, Mobilität, Beschaffung und Kreislaufwirtschaft sind systematisch durchdacht und standardisiert.
Beim Umweltzeichen „green producing“ geht der Eurovision Song Contest neue Wege. Erstmals in der ESC-Geschichte kommt auf der Bühne eine vollständig LED- und lasergestützte Beleuchtung zum Einsatz – eine technologische Innovation, die große Mengen an Energie und Abwärme einspart. Es werden Batterien statt ständig laufende Diesel-Generatoren als Notfallsbackup verwendet. Die Materiallogistik ist optimiert, um unnötige Fahrten zu eliminieren.
Vorbildwirkung für die Eventbranche
Der ORF setzt beim Eurovision Song Contest auf ein umfassendes Green-Event-Konzept. Konkret bedeutet das: Kein Einweggeschirr und ausschließlich Mehrwegbecher, ein Großteil davon aus 100 Prozent recyceltem Material. Die Müllreduktion wird konsequent umgesetzt – vollständiger Verzicht auf Flyer, Werbeartikel und Gratiszeitungen, stattdessen digitale Lösungen, wo immer möglich. Beim Catering setzt der ORF auf eine hohe Bio-Quote und damit regional und ökologisch hergestellte Produkte aus Österreich. Nicht vermeidbare Emissionen werden kompensiert.
„Als Umweltminister ist es mir eine besondere Freude, dem ORF für die Ausrichtung des Eurovision Song Contest 2026 die Umweltzeichen für Green Meetings und Events sowie für Green TV Producing verleihen zu dürfen, und gratuliere zu diesem Erfolg. Damit ist Nachhaltigkeit beim diesjährigen Song Contest kein Schlagwort, sondern konkrete Verantwortung und konsequentes Handeln: Die Veranstalter leisten nicht nur einen wichtigen Beitrag für Umwelt- und Klimaschutz, sondern stärken auch die regionale Wertschöpfung – etwa, indem regionale Beschaffung und die Beauftragung lokaler Betriebe Standard und nicht Ausnahme sind. Mit der Zertifizierung des Song Contest 2026 setzen wir also ein starkes Zeichen – weit über die Grenzen Österreichs hinaus“, sagt Bundesminister Norbert Totschnig.
Geforderte Bio-Quote übertroffen
Der Bio-Anteil in den Catering-Bereichen Crew, Medien, Delegationen und VIP erreichte 64,3 Prozent – die angestrebte Quote von 60 Prozent wurde damit übertroffen. Insgesamt versorgt der ESC damit mehr als 100.000 Personen mit zertifiziertem Bio-Angebot aus österreichischer Landwirtschaft.
Die hohe Bio-Quote wurde von Beginn an mitgeplant: Bei der Ausschreibung der Catering-Leistungen wurde der hohe Bio-Anteil zur Bedingung gemacht. Die konsequente Umsetzung dieses Kriteriums spiegelt den grundsätzlichen Zugang des ORF beim ESC 2026 wider – Nachhaltigkeit gilt nicht als Schlagwort, sondern als messbarer Standard in allen Bereichen der Veranstaltung.
„Wenn Bio-Verpflegung in dieser Größenordnung bei einer internationalen Großveranstaltung wie dem ESC gelingt, hat das eine große Vorbildwirkung. Es ist zu hoffen, dass sich viele daran ein Beispiel nehmen und dieser Erfolg dazu beiträgt, Bio als neuen Standard in der Veranstaltungsverpflegung zu etablieren“, betonte BIO AUSTRIA Obfrau Barbara Riegler.
Nachhaltigkeitsbericht stellt Weichen für die Zukunft
Ein besonderes Merkmal des ESC 2026 ist die erstmalige umfassende CO₂-Bilanzierung. Gemeinsam mit der Stadt Wien erarbeitet der ORF einen wissenschaftlich fundierten Nachhaltigkeitsbericht, der alle Emissionen erfasst – von Veranstaltungsbetrieb über TV-Übertragung bis hin zu Streaming. Die Berechnung des Carbon Footprints erfolgt mit der Unterstützung von Stakeholdern, wie ASFINAG, ÖBB oder dem Flughafen Wien. Außerdem werden auch Freiwillige vor Ort bei der Datenerhebung unterstützen – etwa bei der Befragung von Gästen zur Anreise. Der Bericht wird nach dem Sommer veröffentlicht.
„Wir wollen nicht nur Nachhaltigkeitsmaßnahmen setzen, sondern auch daraus lernen und Wissen weitergeben. Diese vielen Initiativen und der Nachhaltigkeitsbericht nach dem Eurovision Song Contest sollen transparent machen, wie ein TV-Großevent im 21. Jahrhundert funktioniert und wie man Nachhaltigkeit leben kann. Dieser Song Contest hinterlässt eine ‚Sustainability Legacy' – als internationales Best-Practice-Beispiel für die gesamte EBU-Familie. Künftigen Eurovision-Gastgebern sollen unsere Erkenntnisse als Orientierung dienen“, so Ingrid Thurnher, Generaldirektorin des ORF.
Der ESC 2026 setzt einen neuen Standard: Weltklasse-Unterhaltung und konsequente Nachhaltigkeit gehören zusammen. Was Wien zeigt, ist keine Symbolik – es ist gelebte Praxis mit messbarer Wirkung, die künftige Veranstaltungen weltweit inspirieren soll.
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