- 08.05.2026, 12:20:02
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„(Un-)Vereinbar?“ – Mehrfachbelastung als Herausforderung für pflegende Angehörige
„Alles Clara“-Diskussion zum Tag der Pflege am 12. Mai – Erweiterter Katastrophenschutz-Ratgeber vorgestellt

Anlässlich des bevorstehenden Tags der Pflege (12. Mai) diskutierten gestern (Donnerstag, 7. Mai) Expertinnen die Lage von pflegenden Angehörigen als Basis des Gesundheits- und Pflegesystems. Da der Großteil der über 1 Mio. Betroffenen in Österreich mehrere berufliche bzw. familiäre Verpflichtungen zu schultern hat, wurde der Titel „(Un-)Vereinbar?“ gewählt.
Die Veranstaltung als Initiative von „Alles Clara – die App, die Pflegen leichter macht“ brachte maßgebliche Stakeholder aus dem Feld von Pflege und Betreuung im „Gleis 21“ in Wien zusammen. Insgesamt über 80 Gäste vor Ort und im Livestream erlebten eine sehr engagiert geführte Diskussion der Expertinnen Elisabeth Anselm (Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt), Iris Appiano Kugler (Leiterin der Abteilung Arbeitsmarktpolitik für Frauen im AMS Österreich), Martina Mayr (Betriebspsychologin bei der Wiener Städtischen) und Birgit Meinhard-Schiebel (Präsidentin der IG Pflegender Angehöriger).
Gudrun Egger (Vorstandsmitglied der ERSTE Stiftung) betonte in ihrer Begrüßung: „Pflegende Angehörige leisten einen wesentlichen Beitrag der Versorgung in Österreich. Sie machen das oft zusätzlich zu Beruf und Familie, unbemerkt von der Öffentlichkeit und ohne konkrete Unterstützung. Mit Alles Clara versuchen wir sie gemeinsam mit Partnern dabei zu unterstützen und somit einen Beitrag zur Lösung dieser gesamtgesellschaftlichen Herausforderung zu leisten.“ Die Veranstaltung wurde mit Unterstützung des Sozialministeriums umgesetzt; eine Aufzeichnung der Diskussion ist kostenlos abrufbar.
Schwerpunkte der Diskussion waren die soziale Absicherung pflegender Angehöriger, die Verfügbarkeit von Entlastungsangeboten, die Situation von „Young Carers“ (Kinder und Jugendliche, die Angehörige pflegen), das Zusammenwirken von Pflege und Gesundheitswesen und die psychischen Belastungen der pflegenden Angehörigen. Iris Appiano Kugler richtete den Fokus auf die demographische Entwicklung: „Beim Thema Pflege kumulieren mehrere problematische Entwicklungen und Fakten. Die Gesellschaft wird insgesamt älter: Langfristig bis 2080 nimmt die Zahl der über 65Jährigen um die Hälfte zu. Gleichzeitig nimmt die Erwerbsbevölkerung in Österreich insgesamt ab, plus der Trend eher höhere Ausbildungen zu absolvieren, womit auch die Fachkräfte auch in der Pflege fehlen.“ „Pflege von Angehörigen ist für viele Erwerbstätige Realität, bleibt im Arbeitsalltag jedoch oft unsichtbar – umso wichtiger ist es, rechtzeitig vorzusorgen, um Angehörige im Ernstfall spürbar zu entlasten“, erklärte Martina Mayer.
Auf eine besondere Herausforderung wies Birgit Meinhard-Schiebel hin: “Alleinerziehende pflegende Angehörige von erwachsenen Kindern mit schweren chronischen Erkrankungen oder einer Behinderung dürfen mit ihnen gemeinsam nicht in prekäre Lebenssituationen gedrängt werden.” Elisabeth Anselm verwies auf internationale Vorbilder: „Andere Länder zeigen vor, was möglich ist: Pflegende Angehörige brauchen mehr bedarfsgerechte und leistbare Unterstützungsangebote! Und sie brauchen auch dringend weniger Bürokratie!“
Nicole Traxler (Geschäftsführerin von Alles Clara) stellte abschließend die 2. Auflage des „Leitfadens zur Vorbereitung auf Naturkatastrophen für pflegende Angehörige“ vor. Die Publikation wurde von Alles Clara initiiert und wurde gemeinsam mit dem Disaster Competence Network Austria, der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger, Lobby4Kids – Kinderlobby und dem Österreichischen Zivilschutzverband realisiert. Die Langfassung bietet detailliertere Ausführungen, Beispiele, Hintergründe und weiterführende Hinweise. Die deutsche Kurzfassung des Leitfadens wurde nun auch auf Englisch, Arabisch, Bosnisch, Kroatisch, Serbisch, Rumänisch, Slowakisch und Türkisch übersetzt. Genauso wie die Beratung kann dies auch die Arbeit von 24-Stunden-Betreuer:innen erleichtern. Zum Download: https://www.alles-clara.at/ressource/leitfaden-zur-katastrophenvorsorge-alle-versionen/
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