- 08.05.2026, 10:21:02
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AK NÖ Wieser: „Beschäftigte dürfen Krisenkosten nicht alleine tragen“
ArbeitnehmerInnenparlament der AK Niederösterreich (1)
Steigende Lebenshaltungskosten, hohe Energiepreise und wachsende wirtschaftliche Unsicherheit belasten nach wie vor die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. In seiner heutigen Rede vor der Vollversammlung im ArbeitnehmerInnen-Zentrum St. Pölten betonte AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser, dass soziale Sicherheit, faire Verteilung sowie Investitionen in den Sozialstaat gerade in Krisenzeiten oberste Priorität haben müssen.
„Menschen sind wertvoll“, stellte Präsident Wieser in den Mittelpunkt. Gerade in der Arbeitswelt werde diese einfache Wahrheit jedoch immer öfter ignoriert. Besonders kritisch äußerte er sich zur jüngsten Teilzeit-Debatte: „Teilzeit ist keine Lifestyle-Entscheidung, wenn gleichzeitig ganze Branchen keine Vollzeitstellen mehr anbieten.“ Die pauschale Abwertung von Teilzeitbeschäftigten – überwiegend Frauen – sei respektlos und gehe an der Realität vorbei.
Mit Blick auf die anhaltende Teuerung forderte Wieser ein klares Vorgehen gegen überhöhte Gewinne im Energiebereich. Die Spritpreisbremse müsse bestehen bleiben und Ölkonzerne stärker in die Pflicht genommen werden, denn „es geht nicht um Gewinne, Dividenden und Aktionäre, sondern um die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.“
Die Einigung der Bundesregierung auf ein Doppelbudget für 2027 und 2028 begrüßte Wieser grundsätzlich. Entscheidend sei jedoch, wie die Budgetkonsolidierung konkret ausgestaltet werde und wer letztlich die Kosten trage. Positiv bewertete er dabei die Ankündigung, dass „breite Schultern“ diese Herausforderung tragen sollen, kritisierte jedoch das Ausbleiben vermögensbezogener Abgaben.
Zentrale Zukunftsbereiche wie Bildung, Kinderbetreuung, Digitalisierung und Gesundheit dürfen keinesfalls dem Sparstift zum Opfer fallen. Die Arbeiterkammer wird sich aktiv in die weiteren Verhandlungen einbringen und die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer konsequent vertreten.
Wieser unterstrich zudem die Bedeutung des Solidarstaates: „Der Solidarstaat ist kein Auslaufmodell. Er ist und bleibt das Fundament unseres Zusammenlebens.“ Um soziale Sicherheit langfristig zu sichern, müsse Arbeit entlastet und die Finanzierung stärker auf Kapital und Vermögen ausgerichtet werden.
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Gernot Buchegger, Pressesprecher des Präsidenten
Kammer für Arbeiter und Angestellte für Niederösterreich
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