- 07.05.2026, 10:46:36
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Gewerkschaften vor Tag der Pflege: „Die Ideen liegen am Tisch“
Gewerkschaften des öffentlichen Gesundheitswesens präsentieren anlässlich des Tags der Pflege ihre Forderungen zu Doppelbudget, Schwerarbeit und Pflegebonus
7. Mai 2026 – Im Vorfeld des Internationalen Tags der Pflege am 12. Mai präsentierten die GÖD-Gesundheitsgewerkschaft und younion _ Die Daseinsgewerkschaft – Hauptgruppe 2 gemeinsame Forderungen zur Absicherung der Gesundheitsversorgung. Im Mittelpunkt stehen Anreize für Vollzeitarbeit, die Existenzsicherung für Auszubildende und die Umsetzung sowie Ausweitung der Schwerarbeitsregelung.
Dazu sagt Edgar Martin, Vorsitzender von younion _ Die Daseinsgewerkschaft – Hauptgruppe 2: „Wer die Versorgung absichern will, muss dafür sorgen, dass Menschen gerne in diesen Berufen arbeiten, länger gesund bleiben und für ihre Leistung die angemessene Anerkennung bekommen. Das ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit. Jede Investition in das ‚Team Gesundheit‘ ist eine Investition in ein stabiles Gesundheitssystem.“
Doppelbudget: Vollzeit-Anreize und leistbare Ausbildung
Die Berücksichtigung der Pflege im Doppelbudget der Bundesregierung begrüßen die Gewerkschaften als wichtiges Signal. Entscheidend sei jedoch, wie die Mittel eingesetzt werden und ob sie bei den Beschäftigten tatsächlich ankommen. Die Gewerkschaft schlägt dazu zwei Maßnahmen vor: steuerliche Anreize ab der 32. Stunde, sowie eine existenzsichernde Anstellung aller Auszubildenden im Gesundheitsbereich.
Mehrere Studien bestätigen: Viele Beschäftigte im Gesundheitswesen wären bereit, ihre Arbeitszeit zu erhöhen, wenn sich das im Netto besser auswirken würde. Steuerliche Entlastung könnte daher kurzfristig die Personalsituation verbessern. Langfristig bleibt die Übernahme aller Auszubildenden in ein Dienstverhältnis schon während der Ausbildung entscheidend, um mehr Menschen für den Beruf zu gewinnen.
Abbruchgründe: Studie der Bundesregierung steht aus
Reinhard Waldhör, Vorsitzender der GÖD-Gesundheitsgewerkschaft, betont außerdem: „Im Regierungsprogramm wurde eine Studie zu den Gründen für Abbrüche der Pflegeausbildung und Berufsausstiege versprochen. Die steht immer noch aus. Es ist aber dringend notwendig, genau zu erfassen, aus welchen Gründen die Beschäftigten das Gesundheitswesen verlassen. Nur so können wir alle richtigen Schritte setzen, um diese dringend notwendige Verstärkung zu halten.“ Priorität haben dabei jedenfalls weiterhin verlässlichere Dienstpläne, so die Gewerkschaften.
Die im Regierungsprogramm enthaltenen (nicht näher ausgeführten) Kompetenzverschiebungen dürfen jedoch nicht zum „Downgrading als Sparprogramm“ zwischen einzelnen Berufsgruppen führen. Änderungen von Kompetenzen sollen dort erfolgen, wo sie machbar und sinnvoll sind und zur Verbesserung von Qualität und Sicherheit für Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beitragen. Diese Maßnahmen müssen zwingend mit entsprechender Ausbildung verbunden sein – und klar ist auch: Mehr Arbeit und mehr Verantwortung bedeutet auch mehr Gehalt!
Schwerarbeit: Fairness für alle Berufsgruppen
Die Schwerarbeitsregelung für Pflegekräfte begrüßten sie als wichtigen Schritt. Kritisch halten die Gewerkschaften fest, dass die angekündigten Arbeitsgruppen zu Ausbau und Weiterentwicklung dieser Reform noch nicht stattgefunden haben. Langfristig soll die Regelung auf weitere Berufsgruppen ausgeweitet werden.
„Es kann nicht sein, dass drei Berufsgruppen von der neuen Regelung mehr profitieren als der Rest. Diese neu geschaffene Ungerechtigkeit muss abgeschafft werden. Deshalb fordern wir, dass zwölf Arbeitstage im Schichtdienst für die Schwerarbeitsanerkennung reichen – egal für welche Berufsgruppe“, so Waldhör.
Gewerkschaften: „Wir stehen für Gespräche bereit“
Die beiden Vorsitzenden betonten auch, dass der Pflegebonus über 2028 hinaus durch den Bund abgesichert werden müsse. Nur so könne man eine Situation wie letztes Jahr verhindern, als die Salzburger Landesregierung die Streichung dieser Zulage angekündigt hatte, nach einer Welle an Protesten und gewerkschaftlichen Demonstrationen von dieser Maßnahme aber wieder absah.
„Die vergangenen Monate in Salzburg haben gezeigt, wie schnell Vertrauen verloren geht, wenn Beschäftigten einerseits Wertschätzung zugesagt wird, andererseits dann über Kürzungen und Unsicherheiten diskutiert wird. Da verliert ‚Wertschätzung‘ ihren Wert“, so Martin.
Abschließend betonten die Gewerkschafter: „Jeder Mensch braucht eine sichere Pflege. Die Ideen dafür liegen am Tisch. Der Tag der Pflege darf nicht nur Anlass für Dankesworte sein, es braucht echte Verbesserungen. Wir haben Vorschläge präsentiert und stehen für Gespräche bereit.“
Rückfragen & Kontakt
GÖD-Gesundheitsgewerkschaft
Reinhard Waldhör
Telefon: 0676 6066250
E-Mail: [email protected]
https://www.gesundheitsgewerkschaft.at
younion _ Die Daseinsgewerkschaft
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Telefon: 01 313 1683617
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