• 07.05.2026, 10:00:35
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Cybercrime, Sabotage, Spionage: Neue Bedrohungslage für Wiens Unternehmen

Gebäudesicherheit, Zutrittsmanagement und Personalauswahl als wichtige Faktoren – Heimhilcher: „KMU unterschätzen die Bedrohung“

Wien (OTS) - 

Cyberangriffe, Sabotageakte und wirtschaftlich motivierte Spionage stellen Unternehmen zunehmend vor neue sicherheitspolitische und organisatorische Herausforderungen. Betroffen sind nicht nur IT-Systeme, sondern auch Führungskräfte, Mitarbeiter, Gebäude, Lieferketten und sensible Unternehmensdaten.

Neben klassischen Cyberangriffen spielen gezielte Desinformation, Wirtschaftsspionage sowie Angriffe auf kritische Infrastrukturen eine zunehmende Rolle. Die Aufgabe des Verfassungsschutzes, der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) im Bundesministerium für Inneres ist es, diese Gefahren frühzeitig zu erkennen, zu analysieren und mögliche Bedrohungen für den Wirtschaftsstandort abzuwehren.

Die österreichische Wirtschaft war 2025 in hohem Maß von komplexen internationalen Verflechtungen, technologischen Innovationszyklen und den geopolitischen Spannungen geprägt. Gleichzeitig stieg der Druck durch fremdstaatlich gesteuerte Wirtschaftsspionage, hybride Einflussoperationen und kriminelle Cyberangriffe. Unternehmen sämtlicher Branchen stehen damit zunehmend vor der Herausforderung, nicht nur wirtschaftlich erfolgreich zu agieren, sondern auch ihre Kernkompetenzen, Produktionsprozesse und Forschungsdaten proaktiv zu schützen. Wirtschaftsschutz hat sich daher zu einem zentralen Thema der nationalen Sicherheitsvorsorge entwickelt.

Kleine und mittlere Unternehmen bilden besonders sensible Ziele. Viele dieser Betriebe nehmen in ihren Marktsegmenten international führende Positionen ein, ohne dass sie in der Öffentlichkeit große Sichtbarkeit besitzen. Gerade diese „Hidden Champions“ verfügen über spezialisiertes, schwer reproduzierbares Prozess- und Fertigungswissen. Im Rahmen von Vorträgen weist die DSN die verantwortlichen Führungskräfte auf diese Gefahren hin und zeigt Möglichkeiten der Prävention auf.

Cybersicherheit in Wiens Betrieben
Längst sind nicht nur große Unternehmen Ziele von Cyberangriffen oder Sabotage-Akten. Klein- und Mittelbetriebe kommen – auch aufgrund automatisierter Angriffe teilweise auch mittels Künstlicher Intelligenz – zunehmend ins Visier der Angreifer.

Die jährliche Erhebung der KPMG, an deren Umfrage auch die WK Wien beteiligt war, malt ein relativ drastisches Bild. Der Angriff gegen jedes sechste Unternehmen in Wien war erfolgreich. Und jedes fünfte Unternehmen verzeichnete eine Zunahme der Angriffe gegenüber dem Vorjahr.

„Cyberangriffe treffen nicht nur Großkonzerne. Gerade kleine und mittlere Betriebe zählen zu den häufigen Zielen, weil Sicherheitsmaßnahmen oft unterschätzt werden“, erläutert Martin Heimhilcher, Obmann der Sparte Information und Consulting der WK Wien. „Cybersicherheit ist daher kein Nice-to-have, sondern ein Muss für jedes Unternehmen.“

Unterstützung durch die Wirtschaftskammer Wien
Die Wirtschaftskammer Wien unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe gezielt beim Thema Cyber- und Informationssicherheit. Seit 2017 gibt es eine eigene Cybersecurity-Hotline, die unter der Nummer 0800 888 133 an sieben Tagen der Woche rund um die Uhr erreichbar ist und eine Ersthilfe anbietet bzw. auf Wunsch den Kontakt zu einem auf Cybersecurity spezialisierten IT-Dienstleister in der näheren Umgebung des betroffenen Unternehmens herstellt.

Darüber hinaus gibt es auch Info-Veranstaltungen, die sich dem Thema widmen. Um den finanziellen Schaden im Falle eines Angriffs möglichst gering zu halten, gibt es die Möglichkeit einer Cybersecurity-Versicherung. Erste Anlaufstelle ist hier der Versicherungsmakler des Vertrauens, der das passende Produkt kennt.

„Viele Angriffe lassen sich durch einfache organisatorische und technische Maßnahmen verhindern. Unser Ziel ist es, Betriebe dabei konkret zu begleiten und Schwellenängste abzubauen“, so Heimhilcher.

Somit wird deutlich: Das Zusammenspiel von staatlicher Sicherheitsarbeit, unternehmerischer Verantwortung und gezielter Prävention kann die Widerstandsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts nachhaltig stärken.

Rückfragen & Kontakt

Wirtschaftskammer Wien
Presse - Newsroom
Mag. Marion Ziegelwanger
Telefon: 01/514 50-1335
E-Mail: [email protected]
www.wko.at/wien/news

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