• 07.05.2026, 07:55:02
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Starkes Signal zum Muttertag: Unterstützungsfonds soll Alleinerzieher*innen entlasten

Eine langjährige FEM.A-Forderung wird umgesetzt: Der neue Unterstützungsfond für Alleinerzieher*innen hilft, wenn der Unterhalt fehlt

Wien (OTS) - 

Gerade rund um den Muttertag ist die Ankündigung des Unterstützungsfonds für Alleinerzieher*innen ein starkes Signal. Während die Care-Arbeit vieler Mütter jedes Jahr mit Blumen, Karten und warmen Worten anerkannt wird, bekommen Alleinerzieher*innen die strukturellen Probleme, die ihnen aufgebürdet werden, noch deutlicher zu spüren. Sie sichern im Alltag das Familieneinkommen, Kinderbetreuung und Sorgearbeit, oft unter massivem Druck. Auch am Muttertag sind sie rund um die Uhr im Einsatz. Statt verwöhnt zu werden leisten viele Alleinerzieher*innen die gleiche Care-Arbeit wie an allen anderen Tagen.

Doch heuer soll mit dem Unterstützungsfonds für Alleinerzieher*innen wahr werden, worum sie schon seit langem kämpfen: Bereits ab Juli soll ein Gesetz in Kraft treten, nach dem Kinder, die keinerlei Unterhalt oder Ersatzleistung beziehen können, um Unterstützung aus dem Fonds ansuchen können. Damit soll ein erster Schritt in Richtung Unterhaltsgarantie, einer langjährigen Forderung von FEM.A und anderen Frauenorganisationen, gesetzt werden. Für viele Alleinerzieher*innen, die ihre Kinder nur von ihrem Einkommen versorgen, bedeutet das eine riesige Entlastung. Außerdem wird ein großer Schritt für die Bekämpfung von Kinderarmut gesetzt. Denn die jüngsten Daten zeigen, dass etwa die Hälfte der Kinder von Alleinerzieher*innen in Armut oder Ausgrenzung leben, das ist weit mehr als doppelt so viel wie bei Kindern in anderen Haushaltsformen.

„Wir freuen uns sehr, dass eine unserer zentralen Forderungen nun Wirklichkeit werden soll. Eine Ersatzleistung für Alleinerzieher*innen, die keinerlei Zahlungen für ihre Kinder bekommen konnten, war überfällig. Generationen von Müttern, die finanziell vollkommen auf sich selbst gestellt waren, haben die Lücke mit Verzicht und harter Arbeit geschlossen. Mit dem Unterstützungsfonds wird endlich anerkannt, dass diese Verantwortung nicht allein auf ihren Schultern liegen darf“, sagt Andrea Czak, Obfrau des Vereins FEM.A.

Der neue Fonds soll insbesondere jene Alleinerzieher*innen unterstützen, bei denen keine Aussicht darauf besteht, Kindesunterhalt geltend machen zu können. Etwa, wenn der Unterhaltspflichtige verstorben ist, und kein Anspruch auf Halbwaisenpension besteht, oder der Unterhaltspflichtige dauerhaft nicht leistungsfähig ist. Die monatliche Zuwendung ist mit dem halben Richtsatz für pensionsberechtigte Halbwaisen indexiert. Für 2026 würde das eine monatliche Zahlung pro Kind von etwa 240 EUR bedeuten. Außerdem darf das monatliche Nettoeinkommen der Alleinerzieher*in für einen Antrag maximal 2.768 EUR betragen.

Besonders zu begrüßen ist, dass sogar der Gewaltaspekt bedacht wurde: Im Gesetzesentwurf ist vorgesehen, dass gewaltbetroffene Alleinerzieher*innen den Kindesunterhalt nicht einfordern müssen, wenn sie dadurch Gewalt durch den Unterhaltspflichtigen befürchten müssen. Außerdem können Alleinerzieher*innen im Gewaltkontext um eine Starthilfe ansuchen. Das kann ein wichtiger Faktor sein, damit sich die Mütter aus der Gewaltbeziehung befreien können.

FEM.A Obfrau Andrea Czak meint: „Es ist ein großer Schritt der Regierung, die prekäre Lage von gewaltbetroffenen Müttern in dieser Form anzuerkennen. Finanzielle Gewalt ist einer der Hauptgründe, warum Frauen und Kinder, die Gewalt erleben, bei ihrem Peiniger bleiben müssen. Der Unterstützungsfonds für Alleinerzieher*innen kann genau bei diesen Fällen Abhilfe schaffen. Für Alleinerzieher*innen bedeutet diese Hilfe eine Chance auf ein gewaltfreies Leben.“

FEM.A hatte die Forderung nach einer Unterhaltsgarantie auch mit der Petition „Kinderarmut beenden: Unterhaltsgarantie jetzt!“ öffentlich gemacht. Viele Unterstützer*innen haben damit den Ruf nach einer staatlichen Absicherung für Kinder von Alleinerzieherinnen gestärkt. Die politische Forderung ist jedoch deutlich älter. Bereits 2017 brachte Maria Stern mit der Liste Jetzt das Thema mit Nachdruck in die politische Debatte. Auch in früheren Regierungsprogrammen wurde eine Unterhaltsgarantie angekündigt. Umgesetzt wurde sie bisher nicht.

„Dass jetzt Bewegung in diese Frage kommt, ist ein Erfolg jahrelanger feministischer Arbeit. Viele Frauen, Initiativen und Expert*innen haben sichtbar gemacht, was es bedeutet, wenn Kinder vom Zahlungsverhalten eines Elternteils abhängig gemacht werden. Wir sind froh,dass wir und viele andere Organisationen nicht lockergelassen haben.“, freut sich die Obfrau von FEM.A, Andrea Czak.

FEM.A begrüßt daher ausdrücklich, dass die Bundesregierung den Fonds nun rasch auf den Weg bringt. Zugleich weist der Verein darauf hin, dass der Unterstützungsfonds zwar als Gegenmaßnahme zu den Budgetmaßnahmen gedacht ist, jedoch nur für einen bestimmten Teil der Alleinerzieher*innen Entlastung bringt. Etwa die geplante Maßnahme, die Arbeitslosenversicherungsbeiträge für geringe Gehälter wieder einzuführen, bedeutet für viele Alleinerzieher*innen weniger Nettoeinkommen. Hinzu kommt, dass dadurch für viele auch der Betrag, der über den Familienbonus geltend gemacht werden kann, sinkt. Viele Alleinerzieher*innen sind dadurch doppelt betroffen, denn auch der Kindermehrbetrag kann den Verlust nicht zur Gänze wettmachen.

Der Verein FEM.A fordert deshalb, dass der Familienbonus bei dem Elternteil ausbezahlt wird, das die Familienbeihilfe bezieht, damit die Steuererleichterung tatsächlich bei den Kindern ankommt.

Über FEM.A

Der Verein Feministische Alleinerzieherinnen - FEM.A ist in Österreich einzigartig mit seinem Beratungs- und Serviceangebot rund um die Themen Finanzwissen, Unterhalt, Obsorge und Kontaktrecht. Es reicht von kostenlosen Webinaren mit Rechtsanwält*innen und Psycholog*innen, Entlastungsgesprächen an der kostenlosen FEM.A-Helpline, Orientierungsgesprächen zu finanziellen Beihilfen bis zu Informationen auf der Website, in einem regelmäßigen Newsletter sowie auf diversen sozialen Medien, Vernetzung, Erfahrungsaustausch und Lobbying.

Rückfragen & Kontakt

Verein Feministische Alleinerzieherinnen - FEM.A
Andrea Czak, MA
Geschäftsführende Obfrau
Telefon: +43 6991 9710306
E-Mail: [email protected]
Website: https://verein-fema.at/

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