- 06.05.2026, 15:21:32
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Jugend Eine Welt an Ministerin Bauer: Anrechenbarkeit des Auslandsdienstes als Zivildienstersatz muss bestehen bleiben
Heiserer: „Österreich hat nicht nur historische, sondern auch aktuelle Verantwortung.“ | Rückkehrer von Zivilersatzdiensten im Ausland leisten auch in Österreich wichtigen Beitrag.
Die von Familien- und Integrationsministerin Claudia Bauer jüngst im Interview mit der Katholischen Presseagentur (Kathpress, 2.5.2026) getätigte Kritik am Auslandszivildienst ist für Reinhard Heiserer, Geschäftsführer der österreichischen Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt, nicht nachvollziehbar. „Österreich hört nicht an seinen Grenzen auf. Vor allem in Ländern des Globalen Südens werden Menschen ausgebeutet, um unseren Wohlstand hier in Österreich zu erhalten. Österreich muss nicht nur, wie Ministerin Bauer völlig zurecht feststellt, seiner historischen Verantwortung – Stichwort: Gedenkdienst im Ausland – nachkommen, sondern auch seiner aktuellen“.
Zivilersatzdienst im Ausland stärkt Österreichs Beitrag zu einer solidarischen globalen Gemeinschaft
Denn laut Heiserer geht es beim Zivilersatzdienst im Ausland nicht um die „Wiederbewaldung in Costa Rica“ oder „Kinderbetreuung in Indien“, wie es Ministerin Bauer bewusst polarisierend feststellt, sondern um die Präsenz von Österreich an den Rändern der Welt, eben dort wo Menschen für Österreichs Wohlstand arbeiten. „Wir tragen Kleidung und konsumieren Produkte, die teilweise sogar durch Kinderarbeit hergestellt werden“, erinnert der Jugend Eine Welt-Geschäftsführer an die vom Bureau of International Labor Affairs (ILAB) regelmäßig veröffentlichte „List of goods“. Diese Auflistung zeigt, bei welchen Produkten unseres täglichen Lebens der Grund zur Annahme besteht, dass in ihnen Kinderarbeit steckt. Insgesamt sind es 204 Produkte aus 82 Ländern. „Mit der Absolvierung des Zivilersatzdienstes im Ausland und der freiwilligen Arbeit in diversen Bildungs- und Sozialprojekten mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen zeigen die jungen Männer Mitverantwortung. Sie sind junge Botschafter, die dem Ansehen Österreichs dienen, internationale Beziehungen unterstützen und Österreichs Beitrag zu einer solidarischen globalen Gemeinschaft stärken“
, so Heiserer, der betont, dass ein Infragestellen der Anrechenbarkeit des Zivilersatzdienstes im Ausland somit auch mit dem Negieren der Tatsache gleichzusetzen ist, dass Menschen im Globalen Süden für unseren Wohlstand arbeiten müssen. „Gerne können Sie mit ein paar Klicks selbst herausfinden, wie viele Sklaven im Globalen Süden für Ihren persönlichen Konsum arbeiten müssen“, empfiehlt Heiserer Ministerin Bauer die Webseite http://slaveryfootprint.org.
Kurzfristiges Argument schadet Österreich nachhaltig
Jugend Eine Welt ermöglicht seit 13 Jahren über die Entsendeorganisation VOLONTARIAT bewegt, dessen Träger Jugend Eine Welt gemeinsam mit den Salesianern Don Boscos ist, jungen Freiwilligen ihren Zivilersatzdienst im Ausland zu absolvieren. Gemäß des Freiwilligenberichts 2024 von WeltWegWeiser, ein Netzwerk bestehend aus VOLONTARIAT bewegt und 15 weiteren Organisationen, die sich für qualitätsvolle und nachhaltige internationale Freiwilligeneinsätze stark machen, leisten im Schnitt 150 junge Männer pro Jahr ihren Zivilersatzdienst im Ausland. „Ministerin Bauer spricht von 1.500 fehlenden Zivildienern und führt aus, dass die Burschen dringender in Österreich gebraucht werden. Für mich ist dieses Argument kurzsichtig, denn viele Rückkehrer von Zivilersatzdiensten im Ausland entscheiden sich anschließend in Österreich für ein entsprechendes Studium oder eine berufliche Tätigkeit im Sozial- und Bildungsbereich. Zum Beispiel als Kindergartenpädagogen oder Volksschullehrer – eben in Bereichen, in denen aktuell bzw. künftig in Österreich ein Mangel besteht. Zudem bleiben viele freiwillig engagiert. Ein Zivilersatzdienst im Ausland wirkt somit nachhaltig für Österreichs Gesellschaft. Eine Abschaffung der Anrechenbarkeit würde daher nicht nur Engagement-Möglichkeiten junger Männer einschränken, sondern auch Österreich nachhaltig schaden“, so Heiserer abschließend.
Weiterführende Infos:
www.jugendeinewelt.at
www.volontariat.at
www.weltwegweiser.at
Initiative „Kinderarbeit stoppen“
Die österreichische Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt setzt sich seit Jahren – als Mitglied der Initiative „Kinderarbeit stoppen“, der auch die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, FAIRTRADE Österreich, Solidar Austria (ÖGB), Kindernothilfe Österreich und Butterfly Rebels angehören - für ein starkes europäisches Lieferkettengesetz ein, das dazu beiträgt, Kinderarbeit und andere Menschenrechtsverletzungen wirksam zu stoppen. Weiterführende Informationen zu „Kinderarbeit stoppen“ finden Sie unter www.kinderarbeitstoppen.at.
Jugend Eine Welt-Spendenkonto: AT66 3600 0000 0002 4000 | Onlinespenden unter www.jugendeinewelt.at/spenden | Spenden sind steuerlich absetzbar!
Rückfragen & Kontakt
Jugend Eine Welt | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Thomas Zach, MA
Telefon: +4366488632574
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.jugendeinewelt.at
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