• 06.05.2026, 11:04:32
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MILIZVERBAND ÖSTERREICH warnt: "Milizsystem vor Kipppunkt!"

Milizkader am Limit: Ohne 8 + 2 drohen Vertrauensbruch, Kaderschwund und Verlust realer Verteidigungsfähigkeit

Wien (OTS) - 

Der Milizverband Österreich (MVÖ) fordert eine unverzügliche parlamentarische Umsetzung des Modells „Österreich PLUS 8+2“ und warnt vor einem personellen Kipppunkt des Milizsystems. Die Frustration unter Milizoffizieren und -unteroffizieren nimmt stetig zu, das Vertrauen in die Politik sinkt.

„Ein ernsthaft betriebenes Wehrsystem mit personell voll aufgefüllten und eingeübten Verbänden zu erleben, ist der beste und grundlegende Anreiz, mehr leisten zu wollen, als es die Norm verlangt“, betont MVÖ-Präsident Armin Richter. „Genau das erleben Milizsoldaten seit 20 Jahren nicht – und genau deshalb drängt die Zeit.“

Mehr als 60 Prozent bzw. deutlich über 30.000 Soldaten des mobilgemachten Bundesheeres haben aus dem Milizstand zu kommen. Dabei fehlen aber bereits jetzt Tausende Milizoffiziere und -unteroffiziere als Rückgrat des Milizsystems. Sie sind die Führungskräfte auf allen Ebenen, erleben aber seit zwei Jahrzehnten Übungen mit massiven Abstrichen: nie in voller Personalstärke, nie im realistischen Gefechtsverband. „Nach mehreren solchen Übungen entscheiden sich frustrierte Milizkader, ihren Dienst nicht mehr freiwillig zu verlängern“, warnt Richter. „Zunehmend viele haben nur noch wenige Miliz-Übungstage offen und stehen vor der Entscheidung, für weitere Übungstage zu unterschreiben. Sie beobachten die politische Debatte sehr aufmerksam. Genau hier droht nun der personelle Kipppunkt für das Milizsystem als Ganzes!“

Milizsoldaten können das Modell 8 + 2 rasch und praktisch umsetzen – aber nur, wenn ihnen die Politik jetzt ein vertrauensstiftendes Signal sendet. „Einmal verlorenes Führungspersonal ist nicht in wenigen Jahren, sondern nur mehr über Jahrzehnte ersetzbar. Die Zeit drängt daher auch aus strukturellen Gründen: Bis zur angestrebten Verteidigungsfähigkeit 2032 stehen vielen Milizformationen nur noch drei gemeinsame Verbandsübungen zur Verfügung – somit zählt jeder verlorene Tag, der eine Systemumstellung mit 1.1.2027 verzögert!“

Genau hier liegt das zentrale Problem des Status quo: Seit Jahren muss der Grundwehrdienst nach nur sechs Monaten faktisch mit der Basisausbildung des Einzelnen enden. Verbände üben daher nicht mehr in voller Struktur, Bataillone und Brigaden sind nicht geschlossen einsatzbereit. Was in Friedenszeiten nicht trainiert wird, muss aber im Ernstfall nach der Mobilisierung unter Zeitdruck nachgeholt werden. „Das ist militärisch riskant, politisch untragbar und verantwortungsethisch nicht vertretbar“, so Richter, denn: „Was wir heute nicht üben, lässt uns ein Aggressor in der ‚Stunde Null‘ vielleicht gar nicht nachholen. Ausgebildete Milizoffiziere und -unteroffiziere wissen heute ganz genau, was das dann bedeutet.“

„‚8 + 2‘ ist daher kein Selbstzweck. Es ist die Unterkante dessen, was notwendig ist, um in wenigen Tagen mobilisieren zu können, wenn die Bevölkerung das Bundesheer wirklich dringend braucht!“, betont Richter.

„Es ist somit der nötige und umgehend zu beschließende Minimalschritt, um das Bundesheer personell wieder so einsatzfähig zu machen, wie es das Regierungsprogramm vorsieht. Er dient gemeinsam mit der Verlängerung des Zivildienstes auf mindestens 12 Monate der Stärkung Österreichs zur Umfassenden Landesverteidigung – so, wie es sich die Bevölkerung von der Politik erwarten darf“, so Richter.

Rückfragen & Kontakt

Milizverband Österreich
Lukas Kasalo, LL.M. (WU)
Telefon: +43 660 650 29 89
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.milizverband.at/

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