• 05.05.2026, 13:01:32
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Versorgungsnotstand beenden: Eltern, GÖD und Kija fordern Anhebung des SPF-Deckels und 4.000 zusätzliche Stellen

Gemeinsamer Appell an die Politik: Ohne sofortige Aufstockung sonderpädagogischer Ressourcen ab Herbst 2026 droht weiterer Ausschluss von Kindern

Wien (OTS) - 

Anlässlich des Tags der Inklusion schlagen die Gewerkschaft Pflichtschullehrer:innen (GÖD), die Elterninitiative für Kinder mit besonderem Bedarf (EIKIB) und die Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreich (Kija) Alarm: Österreichs Schulen erleben einen sonderpädagogischen Versorgungsnotstand.

Laut Einschätzungen fehlen ca. 4.000 Stellen, um den Bedarf an Pflichtschulen zu decken. Der seit Jahrzehnten bestehende Quotendeckel für sonderpädagogischen Förderbedarf (SPF) mit 2,7% bildet die Realität an Schulen (über 5%) längst nicht mehr ab. Steigende Bedarfe, zunehmende Heterogenität in Klassen und fehlende pädagogische Ressourcen führen dazu, dass nötige Förderung oft ausbleibt. Leidtragende sind Kinder mit besonderem Bedarf, ihre Familien sowie das gesamte Schulpersonal.

„Die Überlastung an den Schulen hat ein nicht mehr tragbares Ausmaß erreicht“, betont Paul Kimberger, Vorsitzender der GÖD-Pflichtschullehrer:innen. Die Kluft zwischen Finanzierung und Bedarf müsse endlich geschlossen und die Mittel für SPF mit all seinen Facetten an die realen schulischen Notwendigkeiten angepasst werden.

Eltern beklagen Unterfinanzierung: „Kinder werden systemisch benachteiligt, da den Schulen jährlich dreistellige Millionenbeträge vorenthalten werden. Fehlende Förderung führt zu verlorenen Entwicklungschancen und enormen Belastungen der Familien“, so Vertreterinnen der EIKIB. Immer häufiger führe die Mangelversorgung zu reduziertem Schulbesuch, Suspendierungen und Schulabstinenz.

Diese Entwicklungen stünden im Widerspruch zu verfassungsrechtlich verankerten Rechten auf bestmögliche Entwicklung und Teilhabe. „Junge Menschen mit Behinderungen haben ein Recht darauf, dass ihre Ansprüche auf Schutz und Fürsorge ihren Bedarfen entsprechend eingehalten werden,“ gibt Kinder- und Jugendanwalt Sebastian Öhner zu bedenken.

Dringende Forderung an Politik:

  • sofortige Notfinanzierung bzw. Bereitstellung zusätzlicher Ressourcen für Herbst 2026
  • rasche Anhebung bzw. Abschaffung des SPF-Quotendeckels, um den realen Bedarf abzubilden
  • nachhaltige Personaloffensive zur Schließung der ca. 4.000 fehlenden Stellen

Weitere Verzögerungen führen zu wachsender Bildungsunsicherheit sowie vermeidbaren Schullaufbahnverlusten.

„Es braucht jetzt klare Entscheidungen statt weiterer Ankündigungen. Ohne ausreichend qualifiziertes Personal und realistische Ressourcensteuerung ist kein qualitätsvoller Unterricht in der Sonderpädagogik möglich. Ein bedarfsgerechtes Bildungssystem ist keine Frage des Budgets, sondern der politischen Verantwortung“, halten GÖD, EIKIB und Kija gemeinsam fest.

Kinder an Pflichtschulen unterstützen:

Der Bedarf an Schulen ist seit Jahren bekannt, wurde jedoch politisch nicht konsequent umgesetzt. Eltern brachten daher eine parlamentarische Bürgerinitiative ein. Diese kann hier unterstützt werden:

Rückfragen & Kontakt

Elterninitiative für Kinder mit besonderem Bedarf
Carina Ruttinger
Telefon: 0677/62491528
E-Mail: [email protected]

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