- 05.05.2026, 08:05:32
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Wie umweltbewusst ist Österreich?
Erster Mensch-Umwelt-Monitor des Umweltbundesamts liefert repräsentative Datengrundlage zu Einstellungen, Verhalten und Handlungsbereitschaft der Bevölkerung
Umwelt- und Klimaschutz bleiben für die österreichische Bevölkerung relevante gesellschaftliche Herausforderungen, auch inmitten geopolitischer und wirtschaftlicher Krisen. Das zeigt der Mensch-Umwelt-Monitor, kurz MUM, des Umweltbundesamts. Die Studie basiert auf einer 2025 durchgeführten repräsentativen Befragung von über 2.000 in Österreich lebenden Personen ab 16 Jahren und liefert belastbare Zahlen, Daten und Fakten zu Umwelteinstellungen, Werten und Verhalten rund um die Themen Klima, Biodiversität, Kreislaufwirtschaft und Zero Pollution.
„Der Mensch-Umwelt-Monitor des Umweltbundesamtes zeigt, dass Umwelt- und Klimaschutz nach wie vor als wichtige gesellschaftliche Herausforderung gesehen werden. Unsere klima- und umweltpolitischen Maßnahmen sind ein wichtiger Hebel um den heimischen Wirtschaftsstandort zu stärken, und damit Arbeitsplätze zu sichern und uns unabhängiger zu machen. Daher freut es mich besonders, dass die Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher umweltpolitische Maßnahmen, wie etwa die Förderung klimafreundlicher Produkte und Technologien deutlich unterstützt“, so Umwelt- und Klimaminister Norbert Totschnig.
„Unser Auftrag ist es, Umweltwissen für gute Entscheidungen bereitzustellen. Mit dem Mensch-Umwelt-Monitor ergänzen wir unsere Daten und Fakten über den Zustand der Umwelt um eine gesellschaftliche Perspektive. Denn Umweltthemen sind immer auch Gesellschaftsthemen.“ – Gitsch Aichberger
Umweltbewusstsein ist gesellschaftlich verankert
Rund zwei Drittel der Befragten unterstützen Umwelt- und Klimaschutz. Eine klare Ablehnung äußerten lediglich 8 Prozent. Diese Zahlen belegen: Umwelt- und Klimaschutz genießt in der österreichischen Bevölkerung nach wie vor breiten Rückhalt. Als zentrale Herausforderungen im Umweltbereich werden am häufigsten Klimawandel und Klimaschutz genannt, gefolgt von Bodenversiegelung, Extremwetterereignissen oder der Umsetzung der Energiewende.
Lebenssituation bestimmt Handlungsspielraum
Der Mensch-Umwelt-Monitor macht sichtbar, dass umweltbewusstes Verhalten nicht allein eine Frage persönlicher Einstellungen ist. Strukturelle Faktoren wie Einkommen, Wohnsituation oder verfügbare Mobilitätsoptionenbestimmen maßgeblich, welche Handlungsmöglichkeiten und auch Handlungsbereitschaft Menschen im Alltag tatsächlich haben. Auf Basis sozioökonomischer Merkmale wie Einkommen, Bildung und Alter sowie verschiedener Werteorientierungen wurden im Rahmen der Studie sieben gesellschaftliche Milieus entwickelt, die diese Unterschiede verdeutlichen.
Breite Zustimmung zu konkreten Maßnahmen
Über die unterschiedlichen gesellschaftlichen Milieus hinweg zeigt sich ein deutlicher Konsens bei mehreren Handlungsfeldern:
- 86% der Befragten befürworten eine stärkere Förderung klimafreundlicher Produkte und Technologien.
- 84% sprechen sich für eine verbesserte Kennzeichnung klimafreundlicher Produkte aus.
- 83% unterstützen Maßnahmen, die wirtschaftlich schwächere Bevölkerungsgruppen bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels gezielt entlasten.
- 82% befürworten Maßnahmen zur Reduktion der Bodenversiegelung
Diese Zustimmungswerte liefern klare Anhaltspunkte für Handlungsfelder, in denen konkrete Maßnahmen umweltfreundliches Handeln im Alltag unterstützen können. In den genannten Bereichen gibt es auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene gute Umsetzungsbeispiele, wie z. B. die Kennzeichnung von umweltfreundlichen Produkten mit dem Umweltzeichen und regionale Entsiegelungsprojekte.
Wirtschaftliche Konsequenzen sorgen für Differenzierung
Betrachtet man die einzelnen Milieus genauer, zeigt sich trotz generell hoher Zustimmung ein differenzierteres Bild bei Maßnahmen, die mit wirtschaftlichen Belastungen verbunden sind. Dazu zählen etwa strengere ökologische Anforderungen an Produkte oder die Verteuerung klimaschädlicher Güter. In manchen Bevölkerungsgruppen ist zudem Skepsis gegenüber umweltpolitischen Maßnahmen erkennbar, verbunden mit Sorgen vor sozialen Nachteilen. Das verdeutlicht, wie entscheidend es ist, gesellschaftliche und wirtschaftliche Maßnahmen nachvollziehbar zu planen und zu kommunizieren und bei ihrer Ausgestaltung und Umsetzung auf soziale und wirtschaftliche Tragfähigkeit zu achten.
Ausblick
Im Laufe dieses Jahres folgen thematische Vertiefungen wie etwa zu den Themen Klimawandel und Kreislaufwirtschaft in Form von weiteren Kurzberichten. Der Mensch-Umwelt-Monitor des Umweltbundesamts wird zukünftig regelmäßig erhoben. Damit entsteht eine belastbare Datengrundlage, die es erlaubt, gesellschaftliche Trends und Veränderungen im Umweltbewusstsein Österreichs systematisch zu verfolgen.
Mehr Informationen auf: https://www.umweltbundesamt.at/news26-wie-umweltbewusst-ist-oesterreich
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Alice Thürr
Telefon: +436648430104
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