• 04.05.2026, 11:05:32
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Wien: Leitbild für neuen Klimapionier-Stadtteil RothNEUsiedl liegt vor

Stadtentwicklungskommission stellt Weichen für eines der größten neuen Stadtentwicklungsgebiete Wiens. Ein Drittel der Gesamtfläche wird Grünraum!

Wien (OTS) - 

Die Zukunft in RothNEUsiedl beginnt jetzt! Der künftige Stadtteil im 10. Wiener Gemeindebezirk wird auf 124 Hektar alle Stückerl spielen. Geplant sind 9.000 Wohnungen für 21.000 künftige Bewohner*innen (darunter wie immer 2/3 geförderter Wohnbau), 8.000 Arbeitsplätze, eine attraktive Öffi-Verbindung mit der U-Bahn-Verlängerung, neuer U1-Station und mit eigener neuer Speed-Buslinie, dem RothNEUsiedl-Express samt Unterführung unter der Donauländebahn. In rund 15 Minuten Fahrzeit ist man mit den Öffis von RothNEUsiedl in der Wiener City. Sharing-Angebote sowie eine hochwertige Anbindung an das Radwegenetz ergänzen das Mobilitätskonzept. Der Stadtteil selbst wird weitgehend autofrei sein. Über die Schnellstraße S1 ist RothNEUsiedl aber auch für den Individualverkehr direkt an das hochrangige Straßennetz angeschlossen. Zu dieser „Grundausstattung“ der Stadtentwicklung kommen noch Bildungseinrichtungen, Sport und Fun-Angebote und die Integration des historischen Zukunftshofes als Ort der Begegnung und Nachbarschaftszentrum.

Ein Drittel der Gesamtfläche sind Grün- und Erholungsraum

Das Areal wird als Klimapionierin entwickelt, was eine umfassende nachhaltige und sozial gerechte Planung bedeutet. Das umfasst mindestens 1/3 Grün- und Erholungsraum, Grünkorridore für Wildtiere, eine Stadtlandwirtschaft, die „Essbare Stadt“ mit den beliebten frei zugänglichen Obstbäumen und bestmöglichen Begrünungsmaßnahmen für ein angenehmes Mikroklima. Ökologische Innovationen wie die lokale Verwendung des Regenwassers, die weitgehend dezentrale und erneuerbare Energieversorgung oder die Wiederverwertung des Bodenaushubs machen RothNEUsiedl zur Vorreiterin im Umgang mit kostbaren Ressourcen. Zur sozial gerechten Planung gehört das Angebot von rund zwei Drittel der Wohnungen im geförderten Wohnbau. Gleichzeitig wird auf eine Mischung unterschiedlicher Wohnformen geachtet: für Familien, ältere Menschen oder gemeinschaftliche Wohnprojekte. Das stärkt die soziale Vielfalt im Stadtteil.

Highlight on top ist der „Grüne Ring“! Ein den Stadtteil umfassender Park im XXL-Format, mit 3 Kilometer Umfang, der DAS Erkennungsmerkmal von RothNEUsiedl sein wird und für maximale Lebensqualität sorgt. Insgesamt kommt allein der „Grüne Ring“ auf über 25 Hektar öffentliche Grünflächen.

“Der hohe Grünraum-Anteil war mir ein besonderes Anliegen. Wir schaffen in RothNEUsiedl insgesamt über 40 Hektar Grün- und Erholungsraum, das ist ein Drittel der Gesamtfläche. RothNEUsiedl ist aber auch ein Paradebeispiel dafür, wie komplex Stadtentwicklung ist. Unsere Planung ist präzise wie ein Schweizer Uhrwerk, bei dem ein Rädchen ins andere greift. Mit dem städtebaulichen Leitbild wird festgelegt, welche Qualitäten RothNEUsiedl künftig aufweisen soll, wo Gebäude, Grünflächen und Straßen, aber auch Schulen, Sportanlagen oder öffentliche Verkehrsmittel im neuen Stadtteil angeordnet sein werden“, so Wiens Planungsstadträtin Ulli Sima.

Die Entwicklung von RothNEUsiedl ist aber auch ein enormer wirtschaftlicher Faktor betont Finanzstadträtin Barbara Novak: „RothNEUsiedl ist ein lokaler Wirtschaftsmotor. Neben rund 8.000 Arbeitsplätzen im Gebiet entstehen bereits in der Bauphase starke wirtschaftliche Impulse für Wien und die Region. Im Vollbetrieb wird ein jährliches Bruttoregionalprodukt von rund 3,1 Milliarden Euro erwartet. Zusätzlich werden durch RothNEUsiedl weitere 8.000 Arbeitsplätze in der Umgebung geschaffen. Damit wird RothNEUsiedl zu einem Motor für die wirtschaftliche Entwicklung im Süden Wiens und für die ganze Stadt.“

„Rothneusiedl wird mehr als ein neuer Stadtteil. Es wird ein Ort, der Alltag kann. Ein Ort, an dem gewohnt, gearbeitet und gelebt wird – mit klimafitten Freiräumen, Stadtlandwirtschaft als Teil des täglichen Lebens und einem öffentlichen Raum, der Begegnung möglich macht. Mit Erdgeschoßen, die belebt sind. Mit einem Marktplatz, der verbindet. Mit einer Markthalle, die Versorgung und Atmosphäre schafft – und mit Raum für Unternehmen, die Perspektiven eröffnen. Und das alles auf einer klaren Grundlage: Klimaneutralität von Anfang an gedacht – durch Klimaschutz, Anpassung und Kreislaufwirtschaft über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Rothneusiedl zeigt damit, wie es gehen kann: Städtebau, der nicht nur funktioniert, sondern Zukunft baut“, sagt NEOS-Planungssprecherin Selma Arapović.

Grundlage für die Stadtentwicklung auf diesem Niveau bildet eine langfristige komplexe Planung: „RothNEUsiedl zeigt, wie Wien künftig wachsen kann: ein klimafitter Stadtteil, der urbane Quartiere mit großzügigen Grünräumen verbindet. Wohnen, Arbeiten, Bildung, Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie liegen nah beieinander und sind im Alltag gut zu Fuß erreichbar. Schritt für Schritt und nach Bedarf wachsen mit dem neuen Stadtteil auch Infrastruktur und öffentlicher Verkehr mit. RothNEUsiedl steht für kurze Wege, viel Grün und eine starke Öffi-Anbindung“, sagt Planungsdirektor Thomas Madreiter.

Stichwort Öffi-Anbindung, diese wird in Rothneusiedl effizient und ökonomisch geplant. „Der neue Stadtteil RothNEUsiedl wird konsequent auf aktive und nachhaltige Mobilität ausgerichtet sein, wobei öffentlicher Verkehr, Rad- und Fußverkehr im Zentrum stehen. Eine zentrale Rolle übernimmt dabei die U-Bahn-Anbindung, die parallel zur Entwicklung des Stadtteils geplant wird. Bereits in der ersten Phase der Besiedelung stellt zudem eine leistungsfähige Busverbindung eine rasche und zuverlässige Anbindung an das Öffi-Netz sicher“, erläutert Monika Unterholzner, stellvertretende Generaldirektorin der Wiener Stadtwerke.

Auch das Wohnungsangebot wird gemäß Wiener Tradition leistbar gestaltet. „Rund 65 Prozent der Flächen in Rothneusiedl befinden sich im Eigentum des wohnfonds_wien. Damit bleiben sie dauerhaft in öffentlicher Hand. Durch unsere konsequente Qualitätssicherung stellen wir zudem sicher, dass die hohen städtebaulichen, sozialen und ökologischen Planungsziele der Stadt im neuen Stadtteil auch realisiert werden“, sagt Gregor Puscher, Geschäftsführer des wohnfonds_wien.

Bürger*innen von Anfang an dabei!

RothNEUsiedl setzt auf Beteiligung. Das städtebauliche Leitbild wurde gemeinsam mit den Wiener*innen entwickelt. Die Bürger*innen waren von Beginn an eingeladen, ihre Ideen, Anregungen und Vorschläge einzubringen. Zusätzlich zu klassischen Beteiligungsformen wie Veranstaltungen oder Online-Befragungen wurde das „Zukunftsteam RothNEUsiedl“ als innovatives Format gegründet. Geloste Bürger*innen sowie Vertreter*innen aus Wissenschaft, Landwirtschaft, Zivilgesellschaft und Bürger*inneninitiativen bildeten das Zukunftsteam RothNEUsiedl. Als Schnittstelle zwischen Wiener*innen und Planer*innen brachte das Team Ideen und Anregungen in die Leitbildentwicklung ein. „Viele dieser Beiträge sind in das Leitbild sichtbar eingeflossen – etwa die Gestaltung von Grünräumen oder Übergängen zur bestehenden Nachbarschaft. Das Siegerprojekt Grüner Ring hat prozentuell auch den meisten Grünraum aller eingereichten Projekte. Zudem entstehen im ersten Teilabschnitt wichtige Infrastrukturvorhaben, die auch für die umliegende Bevölkerung wichtig sind, wie etwa die Unterführung der Bahnlände auf der Himberger Straße, der Bildungscampus, ein Gymnasium oder auch die Sport- und Funhalle“, sagt der Favoritner Bezirksvorsteher Marcus Franz.

Das Projekt ist aus einem internationalen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb hervorgegangen. Unter der Leitung des in Berlin und Wien ansässigen Büros O&O Baukunst wurde von einem interdisziplinären Team aus den Disziplinen Städtebau, Landschafts-, Verkehrs- und Energieplanung sowie Regenwasser- und Ressourcenmanagement gemeinsam mit den Fachexpert*innen des Wiener Magistrats ein städtebauliches Leitbild erarbeitet. Am 18.5.2026 wird dieses städtebauliche Konzept für den neuen Stadtteil der Wiener Stadtentwicklungskommission zur Beschlussfassung vorgelegt. Ab 2027 startet die Flächenwidmung und ab 2030 ist der Baubeginn der 1. Etappe geplant.

ROTHNEUSIEDL IM DETAIL

Grün- und Freiraum: Wo Stadt und Natur zusammenfinden

RothNEUsiedl wird ein ökologisches Multitalent – mit großen Grünräumen, nachhaltigen Konzepten und einer Planung, die Klimaschutz und Klimaanpassung von Anfang an zusammen denkt.

Die 40 Hektar Grünräume von den 124 Hektar Gesamtfläche sind gerecht verteilt, miteinander vernetzt und für alle gut erreichbar: Sie bieten Raum für Bewegung, Begegnung und Erholung und sorgen gleichzeitig für ein angenehmes Stadtklima – insbesondere an heißen Tagen. Auch der Erhalt der Windschutzstreifen ist dafür ein wichtiger Beitrag ein, so werden wertvolle Lebensräume für Wildtiere geschaffen.

Die kompakte Bauweise und das durchdachte Regenwassermanagement sorgen dafür, dass der Stadtteil auch auf zukünftige klimatische Herausforderungen wie Starkregenereignisse vorbereitet ist. Als sogenannte „Schwammstadt“ wird das Regenwasser im Gebiet aufgenommen, gespeichert und dann gezielt an die zahlreichen Grünflächen und Bäume weitergegeben. Das kühlt den Stadtteil. Umfangreiche Dachbegrünungen und ein möglichst geringer Versiegelungsgrad tragen zur Wasser-Speicherwirkung des Stadtteils bei.

Schon 2025 wurde mit ersten Arbeiten begonnen: 4000 m2 des Grünen Rings sind ausgestaltet worden – 111 Obstbäume wurden in einem Obstgarten entlang der Rosiwalgasse gepflanzt. RothNEUsiedl knüpft an die landwirtschaftliche Tradition des Standorts an und entwickelt sie weiter. Stadtlandwirtschaft, die „Essbare Stadt“ und der Zukunftshof als Ort der Begegnung und Produktion sind zentrale Elemente des neuen Stadtteils.

Ökologische Mobilität

In RothNEUsiedl hat die aktive Mobilität Vorrang. Öffis, Fußgänger*innen und Radfahrer*innen stehen an erster Stelle. Anstatt konventioneller Straßen sieht das Leitbild begrünte Gartenwege im Innenbereich vor, die zum Aufenthalt einladen und ein engmaschiges Fußwege- und Radnetz bilden. Die U-Bahn ist als zentrale Anbindung vorgesehen und wird mit der Entwicklung des Stadtteils umgesetzt. Jede zweite U1 wird bei der Station Alaudagasse „abbiegen“ und direkt das Stadtentwicklungsgebiet RothnNEUsiedl anfahren. Die Bewohner*innen sind dann innerhalb von rund 15 Minuten am Stephansplatz.

Bereits in der ersten Besiedelungsphase sorgt eine schnelle Busverbindung für eine gute Anbindung an die U1. Der RothNEUsiedl-Express bringt die ersten Bewohner*innen als Schnellverbindung zur U1-Station Alaudagasse bis die U-Bahn fertig gestellt ist. Autos parken am Rand des Quartiers in Hochgaragen, somit ist der Innenbereich weitgehend autofrei. Dort sind auch umfangreiche Sharing-Angebote und Mobility-Hubs untergebracht.

Die Errichtung der Unterführung Himberger Straße, Donauländebahn ist eine Voraussetzung für die Busführung. Eine 5-7 Minuten Taktung ähnlich wie bei der U-Bahn ist beim RothNEUsiedl-Express geplant.

Energieeffizienz und lokale Versorgung

RothNEUsiedl setzt auf eine effiziente und lokale Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien. Zentral dafür sind effiziente Gebäude, deren Errichtung und Betrieb konsequent auf Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft ausgerichtet sind. Innovative Bauweisen und Materialien tragen dazu bei, den Energieeinsatz und die CO₂-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus deutlich zu reduzieren. Zudem speichern kluge Energiesysteme überschüssige Energie oder Abwärme und nutzen diese für Heizen und Warmwasser.

Ein Stadtteil als soziale Wegbereiterin

Wohnen in RothNEUsiedl wird für alle zugänglich und leistbar sein. Zwei Drittel der insgesamt 9000 Wohnungen werden gemäß Wiener Tradition gefördert errichtet. Ob junge Singles in Ausbildung, Paare, Alleinerziehende, Großfamilien oder ältere Generationen – RothNEUsiedl hat für alle Ansprüche das passende (bauliche) Angebot. Die erste Entwicklungsphase startet im Norden des Gebiets mit rund 3.000 Wohnungen sowie Bildungsangeboten und Nahversorgung. Die ersten Bewohner*innen können voraussichtlich ab Mitte der 2030er-Jahre einziehen.

Damit das Zusammenleben gelingt, sieht das Leitbild soziale Infrastruktur, die ein gutes Miteinander und Austausch fördert, vor: Der Zukunftshof als lokales Zentrum, Quartiersplätze als identitätsstiftende Orte, konsumfreie Aufenthaltsbereiche und belebte Erdgeschosszonen mit Geschäften und Gastronomie sowie kulturelle Angebote sind der Schlüssel für einen lebendigen Stadtteil. 3 neue Schulen entstehen, im Norden wird eine Sport- und Funhalle errichtet.

Das Projekt im Überblick

  • 124 Hektar Gesamtfläche
  • Über 40 Hektar Grün- und Freiflächen
  • rund 9.000 Wohnungen für etwa 21.000 Menschen
  • zwei Drittel geförderte Wohnungen
  • rund 8.000 Arbeitsplätze
  • rund ein Drittel der Fläche als Grün- und Freiräume
  • Grüner Ring mit rund 3 km Länge und 25 Hektar Fläche
  • erste Entwicklungsphase mit rund 3.000 Wohnungen

Grafiken und Scribbles stehen unter folgendem Link zum Download bereit: https://rothneusiedl.wienwirdwow.at/service/

rk-Fotoservice: https://presse.wien.gv.at/

Rückfragen & Kontakt

Mediensprecherin Stadträtin Ulli Sima
Elisabeth Auer
Telefon: 0676/8118 81359
E-Mail: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK

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