- 04.05.2026, 08:15:32
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Initiative Denkmalschutz: Wiener Altstadtschutz mit zweierlei Maß? Die Unlogik von Schutzzonenwidmungen der Stadt Wien!
Klinik Ottakring: Obwohl eindeutig erhaltenswerte Gebäude bestehen, ist bei der geplanten Umwidmung keine Schutzzone vorgesehen!
Morgen, Dienstag, 5. Mai, tagt der Gemeinderatsausschuss für Stadtentwicklung. Auf der Tagesordnung steht die geplante Umwidmung eines großen Teilbereichs der Klinik Ottakring (ehemals Wilheminenspital; Plan Nr. 8377). In diesem Gremium wird der rechtsgültige Gemeinderatsbeschluss zur Umwidmung vorbereitet.
Klinik Ottakring: Ohne Schutzzonenwidmung ist die Stadt Wien der interessierten Öffentlichkeit eine Erklärung schuldig!
Obwohl die beiden Pavillons Nr. 53 und Nr. 63 sowohl im städtebaulichen Verfahren als auch im Umweltbericht als erhaltenswert eingestuft wurden, wird auf eine Schutzzonenausweisung verzichtet (beide Pavillons sind vom öffentlichen Raum (Montleartstraße) gut sichtbar, seit 2018 ist auch eine Schutzzonenwidmung von Einzelgebäuden möglich). Wie wird Wiens Politik Hauseigentümern in Hinkunft erklären, dass deren Haus als Schutzzone gewidmet wird, wenn die Stadt Wien für sich selbst (WiGev - Wiener Gesundheitsverbund) weniger strenge Maßstäbe setzt und der WiGev seine Erhaltungsabsicht quasi jederzeit widerrufen kann? Ein verheerendes Signal an alle privaten Eigentümer! Wo bleibt das so wichtige Rollenvorbild?
“Kulturelles Erbe": Umweltbericht mehr als mangelhaft!
Im Umweltbericht sind zwar die beiden Pavillons 53 und 63 sowie die beiden denkmalgeschützten Pavillons 47 und 64 (bei denen ebenso auf eine Schutzzone unerklärlicherweise verzichtet wird) im Kapitel “Sachwerte, kulturelles Erbe” angeführt, doch unterbleibt jegliche Erklärung, wieso andere historische Bauten offenbar nicht zum kulturellen Erbe zählen. Nicht nur der große, 1928-32 erbaute Pavillon 26 mit vielen weiteren kleineren historischen Pavillons soll dem Spitalsneubau zum Opfer fallen, sondern auch die 1935/36 erbaute Spitalskirche hl. Kamillus von Lellis. Deren Wandbild “Christus als Weltenrichter” steht sogar (weiterhin) unter Denkmalschutz(!), was im Kapitel “Kulturelles Erbe” glatt verschwiegen wird. Auch die denkmalgeschützte Madonnenfigur vor der (der Zerstörung preisgegebenen) Kirche wird im Umweltbericht weggelassen, während andere Objekte (eine Karl-Landsteiner-Gedenktafel und ein Kaiserdenkmal) sehr wohl erwähnt werden. Vermutlich kein Zufall!
Rückfragen & Kontakt
Initiative Denkmalschutz - Verein für den Schutz bedrohter
Kulturgüter, Markus Landerer, tel. 0699/1024 4216, Dr. Gerhard
Hertenberger, tel.: 0676/772 34 33, https://www.idms.at
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