- 01.05.2026, 08:00:33
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IV zum 1. Mai: Kein Wohlstand mit weniger Arbeit
Arbeitsvolumen stagniert trotz mehr Beschäftigten – mehr Leistung entscheidend für Wohlstand und Standort
Anlässlich des 1. Mai weist die Industriellenvereinigung (IV) auf eine zentrale Herausforderung für den Standort hin: Trotz eines deutlichen Anstiegs der Beschäftigung stagniert das Arbeitsvolumen seit Jahren. Laut Statistik Austria sind seit 2005 rund 750.000 zusätzliche Erwerbstätige am Arbeitsmarkt (+20 Prozent), die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden sind jedoch nur um 2,1 Prozent gestiegen. Angesichts eines erwarteten Rückgangs der Erwerbspersonen um rund 120.000 bis 2050 ist diese Entwicklung nicht tragfähig.
„Wenn trotz deutlich mehr Beschäftigten das Arbeitsvolumen kaum wächst, ist das ein klares Warnsignal. Mehr Arbeitsvolumen finanziert unseren Wohlstand – ohne zusätzliche Leistung wird sich unser Lebensstandard nicht halten lassen“, betont IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. „Wir laufen Gefahr, uns an steigende Beschäftigtenzahlen zu gewöhnen, während die tatsächliche Leistung stagniert. Das geht auf Dauer nicht gut.“
Die demografische Entwicklung verschärft die Situation zusätzlich: Die Bevölkerung wächst, gleichzeitig steigt die Zahl der über 65-Jährigen bis 2050 um rund 36 Prozent, während die Erwerbsbevölkerung zurückgeht. Damit müssen immer weniger Erwerbstätige für immer mehr Menschen aufkommen – der Druck auf Arbeitsmarkt und Sozialsysteme steigt spürbar. „Gerade jetzt braucht es gezielte Maßnahmen: Stärkere Anreize für mehr Arbeit und bessere Rahmenbedingungen – etwa den Ausbau der Kindebetreuung – für Vollzeitbeschäftigung“, so Neumayer. „Auch das Steuersystem muss so gestaltet werden, dass sich zusätzliche Arbeit wirklich auszahlt.“ Insbesondere die stark ausgeprägte Progression in der Einkommenssteuer hält viele Menschen davon ab, mehr zu arbeiten und mehr zu leisten.
Neben dem Arbeitsmarkt sieht die IV insbesondere Reformbedarf im Pensionssystem. Bereits heute gehen 82 Prozent der Neupensionistinnen und -pensionisten in Alterspension, weil sie die Voraussetzungen erfüllen – nicht aus gesundheitlichen Gründen.
„Das zeigt klar: Ausschlaggebend sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen, nicht die individuelle Situation. Wenn wir wollen, dass Menschen länger arbeiten, müssen wir diese Regeln anpassen“, so Neumayer. „Eine schrittweise Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters und Einschränkungen bei Frühpensionen sind unvermeidbar. Ein nachhaltiges System funktioniert nur, wenn wir die steigende Lebenserwartung auch im Erwerbsleben abbilden.“
Kritisch sieht die IV zudem widersprüchliche Anreize: Wenn Unternehmen ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer länger beschäftigen sollen, gleichzeitig aber zusätzliche Belastungen wie etwa im Zusammenhang mit dem FLAF entstehen, ist das nicht schlüssig.
„Wer längeres Arbeiten will, darf es nicht gleichzeitig verteuern. Wir brauchen konsistente Rahmenbedingungen statt zusätzlicher Belastungen“, so Neumayer. „Wohlstand fällt nicht vom Himmel – er muss erarbeitet werden. Wenn wir ihn sichern wollen, müssen wir das Arbeitsvolumen erhöhen und die richtigen Rahmenbedingungen dafür schaffen“, so Neumayer abschließend.
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