• 30.04.2026, 13:43:34
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„kulturMONTAG“: Udo Lindenbergs 80er, Österreichs Kulturschaffende im Prekariat, Grundeinkommen für Künstler:innen in Irland

Danach zum Muttertag: Dokumentation „Die Erfindung der guten Mutter“ – am 4. Mai, ab 22.30 Uhr, ORF 2 und ORF ON

Wien (OTS) - 

Peter Schneeberger präsentiert den „kulturMONTAG“ am 4. Mai 2026 um 22.30 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON, der u. a. anlässlich des 80. Geburtstags von Musikerlegende Udo Lindenberg auf dessen beispiellose Karriere sowie diverse Würdigungen und neue Projekte blickt. Weiters befasst sich die Sendung mit der herausfordernden Situation für Kulturschaffende in Österreich, die sich durch das neue Zuverdienstverbot für AMS-Geld-Bezieher:innen vor allem in dieser Branche verschärft hat. Weiters ist das im Gegensatz dazu stehende neue Grundeinkommen für Künstler:innen in Irland Thema.

Anschließend an das Magazin steht anlässlich des Muttertags die Dokumentation „Die Erfindung der guten Mutter“ (23.15 Uhr) auf dem Programm, die in die Kulturhistorie des Mutterseins eintaucht.

80 Jahre Udo Lindenberg – Ein Rückblick

„Ich bin Abenteurer, bis es mich wegreißt und ich auf der Bühne sterbe“, so beurteilte „Panikrocker“ Udo Lindenberg einmal seine nicht enden wollende Leidenschaft für die Musik. Im Mai wird der konventionslose Musiker, der so charmant wie erfolgreich auf alle Regeln pfeift, 80. Schon jetzt wird dieses Jubiläum mit Ausstellungen, einem neuen Album und einer Lexikon-Biografie gewürdigt. Verfasst hat letztere einer seiner größten Fans, sein Freund Benjamin von Stuckrad-Barre, unter dem Titel „Udo Fröhliche“. Seit seiner Kindheit ist der Pop-Literat gefangen vom „Udo-Kosmos“, seit mittlerweile 25 Jahren sind die beiden befreundet. Lindenberg, der eine ausgeprägte Vorliebe für Spitznamen hat, nennt seinen Freund „Stuckiman“, den Namen führt dieser mittlerweile sogar als Künstlernamen in seinem Pass an. Schon vor zehn Jahren hat „Stuckiman“ seinem Idol eine Biografie geschenkt, der er nun einen Neuanstrich verpasst hat. Es ist eine Art Udo-Lexikon geworden – von A wie Alkohol bis Z wie Zigarre. Stuckrad-Barre spart darin nicht mit Anekdoten. Der „kulturMONTAG“ taucht gemeinsam mit dem Autor ein in das unvergleichliche „Udo-Versum“.

Kein Lichtblick – Die prekäre Situation für Österreichs Kulturschaffende

Seit vier Monaten ist der Zuverdienst bei dem Bezug von AMS-Geldern verboten. Frauen, Alleinerziehende, Künstler:innen sowie Kultur- und Medienarbeiter:innen, deren Erwerbsrealität von unregelmäßigen und geringfügigen Tätigkeiten geprägt ist, sind davon besonders stark betroffen. Auch wenn AMS-Chef Johannes Kopf jüngst eine positive Zwischenbilanz gezogen hat, hat sich die aktuelle Regelung für die ohnehin prekäre Situation von Kulturschaffenden drastisch verschärft. „Anstatt die soziale Absicherung in Kunst- und Kulturberufen zu verbessern – wie im Regierungsprogramm angekündigt – wird sie faktisch untergraben“, warnen der Kulturrat Österreich und die IG Autorinnen Autoren. 1.500 Kulturschaffende und mehr als 160 Kulturinstitutionen fordern in einem offenen Brief „das Zuverdienstverbot muss weg“. Laut der jüngsten großen Studie zur sozialen Lage dieser Berufszweige galten mehr als 30 Prozent der Kulturschaffenden als armutsgefährdet – im Vergleich zu 14 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die Abschaffung der Zuverdienstmöglichkeit trifft etwa Beleuchter:innen, Schauspieler:innen oder Maskenbilderinnen und Maskenbildner hart. Schließlich sei das Zubrot aufgrund der atypischen Beschäftigung für viele im Kulturbereich tätige Menschen die einzige Möglichkeit, finanziell über die Runden zu kommen. Wird somit der eigentliche Beruf zum Hobby, wenn Brotberufe zum Überleben notwendig sind? Welche kurzfristigen und langfristigen Auswirkungen hat das auf die Branche? Der „kulturMONTAG“ hat nachgefragt. Live im Studio begrüßt Peter Schneeberger zum Thema Schauspielerin, Musikerin und Synchronsprecherin Pippa Galli, mit der er die Schwierigkeiten und Herausforderungen einer ganzen Branche analysiert.

Ein Lichtblick –Grundeinkommen für irische Kulturschaffende

Jede Woche 325 Euro vom Staat, bis zu drei Jahre lang: Irland ist in der Zielgeraden, um die Situation für Kulturschaffende zu revolutionieren, und will dazu das Grundeinkommen für Künstler:innen etablieren. Nach einer Testphase des Pilotprojekts, das im Jahr 2020 aufgrund der Pandemie initiiert wurde, stellte sich heraus, dass sich die Millionen, die dafür investiert wurden, wieder amortisieren. Laut einer Kosten-Nutzen-Rechnung der irischen Regierung hat das Programm durch höhere Ausgaben im Kunstbereich, Produktivitätssteigerungen und eine geringere Abhängigkeit von anderen Sozialleistungen mehr als seine Nettokosten von 72 Millionen Euro wieder hereingeholt. Kulturminister Patrick O’Donovan sagte kürzlich bei der Vorstellung des Programms in Dublin, dass es sich um das weltweit erste seiner Art handele. „Es ist ein gigantischer Schritt nach vorn, den andere Länder nicht unternehmen“. In Irland Realität, in Österreich eine Provokation? Der „kulturMONTAG“ hat sich auf der grünen Insel auf Lokalaugenschein begeben.

Dokumentation „Die Erfindung der guten Mutter“ (23.15 Uhr)

Die liebevolle, fürsorgliche Mutter, die immer für ihre Kinder da ist, den Haushalt managt, gleichzeitig zum Einkommen beiträgt und dabei Ehemann, Freunde und sich selbst nicht vernachlässigt – das ist die Super-Mama unserer Tage. Doch: Welchen Stellenwert hatte Mutter-Sein in anderen Epochen? Gibt es den vielbeschworenen Mutterinstinkt? Woher kommen die Zuschreibungen und wer entscheidet, wie eine gute Mutter zu sein hat? Um diese Fragen zu beantworten, begibt sich Regisseurin Marion Priglinger in ihrem Film auf die Spuren der zahlreichen Mythen, die sich um das Bild der Mutter ranken: von der Muttergöttin in der Altsteinzeit und dem Marienkult im Mittelalter über die Entdeckung der Mutterliebe und der Mutterschaft als weibliche Berufung im 18. Jahrhundert bis hin zur heutigen Working Mom. Zahlreiche Bilder und Gemälde, kunsthistorische Schätze, Fotografien und Filmausschnitte veranschaulichen die vielfältigen Mutterbilder und ihre Überhöhungen. Wissenschafter:innen sowie Expertinnen und Experten unterschiedlichster Fachrichtungen kratzen schonungslos am Mythos der Mütterlichkeit. „Die gute Mutter ist für mich so selten wie Mozart“, resümiert die französische Philosophin und Autorin Elisabeth Badinter, „und die Vorstellung der perfekten Mutter ist völlig erfunden“. Erfrischend unbefangen und mit einer Prise Humor durchstreift die Doku die Kulturgeschichte der Mutterschaft auf der Suche nach der wahren, wohl letztlich undefinierbaren „guten“ Mutter.

Apropos Muttertag:

Auch heuer zeigt der ORF Harald Sicheritz’ längst zum alljährlichen TV-Highlight gewordene bitterböse Kultkomödie „Muttertag“ (Sonntag, 10. Mai, 20.15 Uhr, ORF 1) über ein groteskes Muttertagswochenende im Leben der skurrilen Familie Neugebauer, basierend auf dem gleichnamigen Stück der legendären Kabarettgruppe Schlabarett – mit den Schlabarettisten Alfred Dorfer, Roland Düringer, Reinhard Nowak, Eva Billisich und Andrea Händler in Mehrfachrollen.

ORF III bringt am Muttertag drei themenaffine österreichische Filmproduktionen zum Wiedersehen: „Lieselotte“ (15.30 Uhr), „Muttis Liebling“ (17.00 Uhr) und „Seine Mutter und ich“ (18.35 Uhr).

Ö1 widmet dem Anlass bereits am Vormittag eine Ausgabe der Reihe „Gedanken“ mit dem Titel „Was sind Mütter wert?“ (9.05 Uhr): Darin spricht die fünffache Mutter Daniela Schiller über den wahrscheinlich selbstverständlichsten Nicht-Beruf. Die vielen Qualitäten und Leistungen von Müttern sollen anerkannt und benannt werden, fordert sie. Denn welche gesellschaftlichen Folgen hat die Geringschätzung mütterlicher Qualitäten in unserem System?

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