• 30.04.2026, 08:00:44
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ESC 2026: Erstmals gemeinsame CO2-Bilanz und Nachhaltigkeitsbericht von Host Broadcaster und Gastgeberstadt

Wien (OTS) - 

Der Eurovision Song Contest 2026 wird nicht nur musikalisch Maßstäbe setzen. Der ORF als Host Broadcaster und die Stadt Wien als Gastgeberstadt gehen beim Thema Nachhaltigkeit Hand in Hand und erstellen gemeinsam eine wissenschaftlich fundierte und methodisch standardisierte Berechnung des Carbon Footprints sowie einen umfassenden Nachhaltigkeitsbericht. Diese Analyse, die nach dem Sommer veröffentlicht wird, dokumentiert alle gesetzten Maßnahmen, stellt die Ergebnisse der CO2-Bilanz transparent dar und formuliert konkrete Empfehlungen für zukünftige Austragungen des Eurovision Song Contest.

Gemeinsame Verantwortung

Kernstück der Kooperation ist eine transparente Erhebung des Carbon Footprints. Dabei wird differenziert nach Verantwortungsbereichen. Emissionen aus dem Veranstaltungsbetrieb werden ebenso erfasst wie jene, die durch TV-Übertragung und Streaming entstehen. Was zählt, ist die gemeinsame methodische Basis: Beide Partner folgen einem wissenschaftsbasierten Ansatz bei der Datenerhebung, -validierung und -auswertung. Ziel ist ein konsistentes und nachvollziehbares Gesamtbild der Klimaauswirkungen.

Wissenschaftliche Begleitung

Die Berechnung des Carbon Footprints erfolgt unter der fachlichen Leitung von Catharina Ahmadi. Unterstützt wird sie von einem Team von Expertinnen und Experten rund um Werner Frühwirth, Lehrender an der FH Wien. Bereits im April fand ein breit angelegter Stakeholder-Roundtable statt, bei dem zentrale Datenlieferanten eingebunden wurden – darunter ASFINAG, ÖBB, Wiener Linien, die Wiener Stadthalle, A1 Telekom Austria sowie der Flughafen Wien. Ziel war es, relevante Datenquellen zu identifizieren, zusammenzuführen und eine belastbare Grundlage für die Bilanzierung zu schaffen.

„Wir nehmen unsere Verantwortung im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit sehr ernst und wollen deshalb auch die Emissionen transparent machen. Eine enge Kooperation ist wichtig, denn eine professionelle Umsetzung funktioniert nur, wenn alle relevanten Akteure an einem Strang ziehen. Wir stehen zu den Ergebnissen, egal wie sie ausfallen. Es ist uns auch wichtig, unsere Bilanz und Erkenntnisse weiterzugeben – damit die EBU-Familie daraus lernen kann“, so Michael Krön, Executive Producer des ESC.

Vielzahl an Maßnahmen zur CO2-Reduktion

Nachdem der ORF beim Eurovision Song Contest 2015 bereits Maßstäbe gesetzt hat, strebt er für die TV-Produktion in der Wiener Stadthalle diesmal gleich zwei Österreichische Umweltzeichen an: „Green Event“ und „Green Producing“. Dem ORF ist dabei klar: Eine Großveranstaltung dieser Dimension hinterlässt einen ökologischen Fußabdruck. Ziel ist es, ihn so gering wie möglich zu halten – durch eine Vielzahl von Maßnahmen, von klimafreundlicher Anreise über effiziente LED-Technik bis zur Müllreduktion. So werden etwa Banner und Transparente nicht entsorgt, sondern durch Upcycling-Projekte in hochwertige Designprodukte verwandelt. „Unvermeidbare Emissionen werden zu einem großen Teil kompensiert. Zur Kompensation werden 10.000 Tonnen CO2 mit Zertifikaten aus internationalen Klimaschutzprojekten durch das österreichische Start-up Econetix zur Verfügung gestellt“, sagt Anita Malli, Leiterin Umwelt und Nachhaltigkeit im ORF.

Stadt Wien als starker Partner

Die Stadt Wien bringt als Gastgeberstadt umfangreiche Erfahrung und etablierte Systeme in zentralen Bereichen wie Abfallwirtschaft, nachhaltige Mobilität und Energieversorgung ein. Diese langjährige Expertise bildet eine wesentliche Grundlage für die Umsetzung ambitionierter Nachhaltigkeitsmaßnahmen im Rahmen des Eurovision Song Contest. Auch werden die Side-Events der Stadt Wien im Eurovision Village auf dem Rathausplatz als ÖkoEvents ausgerichtet.

„Gemeinsamkeit und gegenseitiger Respekt sind Kernbotschaften des Eurovision Song Contest“, betont Wiens Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky. „Genau das gilt für uns auch im Hinblick auf den Respekt gegenüber der Natur und das gemeinsame Vorgehen für Klima- und Umweltschutz! Deshalb ist es für uns als Stadt Wien besonders wichtig und eine große Freude, wenn es gelingt, gemeinsam mit dem ORF möglichst umfassende Maßnahmen für ein nachhaltig gestaltetes Großevent zu setzen. Genau das wird der gemeinsam erstellte Nachhaltigkeitsbericht dokumentieren. Bereits der Eurovision Song Contest 2015 hat bewiesen, dass es möglich ist, eine derartige Großveranstaltung möglichst nachhaltig als Green Event und ÖkoEvent durchzuführen – und das war ein wichtiges Vorbild für viele andere Öko-Groß-Events in Wien“, so der Klimastadtrat.

Die Aktivitäten im Bereich Nachhaltigkeit und damit verbundene Fragestellungen, insbesondere hinsichtlich der von der Stadt Wien ausgerichteten Side-Events, werden von Umweltmediziner Hans-Peter Hutter fachlich begleitet und in einem Nachhaltigkeitsbericht transparent dokumentiert. „Gerade Großveranstaltungen wie dem Eurovision Song Contest kommt eine besondere Verantwortung zu: Sie sind nicht nur kulturelle Highlights, sondern auch Best-Practice-Beispiele für zukunftsgerichtetes Handeln. Jede Reduktion von Emissionen, jeder bewusste Umgang mit Ressourcen sendet ein Signal – ‚wie es gehen kann‘. Ein konsequent und ehrlich nachhaltig gestalteter ESC ist daher weit mehr als reine Symbolik: Er ist ein notwendiger Beitrag, dass nicht nur über Klimaschutz geredet wird, sondern auch entsprechend gehandelt wird“, unterstreicht Hutter.

Nachhaltigkeit als Lernprozess

Großveranstaltungen wie der Eurovision Song Contest gewinnen europaweit weiter an Bedeutung und Reichweite. Gleichzeitig ist echte Nachhaltigkeit in diesem Kontext mit besonderen Herausforderungen verbunden – insbesondere, weil ein wesentlicher Teil der Emissionen durch die An- und Abreise von Besucher:innen, Delegationen und Produktionsteams entsteht und nur begrenzt direkt steuerbar ist. Vor diesem Hintergrund liegt der Fokus nicht allein auf einzelnen Maßnahmen, sondern auf der kontinuierlichen Verbesserung von Prozessen sowie auf einem systematischen Lernen aus bestehenden Projekten und Erfahrungen. Ein zentrales Anliegen ist es daher, neben Erfolgen, auch offen über bestehende Herausforderungen zu sprechen, um daraus konkrete Handlungsempfehlungen für zukünftige Veranstaltungen abzuleiten und einen transparenten Beitrag zur Weiterentwicklung nachhaltiger Eventformate zu leisten.

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