• 29.04.2026, 11:15:03
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Von einem starken Jubiläumsjahr in die Zukunft: Wien startet Forschungsplattform zu Strauss und Unterhaltungsmusik des 19. Jahrhunderts

„Johann Strauss 2025 Wien“ erreichte rund 400.000 Besucher*innen. Mit der neuen Plattform führt die Stadt nun Forschung, künstlerische Expertise und Quellenarbeit zusammen.

Wien (OTS) - 

Bürgermeister Michael Ludwig, Kultur- und Wissenschaftsstadträtin Veronica Kaup-Hasler und Vertreter*innen der beteiligten wissenschaftlichen Einrichtungen stellten die neue Wiener Forschungsplattform zu Strauss und Unterhaltungsmusik des 19. Jahrhunderts vor. Mit dieser Initiative überführt die Stadt Wien die Impulse des erfolgreichen Jubiläumsjahres Johann Strauss 2025 Wien in eine dauerhafte wissenschaftliche Struktur. Zuvor zogen Bürgermeister, Stadträtin und Intendant Roland Geyer Bilanz über das Festjahr und präsentierten die Abschlusspublikation.

Stadt Wien startet Wiener Forschungsplattform

Mit der neuen Forschungsplattform führt die Stadt Wien Forschung, künstlerische Expertise und Quellenarbeit zusammen. Gemeinsam mit der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK), der Universität Wien, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und dem Wiener Institut für Strauss-Forschung schafft sie eine kooperative Struktur für Forschung, Nachwuchsförderung und etabliert die Stadt als internationalen Standort für Strauss-Forschung. Die Wienbibliothek im Rathaus ist als Quellenpartnerin eingebunden, die mit dem weltweit größten Strauss-Archiv eine maßgebliche Grundlage für die Forschung bietet. Ziel ist es, Wiens einzigartiges Erbe rund um Strauss sowie die Wiener Operetten-, Tanz- und Unterhaltungsmusik des 19. Jahrhunderts wissenschaftlich zu erschließen und dieses Themenfeld für eine neue Generation von Wissenschaftler*innen zu öffnen. Damit stärkt die Stadt Wien das Hochschulabkommen und ihren Anspruch, Musik, Kultur und Wissenschaft strategisch zusammenzuführen.

Bürgermeister Michael Ludwig

„Wien ist ein Ort, an dem Kunst, Kultur und Wissenschaft seit jeher eng miteinander verbunden sind. Genau daran knüpfen wir an. Mit Johann Strauss 2025 Wien hat die Stadt ihr musikalisches Erbe in die Gegenwart geholt, mit der neuen Forschungsplattform setzen wir diesen Weg fort. Auf das Hochschulabkommen aufbauend schaffen wir eine Struktur, in der Musik und Wissenschaft gemeinsam Zukunft entwickeln. So stärken wir Wien als Musikhauptstadt, Kulturstadt und Wissenschaftsstandort.“

Stadträtin Veronica Kaup-Hasler

„Wien ist nicht nur Kulturhauptstadt, sondern auch Musikhauptstadt – Musik gehört zur DNA Wiens. Deshalb fördert die Stadt Wien eine vielfältige Musiklandschaft auf höchstem Niveau und schafft zugleich Zugänge für junge Menschen. Wir arbeiten daran, die nächste Generation für Musik zu begeistern: im eigenen Musizieren, im Hören und in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung. Dass die Stadt Wien jetzt eine interdisziplinäre Forschungsplattform startet, die – ausgehend von der Strauss-Dynastie – die Unterhaltungsmusik des 19. Jahrhunderts weiterdenkt, ist ein wichtiger, konsequenter Schritt.“

Ein starkes Festjahr als Grundlage

Das von der Stadt Wien initiierte und ermöglichte Jubiläumsjahr „Johann Strauss 2025 Wien“ hat den Künstler und sein Oeuvre in der gesamten Stadt neu verankert und ein breites Publikum erreicht. Rund 400.000 Besucher*innen, 404 Aufführungen, 80 Projekte und Spielorte in allen 23 Bezirken zeigen die Reichweite des Festjahres. Frei zugängliche Angebote im öffentlichen Raum und hochkarätige Produktionen in Wiener Kulturinstitutionen machten das musikalische Erbe der Stadt als lebendige Gegenwart erfahrbar.
Zugleich war das Festjahr ein deutlicher kulturpolitischer Impuls für die Wiener Kunst- und Kulturlandschaft: Die Stadt Wien hat damit Produktionen, Kooperationen und neue künstlerische Vorhaben ermöglicht und so Kulturinstitutionen, Freie Szene, Kollektive und Künstler*innen gestärkt. So wurde das Jubiläumsjahr nicht nur zu einem kulturellen Ereignis für das Publikum, sondern auch zu einem Motor für künstlerische Arbeit in der Stadt.

Roland Geyer, Intendant von Johann Strauss 2025 Wien

„Die Stadt Wien hat mit diesem Festjahr den Rahmen geschaffen, in dem Johann Strauss neu gehört, neu gespielt und neu befragt werden konnte. Meine künstlerische Ambition war, Strauss in die Gegenwart zu holen und vielen Menschen neue Aspekte der Wiener Musik zu eröffnen. Das Buch gibt „EinBlick“ in den Erfolg und das große Interesse an Wiens einzigartigem Kulturgut.“

Publikationen

Mit „200 J. Johann Strauss 2025 Wien EinBlick“ wird das Jubiläumsjahr umfassend dokumentiert. Die Publikation macht die inhaltliche Vielfalt und die Qualität des Programms sichtbar und ordnet die Gesamtheit der Projekte ein.
Der bereits während des Jubiläumsjahres erschienene Band „Strauss-Topographien: Klang | Raum | Wien“ versammelt die Beiträge aus der interdisziplinären Ringvorlesung und verbindet damit das Festjahr mit der neuen Wiener Forschungsplattform.

Schrittweiser Aufbau der Forschungsplattform ab 2026

Ab Herbst 2026 startet die Plattform zunächst mit vier explorativen Forschungsstipendien mit einer Laufzeit von sechs bis zwölf Monaten und einer Dotierung von jeweils 20.000 Euro. Damit werden erste inhaltliche Schwerpunkte gesetzt und neue Perspektiven für die wissenschaftliche Auseinandersetzung eröffnet. Zugleich schafft die Stadt Wien damit gezielte Chancen für den wissenschaftlichen Nachwuchs und stärkt die Zusammenarbeit der beteiligten Einrichtungen. Ab Herbst 2027 soll eine gemeinsame Forschungsgruppe folgen. Sie soll die Plattform dauerhaft verankern, gemeinsame Forschungsprojekte vorantreiben und die Sichtbarkeit des Forschungsstandorts weiter erhöhen. So entsteht schrittweise eine dauerhafte Struktur für Strauss- und Unterhaltungsmusikforschung in Wien.

Ulrike Sych, Rektorin der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Andreas Mailath-Pokorny, Rektor der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK)
Sebastian Schütze, Rektor der Universität Wien
Heinz Faßmann, Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW)

„Als beteiligte Institutionen freuen wir uns über das kooperative Vorhaben der Wiener Forschungsplattform zu Strauss und Unterhaltungsmusik des 19. Jahrhunderts, das unterschiedliche institutionelle Perspektiven, künstlerische Praxis und wissenschaftliche Expertise interdisziplinär zusammenführt. Das Strauss-Jahr 2025 hat gezeigt, wie vielfältig und fruchtbar die künstlerische, wissenschaftliche und performative Beschäftigung mit Leben und Werk von Johann Strauss Sohn im Kontext aktueller Fragestellungen, Themen und Diskurse ist.
Der Blick auf Ästhetiken, Strukturen und Medien des Populärkulturellen an der Schwelle zur Moderne erlaubt nicht nur wertvolle Aufschlüsse zu Wechselwirkungen zwischen Sozial- und Musikgeschichte. Er kann auch dazu beitragen, die Rolle Wiens als zentrale Kultur- und Musikmetropole innerhalb der vielsprachigen und multiethnischen Habsburgermonarchie differenziert zu beleuchten. Dabei können Fragen von Repräsentation und kulturellen Machtverhältnissen ebenso in den Blick genommen werden wie Johann Strauss’ exzeptionelles Talent zum Selbstmarketing und sein Image als Medienfigur.
Wir begrüßen diese gemeinschaftlich konzipierte interuniversitäre Kooperation (mdw, MUK, Universität Wien) in Zusammenarbeit mit Wienbibliothek sowie mit dem Wiener Institut für Strauss-Forschung (WISF), die die Expertisen der einzelnen Institutionen interdisziplinär verbindet. Schon jetzt sehen wir mit Neugier den Fragestellungen entgegen, die Forscher*innen aus den beteiligten Institutionen an diese Thematik herantragen werden.“

Eduard Strauss, Präsident des Wiener Institut für Strauss-Forschung

„Das Wiener Institut für Strauss-Forschung begrüßt, dass sich so gewichtige Institutionen der Strauss- und Unterhaltungsmusik des 19. Jahrhunderts, diesem für Wien und darüber hinaus so bedeutenden Forschungsfeld widmen und es wissenschaftlich erschließen. Wir freuen uns auf die künftige Zusammenarbeit mit diesen renommierten Partner*innen sowie auf die inspirierenden und spannenden Projekte der jungen Generation.“

Schluss

Mit der neuen Forschungsplattform führt die Stadt Wien den Weg fort, den sie mit Johann Strauss 2025 Wien eingeschlagen hat: Sie macht ihr musikalisches Erbe nicht nur sichtbar, sondern entwickelt es aus Kultur, Wissenschaft und institutioneller Zusammenarbeit weiter.

Rückfragen & Kontakt

Mario Dujakovic
Mediensprecher Bürgermeister Michael Ludwig
Telefon: +43 1 4000 81859
Mail: [email protected]

Isabella Cseri
Mediensprecherin StRin Veronica Kaup-Hasler
Telefon: +43 1 4000 81169
Mail: [email protected]

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