• 29.04.2026, 09:23:32
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Wo bleibt die Kindergrundsicherung?

Volkshilfe Direktor Fenninger zu EU-SILC Zahlen: 411.000 Kinder 2025 von Armut oder Ausgrenzung gefährdet sind ein Skandal

Wien (OTS) - 

„411.000 Kinder und Jugendliche sind armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Das ist jedes 4. Kind. 81.000 Kinder mehr lebten 2025 unter der Armutsgefährdungsschwelle. Das sind 81.000 Kinder mehr, die den finanziellen Druck spüren, der die Eltern belastet. 81.000 Kinder mehr, die vielleicht nicht wissen, ob sich die Sprachwoche wirklich ausgeht. Kinderarmut ist ein Skandal, Kinderarmut widerspricht den Kinderrechten und alle in der Politik sind nun angehalten, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um Kinderarmut in Österreich zu bekämpfen”, reagiert Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich, auf die vor kurzem veröffentlichten Zahlen der Statistik Austria zu Einkommen, Armut und Lebensbedingungen in Österreich (kurz EU SILC). „Dieser massive Anstieg um 27,5 Prozent bei der Armutsgefährdung von Kindern zeigt: Kinderarmut wird in Österreich nur verwaltet. Das spart uns langfristig aber kein Geld, sondern führt zu Folgekosten in Milliardenhöhe, wie die Berechnungen der OECD zeigen“, kritisiert Fenninger.

1,7 Millionen Personen in Österreich waren im Jahr 2025 armuts- oder ausgrenzungsgefährdet

Angestiegen ist auch die Zahl der armuts- oder ausgrenzungsgefährdeten Personen in der Gesamtbevölkerung. Das entspricht 18,8 Prozent der Bevölkerung. „Wichtig zu wissen ist, dass die EU SILC Daten zum Teil mit den Einkommensdaten aus dem Jahr 2024 arbeiten – hier sind die Löhne stark gestiegen, die Haushaltseinkommen der unteren Haushalte stieg jedoch nicht in gleichem Ausmaß. Kurz um: Österreich ist im Jahr 2025 noch ungleicher geworden”, so Fenninger weiter. Erwerbsarbeit schützt nicht alle Menschen vor Armut – die Zahl der Working Poor ist ebenfalls angestiegen.

Volkshilfe unterschreicht Forderung nach Kindergrundsicherung und warnt von falschen Budget-Prioritäten

Ungeduldig zeigt sich die Volkshilfe hinsichtlich der Kindergrundsicherung – insbesondere nach massiven Anstieg der Armutsgefährdung bei Kindern und Jugendlichen. Die Bundesregierung hat sich im Regierungsprogramm vorgenommen, Kinderarmut zu halbieren. „Vom Ziel, Kinderarmut zu halbieren, ist die Regierung weit entfernt und diese Herausforderung wird immer größer. Wo bleibt also die Kindergrundsicherung?” Man unterstütze die Sozialministerin in ihrem Vorhaben, die Kinder aus der Sozialhilfe zu nehmen und die Kinderkosten über Infrastruktur und Sachleistungen für alle Familien zu senken. „Anstatt Geringverdiener*innen und Familien mit geringem Einkommen durch die angekündigten Budgetmaßnahmen zu belasten, braucht es echte Kindergrundsicherung. Sie ist der einzige Weg, Kinderarmut rasch zu halbieren. In budgetär angespannten Zeiten könnte man etwa beim Familienbonus ansetzen und ihn dort zum Einsatz bringen, wo er dringend benötigt wird”, so Fenninger abschließend.

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Volkshilfe Österreich
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