- 22.04.2026, 15:30:35
- /
- OTS0187
Wiener Secession & Neuroth, Spektral Graz und Mondscheinkino Eggenburg mit Österreichischen Kulturfundraising-Awards 2026 ausgezeichnet
Fundraising Verband Austria vergab am 23. April zum fünften Mal Awards für herausragendes Fundraising im Kultursektor.
Politische Debatten über Budgetkonsolidierung und Kürzungen öffentlicher Mittel verändern derzeit die Rahmenbedingungen für viele Kultureinrichtungen. Vor diesem Hintergrund steigt der Finanzierungsbedarf. Für 83% aller Kulturbetriebe in Österreich sind private Mittel bereits unverzichtbar, neben öffentlichen Subventionen. Umso bedeutender sind beispielgebende Fundraising-Kampagnen aus der Kultur, die es schaffen, privates Engagement anzuregen. Am 23. April holte der Fundraising Verband Austria (FVA) die bemerkenswertesten Spendenaktivitäten der Kulturszene vor den Vorhang und vergab zum fünften Mal die Kulturfundraising-Awards in der Diplomatischen Akademie Wien. Die Preise in drei Kategorien gingen an die Wiener Secession & Neuroth, das Spektral Graz und das Mondscheinkino Eggenburg.
Auch heuer hat der Fundraising Verband Austria – Dachverband der Spendenorganisationen – die erfolgreichsten und innovativsten Fundraising-Kampagnen aus Kunst und Kultur gesucht. „Die Bereitschaft der Bevölkerung, für die Zukunft von Kunst und Kultur zu spenden, ist in Österreich groß – mit der Ausweitung der steuerlichen Absetzbarkeit auf Kulturspenden wurde 2024 eine wichtige Maßnahme gesetzt, um dieses Engagement weiter anzuregen“
, betont Ruth Williams, Geschäftsführerin des Fundraising Verband Austria. „Umso wichtiger sind kreative Initiativen, die sichtbar machen, wie sich privates Engagement für Kunst und Kultur mobilisieren lässt.“
Neben klassischen Sponsoring-Partnerschaften setzen erfolgreiche Kulturbetriebe heute auf eine methodisch breite Palette an Fundraising-Instrumenten, wie zum Beispiel Fördermitgliedschaften und Freundeskreise, Benefizveranstaltungen, Direct Mailings, Crowdfunding sowie Kooperationen mit Philanthrop:innen, Stiftungen und Unternehmen.
Preisträger:innen 2026 im Überblick:
Kategorie „Beste Fundraising Aktion“ – Spektral Graz
Das Spektral begeistert seit über 20 Jahren als feste, nicht-kommerzielle Infrastruktur für Kultur, Kunst und zivilgesellschaftliches Engagement in Graz. Im Zuge des Projekts „Spektral freikaufen – Freiraum sichern“ hat der Verein ein Kulturgebäude erworben – vollständig finanziert über Direktkredite von 119 Privatpersonen, ohne Bank oder klassische Fördermittel. Der besondere Fundraising-Ansatz lag in der Übertragung des habiTAT-Modells (solidarisches Finanzierungs- und Eigentumsmodell) vom Wohn- auf den Kulturbereich. Der Erfolg basiert auf struktureller Kreativität, transparenter Kommunikation und starker Community-Einbindung. Die Rückzahlungen sind durch Mieteinnahmen gesichert, das Modell ist skalierbar und dient als Vorbild für andere Initiativen.„Wir freuen uns riesig über die Auszeichnung mit dem Kulturfundraising Award! Dass wir unseren Freiraum dauerhaft absichern konnten, verdanken wir vor allem der enormen Solidarität unserer Community und der Innovationskraft des habiTAT-Modells. Dieser Preis beweist eindrucksvoll, dass alternative, durch solidarische Direktkredite getragene Kulturfinanzierung in der Praxis funktioniert und kollektive Raumaneignung möglich ist“
, so Sebastian Waach aus dem Spektral-Team.
Kategorie „Bestes Sponsoring / beste Partnerschaft“ – Wiener Secession & Neuroth
Jeden ersten Mittwoch im Monat öffnet die Wiener Secession ihre Türen kostenlos – ohne Voranmeldung, ohne Freiticket, ohne Hürden. Ermöglicht wird dies durch das finanzielle Engagement des Hörakustikunternehmens Neuroth, das nicht nur entgangene Ticketeinnahmen kompensiert, sondern auch aktiv zur Kommunikation der Initiative beiträgt. Das Projekt „Freie Kunst für Alle“ verbindet Finanzierung mit inhaltlicher Passung: Hörakustik trifft auf den künstlerischen Schwerpunkt Sound. Der Erfolg zeigt sich in doppelt bis dreifach höheren Besucher:innen-Zahlen sowie in der Erschließung neuer Publikumsgruppen. Entscheidend sind die niederschwellige Zugänglichkeit und eine Partnerschaft auf Augenhöhe, die über reines Sponsoring hinausgeht und kulturelle Verantwortung glaubwürdig umsetzt.
Lukas Schinko, CEO der Neuroth-Gruppe, über die Partnerschaft: „Unsere Kooperation mit der Secession Wien ist für uns von besonderer Bedeutung, weil sie zeigt, wie eng Kunst und Hören miteinander verbunden sind. Beides öffnet Welten. Gemeinsam mit der Secession bauen wir Barrieren ab, beim Hören genauso wie beim Erleben von Kunst. Die Auszeichnung mit dem Kulturfundraising Award ist für uns eine große Anerkennung unseres Verständnisses von Partnerschaft – als echtes Miteinander mit nachhaltiger Wirkung.“
„Die Verleihung des Kulturfundraising Awards 2026 ist für uns ein starkes Zeichen. Sie zeigt, wie entscheidend langfristige und vertrauensvolle Kooperationen zwischen Kulturinstitutionen und verantwortungsbewussten Unternehmen sind – und dass kulturelle Teilhabe eine Grundvoraussetzung für eine offene Gesellschaft ist“
, betont Ramesch Daha, Präsidentin der Wiener Secession.
Kategorie „Small, but Smart“ – Mondscheinkino Eggenburg
Was Andreas Zeugswetter 1997 aus einer kulturpolitischen Notlage heraus entwickelt hat – ein Freiluftkino mitten in der mittelalterlichen Stadtmauer von Eggenburg in Niederösterreich –, ist längst zu einer etablierten Marke geworden. Das Mondscheinkino Eggenburg wird heuer bereits zum 30. Mal ohne öffentliches Budget realisiert. Das Erfolgsgeheimnis liegt in engagierter Freiwilligenarbeit und einem verlässlichen Netzwerk an Sponsoren und Partner:innen. Die Finanzierung basiert auf einem stabilen Mix: Rund zwei Drittel der Einnahmen stammen vom Publikum, ein Drittel von Sponsoren. Das Projekt ist somit Ausdruck kontinuierlicher Beziehungsarbeit und gründet auf struktureller Nachhaltigkeit, regionaler Verankerung und hoher Identifikationskraft.
Andreas Zeugswetter, Gründer des Mondscheinkino Eggenburg: „Diese Auszeichnung ist eine Bestätigung für viele Jahre Arbeit und ein großes Dankeschön an unsere Partner:innen und Sponsor:innen, die das Mondscheinkino mit ihren Möglichkeiten tragen. Viele kleine Puzzlesteine ergeben gemeinsam ein großes Ganzes. Sie ist zugleich Auftrag, weiterzumachen und zu zeigen, was möglich ist, wenn viele an einem Strang ziehen. Und sie fällt in ein besonderes Jahr: 30 Jahre Mondscheinkino Eggenburg – gefeiert im Sommer 2026 von 23. Juli bis 23. August.“
Die Preisverleihung fand im Rahmen der 12. Fachtagung Kulturfundraising des Fundraising Verband Austria unter dem Motto „Kultur braucht Zukunft. Zukunft braucht Kultur. – Neue Mittel für neue Perspektiven“ statt.
PRESSEFOTOS am 23.4. ab ca. 18 Uhr verfügbar.
Rückfragen & Kontakt
Fundraising Verband Austria
Dr. Andreas Anker
Telefon: 0676/4214706
E-Mail: [email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | FUN






