• 17.04.2026, 13:48:02
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Mit der Demokratieschule Wien zum neuen Schulhof: Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling zu Besuch am Loquaiplatz

Wien (OTS) - 

Die Medienmittelschule am Loquaiplatz ist eine von fünf Demokratieschulen im ersten Durchlauf 2025/26. Das innovative Programm der Stadt Wien, das vom Verein Wiener Jugendzentren umgesetzt wird, lädt die gesamte Schulgemeinschaft ein, sich mit den Themen Demokratie und Beteiligung im Schulalltag auseinanderzusetzen. Im Fall der Medienmittelschule war schnell eine konkrete Idee gefunden: den Schulhof in einem demokratischen Prozess neu zu gestalten. Die Schüler*innen, Lehrende, Eltern – die Schule als Gemeinschaft – erlebte in dem Prozess, dass ihre Stimme und ihr Tun etwas verändern können.

Ausgangspunkt und Grundidee war die historische Bedeutung der Agora als zentraler Ort des Austauschs und der demokratischen Mitbestimmung. Ziel der gemeinsamen Umgestaltung war es, einen gendergerechten, demokratischen, nachhaltigen und multifunktionalen Raum zu schaffen, der Begegnung, Verantwortung und respektvollen Umgang fördert. Europify (Unabhängiges Institut für Europa- und Demokratiebildung) führte dazu in allen 12 Klassen den Klassenrat ein. Hier wurden Ideen zur Umgestaltung des Schulhofes gesammelt. Aus allen Klassen wurden Delegierte gewählt, die gemeinsam mit dem Kollektiv von Null (ein interdisziplinäres Team, das ortsspezifische Projekte entwickelt) Ideen zur Umgestaltung sammelten und in Modellen veranschaulichten. In Abstimmung mit Entscheidungsträger*innen wurden die Modelle auf ihre Machbarkeit überprüft. Die delegierten Schüler*innen erfuhren dabei transparent, warum manche Ideen oder Wünsche für den Schulhof nicht umsetzbar sind, und adaptierten die Modelle entsprechend. Danach folgte die schulinterne Wahl. In Sprengeln wurden alle Akteur*innen im System Schule zur Wahl geladen. Schließlich startete Anfang April die Bauphase, in die die Schüler*innen ebenfalls aktiv eingebunden waren.

Den feierlichen Abschluss bildete ein großes Fest im demokratisch neu gestalteten Schulhof, das sich auch Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling nicht entgehen ließ: „Ich bin beeindruckt, was die Schule hier geschaffen hat, man spürt die positive Energie, die dadurch entstanden ist. Demokratie wird oft als selbstverständlich wahrgenommen, umso wichtiger ist es zu zeigen, was sie leisten kann, damit wir auch bereit sind, tagtäglich für sie einzutreten. Die Schüler*innen haben das hier eindrucksvoll gelebt."

„In den Diskussionen konnten die Schülerinnen und Schüler nicht nur Positionen entwickeln, sondern auch hautnah erleben, wie Meinungsbildung, Abstimmung und Umsetzung in der Praxis funktionieren. Dabei haben sie gelernt, ihre Ideen zu formulieren, Kompromisse zu finden und Verantwortung zu übernehmen“, weiß Bezirksvorsteherin Julia Lessacher. Sie führt aus: „Wenn junge Menschen sehen, dass ihre Vorschläge tatsächlich etwas bewirken, entsteht ein starkes Gefühl von Selbstwirksamkeit. Dieses Selbstvertrauen ist die Grundlage dafür, dass sie sich später aktiv ins gesellschaftliche Leben einbringen, um gemeinsam Lösungen, wie die Gestaltung ihres Schulhofs, zu finden.“

Weil Demokratie uns alle angeht

„Ich war überrascht, wie offiziell das alles war, es gab eine echte Wahl mit Stimmzetteln und Wahlkabinen. Ich und meine Klassenkolleg*innen haben gemerkt, dass wir wirklich ernstgenommen werden, und jetzt im neuen Schulhof zu stehen fühlt sich richtig gut an.“, so eine Schülerin.

Viele Ideen wurden geboren, manche auch wieder verworfen. Verschiedene Interessen galt es in Einklang zu bringen. Aber auch Verantwortungen wurden besprochen und aufgeteilt. Mobile Tore müssen her- und weggeräumt werden. Wer macht das und ist dies in jeder Pause sinnvoll? Kann die neue Sitztribüne wirklich nur zum Sitzen verwendet werden oder könnte sie bei Schulfesten als Bühne dienen?

“Demokratie muss selbstwirksam erlebt werden, um ihre Bedeutung für uns alle, unsere Gemeinschaft, schätzen zu können. Wir müssen unsere demokratischen Grundhaltungen täglich anwenden, um sie zu erlernen, denn diese Fähigkeiten sind uns nicht in die Wiege gelegt. Demokratie selbstwirksam erleben, um Demokratie selbst zu leben

Unsere Schule hat gerade durch dieses Projekt den geeigneten Rahmen für junge Menschen ermöglicht bekommen, Verantwortung bei Entscheidungsprozessen zu übernehmen und das Endergebnis als Neugestaltung des Innenhofes erfahren zu können“, sagt Dir. Reinhard Bauer, Leiter der Medienmittelschule Loquaiplatz 4.

Die Demokratieschule Wien bringt gelebte Demokratie an Wiens Schulen

Vier weitere Mittelschulen in Wien wurden im Schuljahr 2025/26 durch das innovative Programm auf ihrem Weg zu Orten des Miteinanders unterstützt: WMS Kölblgasse (1030), OMSi Glasergasse (1090), Franz Jonas Europaschule (1210) und die GTMS Barbara Prammer Schule (1220).

"Schulen, die sich demokratischen Entscheidungsprozessen öffnen, haben die Chance das Vertrauen der Schulgemeinschaft zu stärken und von den positiven Effekten auf die Schulkultur zu profitieren.", beschreibt Projektleiterin Anja Gerhartl eine der vielen Wirkungen, die die Demokratieschule Wien mit sich bringen kann.

Durch Beteiligung und gemeinsame Entscheidungsprozesse wird Selbstwirksamkeit erfahren und das Vertrauen untereinander gestärkt. Dies stärkt die Identifikation mit dem Schulstandort und der Gemeinschaft und kann die Zufriedenheit an der Schule bei allen Personengruppen erhöhen. Wo Partizipation aktiv gelebt wird, stehen Diskussionen, das Überwinden von Differenzen, Kompromissfähigkeit und Kooperationswillen auf der Tagesordnung, und zwar zwischen allen: Direktor*innen, Lehrenden, Schüler*innen, Eltern und schulinternem Personal. Dieser Prozess birgt Herausforderungen, aber vor allem eine Vielzahl von Chancen. Es bedeutet Freiheit aber auch Verantwortung, und gehört zum Fundament für ein demokratisches, wertschätzendes und akzeptierendes Miteinander an der Schule.

„Demokratie zu erlernen ist ein wesentlicher Baustein respektvoller gesellschaftlicher Teilhabe. Ich freue mich, dass mit der Mittelschule Loquaiplatz eine weitere Wiener Schule die Schüler*innen partizipativ einbindet und so demokratische Prozesse erlebbar macht. Projekte wie die Demokratieschule Wien sowie das große Engagement der Pädagog*innen fördern dadurch das Bewusstsein für Selbstverantwortung und stärken die Schulgemeinschaft“, so die Bildungsdirektorin Elisabeth Fuchs.

Rahmen und Ziele der Demokratieschule Wien

Zu Beginn des Programms stehen die Einladung, Anmeldung und Selbsteinschätzung der Schulen. Daraufhin folgt die Durchführung einer begleiteten Evaluierung der Schule (Self-Assessment) anhand eines Kriterienkatalogs, um Stärken, Schwächen, konkrete Bedarfe sowie bereits bestehende oder fehlende demokratische Strukturen am Schulstandort und im Schulalltag zu identifizieren (unter Einbeziehung von Schüler*innen, Lehrkräften, Eltern und schulinternem Personal). Basierend auf der Selbstevaluierung entwickeln die Schulen gemeinsam mit den Expert*innen einen Aktionsplan mit konkreten Zielen und Maßnahmen zur Stärkung der Demokratiebildung, Partizipation und Nachhaltigkeit. Am Ende des Programms erhalten alle Schulen ein sogenanntes Demokratiebarometer mit weiteren hilfreichen Tools und Handlungsempfehlungen

Rückfragen & Kontakt

Marko Knöbl
Mediensprecher Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling
Telefon +43 1 4000 83203
E-Mail: [email protected]

Anja Gerhartl, Projektleitung Demokratieschule Wien
[email protected] , [email protected]
Mobil: +43 676 897 060 330

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