• 17.04.2026, 11:34:03
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Stadt Wien ehrt Porzellankünstlerin Ursula Klasmann

Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler verlieh Ursula Klasmann das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien

Wien (OTS) - 

Kultur- und Wissenschaftsstadträtin Veronica Kaup-Hasler hat am Freitag die Porzellankünstlerin Ursula Klasmann, Mitarbeiterin der Wiener Porzellanmanufaktur Augarten, an ihrer Wohnadresse in Wien mit dem Goldenen Verdienstzeichen des Landes Wien in Würdigung ihrer großen Leistungen ausgezeichnet. Die Verleihung erfolgte im Namen des Bürgermeisters Michael Ludwig. Bei der Ehrung nahmen Familienmitglieder und Freund*innen teil.

Schwarz-Weiß-Revolution am Porzellangeschirr
In ihrer Würdigung betonte Stadträtin Veronica Kaup-Hasler vor allem die Entwürfe der Geehrten für das Wiener Traditionsunternehmen „Porzellanmanufaktur Augarten“: „Ursula Klasmann ist zweifellos eine der bedeutendsten österreichischen Porzellankünstlerinnen. Als Designerin hat sie mit prägnanter geometrischer Ornamentik in Schwarz-Weiß das Wiener Porzellandesign reformiert und die Prinzipien der Wiener Werkstätte weitergedacht. Bis heute wirken die Porzellandesigns von Ursula Klasmann durch die wohldurchdachte unkomplizierte Schönheit der Formdetails. Ihre Kreationen im Feld des Porzellandesigns genießen bis heute weltweit höchste Anerkennung und prägten mehrere Jahrzehnte lang das Wiener Porzellandesign der Stadt“, wie Stadträtin Kaup-Hasler betonte.

Dankesworte der Geehrten
Klasmann hob in ihrer Dankesrede mit den abschließenden Worten hervor: „Es freut mich, dass es mir gelungen ist, das gradlinige Design nach Wien zu bringen. Professor Haerdtl hat mich und mein Schaffen geprägt und mein Bestreben unterstützt, das Material in meinen Designarbeiten klar herauszuarbeiten. Dem Porzellan habe ich mich verschrieben – ich freue mich über die Ehrung der Stadt Wien für mein Lebenshandwerk.“

Zu Ursula Klasmann
Seit über 80 Jahren lebt und arbeitet Ursula Klasmann in Wien. Sie wurde am 4. Dezember 1930 als Tochter einer deutsch-estnischen Familie in Tallinn geboren. Nach der Annexion Estlands durch die Sowjetunion 1940 flüchtete die Familie im darauf folgenden Jahr über Berlin nach Wien. Klasmann wurde in Wien Teil der Rundfunkspielschar und gestaltete Kinderstundensendungen. Während der Intensivierung der Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg verbrachte sie im Rahmen der Kinderlandverschickung einige Zeit in der Slowakei. Das Kriegsende erlebte sie wieder in Wien.

Von 1950 bis 1955 studierte Klasmann an der Wiener Kunstgewerbeschule (heute: Universität für angewandte Kunst) in der Klasse für industrielle und gewerbliche Entwürfe beim Architekten Oswald Haerdtl. Bereits für ihr Diplom wurde sie mit einem Würdigungspreis ausgezeichnet. Seit 1955 war Klasmann mehrere Jahrzehnte lang als Designerin maßgeblich für die Modernisierung der Produktpalette des Wiener Traditionsunternehmens „Porzellanmanufaktur Augarten“ verantwortlich.

Ihr 1960 auf der Triennale in Mailand präsentiertes großes Speiseservice (Form 75) wurde 1965 auf der Handwerksmesse in München preisgekrönt. Darüber hinaus wurden in ihrer bis 1985 währenden künstlerischen Designtätigkeit weitere 19 Dekore und 19 verschiedene Einzelformen in die Produktion der Porzellanmanufaktur Augarten aufgenommen. Das Polnische Institut Wien zeigte 2021 ein von Klasmann entworfenes Service in der Ausstellung „Menschen in der Porzellanfabrik“. Die Porzellanmanufaktur Augarten widmete ihrer langjährigen Designerin zum 90. Geburtstag eine Sonderausstellung im hauseigenen Museum.

Rückfragen & Kontakt

Alice Gerlach, BA MSc
Mediensprecherin StRin Mag.a Veronica Kaup-Hasler
Telefon: 01 4000 81191
E-Mail: [email protected]

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