- 17.04.2026, 10:00:38
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Wiener Immobilienmarkt 2026: Preise steigen in allen Segmente
Immobilien- und Vermögenstreuhänder warnen vor wachsender Angebotsknappheit bei Neubau und Sanierung
Der Immobilienpreisspiegel 2026 zeigt für Wien einen weiteren Preisanstieg in nahezu allen wesentlichen Segmenten des Wohnungsmarktes. Sowohl bei Eigentumswohnungen als auch bei Reihenhäusern, Einfamilienhäusern und Mieten haben sich die Werte gegenüber dem Vorjahr erhöht. Aus Sicht der Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Wien ist der Preisanstieg ein Signal dafür, dass sich das Angebot am Wohnungsmarkt zunehmend verknappt.
Gebrauchte Bestandsimmobilien besonders gefragt
Besonders stark fiel der Anstieg der Nachfrage bei gebrauchten Eigentumswohnungen aus: Sie legten in Wien auf durchschnittlich 3.810,48 Euro pro Quadratmeter zu, ein Plus von 3,2 Prozent. Eigentumswohnungen im Erstbezug stiegen auf 5.430,61 Euro pro Quadratmeter (+2,68 Prozent). Auch Reihenhäuser verteuerten sich auf 3.193,87 Euro pro Quadratmeter (+2,68 Prozent), Einfamilienhäuser auf 3.327,35 Euro pro Quadratmeter (+1,87 Prozent). Die durchschnittliche Nettomiete für Mietwohnungen liegt in Wien nun bei 11,81 Euro pro Quadratmeter, was einem Anstieg von 2,07 Prozent entspricht. Auch Baugrundstücke verteuerten sich weiter und liegen nun bei 970,47 Euro pro Quadratmeter.
Pisecky: Wohnraumangebot wird teurer und geringer
Michael Pisecky, Obmann der Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Wien: „Die steigenden Preise sind ein klares Warnsignal: Das Wohnungsangebot in Wien verknappt sich zusehends – sowohl im Neubau als auch bei der Sanierung des Bestands. Wenn hier politisch nicht schnell gegengesteuert wird, wird das Angebot weiter zurückgehen und Wohnen in Wien noch teurer werden.“
Druck auf Markt wird stärker
Clemens Biffl, Bauträger-Sprecher der Immobilientreuhänder Wien, warnt davor, die aktuelle Entwicklung als bloße Marktbewegung zu unterschätzen. „Wenn zu wenig neuer Wohnraum geschaffen und zugleich zu wenig im Bestand saniert und aktiviert wird, verschärft sich der Druck auf den Markt weiter. Die Folgen sind zunehmend steigende Preise, sinkende Verfügbarkeit und Belastungen für Wohnungssuchende“, so Biffl.
Politische Maßnahmen dringend gefordert
„Wir brauchen dringend eine Ankurbelung des Wohnbaus und deutlich mehr Tempo bei der Bestandsanierung. Nur wenn ausreichend neue und sanierte Wohnungen auf den Markt kommen, kann das Angebot stabil gehalten und ein weiterer Preisschub verhindert werden“, sind sich Pisecky und Biffl einig.
Sanierungen mit Wohnraumschaffung
Pisecky betont auch die Wichtigkeit von Nachverdichtung in der Bestandstadt. „Reine Sanierungsmaßnahmen ohne Wohnraumschaffung, zum Beispiel durch sanfte Erhöhung oder Verdichtung, helfen der Stadt und den Wohnpreisen nicht wirklich weiter. Es braucht die Nutzungsmöglichkeit von vorhandenen Flächen für zusätzliche Wohnungen auch in der bebauten Stadt.“
Angebot bleibt zurück
Der Immobilienpreisspiegel 2026 zeigt für Wien eine klare Tendenz: Die Nachfrage trifft auf ein Angebot, das nicht rasch genug mitwächst. Aus Sicht der Fachgruppe braucht es daher jetzt konkrete Impulse für Neubau und Sanierung verbunden mit Nachverdichtung in den gebauten Gebieten, um die Versorgung in der Bundeshauptstadt langfristig sicherzustellen. „Der Wiener Immobilienmarkt steht jetzt langsam tatsächlich an der Kippe. Die Fertigstellungszahlen haben sich in den vergangenen acht Jahren fast halbiert. Es besteht dringend Handlungsbedarf“, so Pisecky abschließend.
Die wichtigsten Wien-Werte im Überblick:
- Baugrundstücke: 970,47 Euro/m² (+1,04 Prozent)
- Eigentum Erstbezug: 5.430,61 Euro/m² (+2,68 Prozent)
- Eigentum gebraucht: 3.810,48 Euro/m² (+3,20 Prozent)
- Reihenhäuser: 3.193,87 Euro/m² (+2,68 Prozent)
- Einfamilienhäuser: 3.327,35 Euro/m² (+1,87 Prozent)
- Mietwohnungen: 11,81 Euro/m² netto (+2,07 Prozent)
Rückfragen & Kontakt
FG Immobilientreuhänder - Fachgruppengeschäftsführerin
Mag. Marie-Sophie Lamezan-Salins
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