• 16.04.2026, 16:05:02
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Tasotti kritisiert Verzögerungstaktik im Sozialausschuss des Nationalrates

Betreuung und Pflege benötigen mehr Geld, um drohenden Notstand abwenden zu können

Wien (OTS) - 

Der Sprecher der Plattform Personenbetreuung, Dr. Mario Tasotti, kritisiert heute das Verhalten mancher Parteien im Sozialausschuss des Nationalrates vom 15. April.

„Es ist für mich völlig unverständlich, warum man sich mehrheitlich gegen eine Anhebung der Einkommensgrenze für den vollen Bezug der Förderung zur 24-Stunden-Betreuung ausspricht. Diese Grenze ist seit ihrer Einführung im Jahr 2007 in der Höhe von 2.500 Euro nie valorisiert oder gar den geänderten Lebensumständen der betreuten Personen angepasst worden. Das ist ein Schlag ins Gesicht aller betroffener Menschen und deren Familien“, zeigt sich Tasotti verärgert.

Auf Dauer ist mit so einem Verzögern und Zaudern mancher vorgeblicher Sozialpolitiker die 24-Stunden-Betreuung nicht mehr finanzierbar. Es geht aber nicht nur um die Einkommensgrenze. Auch die Förderung selbst ist erst nach 16 Jahren, also 2023, das erste Mal valorisier und von 550 Euro auf 800 Euro angehoben worden.

Verhalten der Politik geht an der Lebensrealität der betreuten Menschen vorbei

Da die Betreuungsbedürftigen zunehmend einen komplexeren Betreuungsbedarf aufweisen, ist auch eine umfassende, kostenpflichtige Qualitätssicherung notwendig. Das erfolgt in der Regel durch die fachliche Begleitung der Betreuerinnen durch diplomierte Pflegefachkräfte. Diese Qualitätssicherung ist aber von den betreuten Personen zu bezahlen. Dafür fehlt in den Familien oft das Geld. Dem gegenüber ist aber von der öffentlichen Hand im Vergleich viel Geld für Heimplätze vorhanden. So liegen die jährlichen Gesamtausgaben der öffentlichen Hand in einem Pflegeheim pro Person bei rund 36.540 Euro (2024), aber bei nur rund 8.770 Euro für die von 24-Stundenkräften betreuten Klienten.

Tasotti: „Das Verhalten der Politik geht völlig an der Lebensrealität der betreuten Menschen vorbei. Denn für die betreuten Klienten liegen die Kosten, wenn man die Honorare für die Betreuerinnen und die anteiligen Ausgaben für Verpflegung und Energie zusammenzählt, bei bis zu 4.000 Euro im Monat. Und dazu kommen jetzt dann auch noch die Ausgaben für die Qualitätssicherung. Deshalb ist auch die überfällige Erhöhung der Förderung von 800 auf 1.600 Euro ein Gebot der Stunde.“

Der Sprecher der Plattform Personenbetreuung warnt vor einem drohenden Betreuungs- und Pflegenotstand, „wenn die Politik nicht schleunigst mehr Geld für diese Bereiche in die Hand nimmt“, sagt Tasotti wörtlich. Seit Ende der Corona-Pandemie haben bereits mehrere tausend Betreuerinnen Österreich in Richtung besser bezahlendes Ausland verlassen.

Rückfragen & Kontakt

Plattform Personenbetreuung
Telefon: 06763940282
E-Mail: [email protected]

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