• 16.04.2026, 13:47:32
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Grüne Wien/Berner: Prestigeprojekt statt nachhaltiger Verbesserungen in der Kinder- und Jugendhilfe

Stadträtin Emmerling präsentiert geschlossene Unterbringung als Pflaster für langjährige Versäumnisse

Wien (OTS) - 

Zwei Stunden bevor Stadträtin Emmerling heute die neue „Geschlossene Unterbringung“, die sie als „Auszeit-WGs“ bezeichnet, vorstellt, berichtet die Volksanwaltschaft zum wiederholten Mal von massiven Missständen in den Wohngemeinschaften und Krisenzentren der Stadt. „Emmerling präsentiert ein weiteres Pflaster für die klaffende Wunder der Kinder- und Jugendhilfe“, so die Grüne Familiensprecherin Ursula Berner. Über die Hälfte der WGs und Krisenzentren sind für die dort untergebrachten Kinder und Jugendlichen nicht ausreichend sicher. In manchen Krisenzentren wurde ein massiver Überbelag festgestellt: Statt 8 wurden 15 Kindern untergebracht, einige mussten sogar auf Klappbetten oder Sofas im Wohn- oder Besprechungszimmer schlafen.

Im Umgang mit Gewalt und Übergriffen gibt es bei der Kinder- und Jugendhilfe der Stadt Wien großen Handlungsbedarf: Die Kinderschutzkonzepte sind nicht ausreichend an die jeweiligen Einrichtungen angepasst. Nur 11% der Kinder wussten überhaupt von einem vorhandenen Kinderschutzkonzept. „Die Auszeit-WG ist eine einzige Marketingmaßnahme. Was heute mit viel Bombast präsentiert wurde, wird die Probleme der MA 11 nicht lösen. Statt ausreichende Ressourcen für WGs und Krisenzentren bereitzustellen, zaubert man ein neues Prestigeprojekt aus dem Hut“, so Berner.

Was Stadträtin Emmerling als „Meilenstein“ bezeichnet, ist eigentlich ein Rückschritt: Schon seit den 80er Jahren arbeitet die Kinder- und Jugendhilfe daran, die Freiheitsbeschränkung von Kindern und Jugendlichen in ihren Einrichtungen abzubauen. Nun werden sie über die Hintertüre wieder eingeführt. „Wichtiger wäre es jetzt, endlich in die bestehende Struktur mehr Ressourcen zu stecken – sowohl personell und finanziell – damit vor Ort präventiv gearbeitet werden kann. Das heißt konkret, dass jedes Kind die pädagogische und therapeutische Unterstützung bekommt, die es braucht“, so Berner abschließend.

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