• 16.04.2026, 11:37:04
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"Laut für das Lesen" am Welttag des Buches

Der Buchklub muss erhalten bleiben!

Lesende Kinder - BUCHKLUB-Jahrbuch
Wien (OTS) - 

Der Österreichische Buchklub der Jugend, seit über 75 Jahren eine zentrale Institution der Leseförderung in Österreich, steht vor dem Aus. Noch heuer droht die Schließung – damit würde eine tragende Säule der Bildungs- und Kulturarbeit im Land verloren gehen.

Der Buchklub erreicht jährlich rund 400.000 Kinder und bringt hochwertige Literatur direkt in Klassenzimmer – vom ländlichen Raum bis in urbane Zentren. Er bietet Orientierung in einem unübersichtlichen Kinder- und Jugendbuchmarkt von rund 7.500 Neuerscheinungen pro Jahr und wählt gezielt jene Titel aus, die sich besonders für den Unterricht eignen. Darüber hinaus vernetzt er seit Jahrzehnten erfolgreich Autor*innen, Illustrator*innen, Verlage, Schulen und Eltern österreichweit. Ein Wegfall dieser Strukturen hätte weitreichende Folgen: Niederschwellige Angebote zur Leseförderung würden insbesondere für jene Kinder fehlen, die erst Zugang zum Lesen finden.

Eine vergleichbare Organisation neu aufzubauen – so überhaupt möglich – würde viel Zeit und Geld benötigen. Es wäre stattdessen sehr viel sinnvoller und kostensparender, den Buchklub, mit seiner bestehenden Infrastruktur und seinem österreichweiten Netzwerk, zu erhalten und auszubauen.

Dabei wäre die Lösung naheliegend: Mit einer zusätzlichen Basisfinanzierung von rund 300.000 Euro jährlich könnte der Fortbestand des Buchklubs gesichert werden. Das entspricht weniger als einem Euro pro erreichtem Kind. Um mehr Investitionen in eine nachhaltige Leseförderung kommen wir so oder so nicht herum.

Leseförderung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe!

Der Buchklub finanziert sich bislang größtenteils selbst, insbesondere durch den Direktvertrieb von Lesefördermaterialien an Schulen. Angesichts steigender Kosten für den Schulbesuch, werden jedoch gerade Materialien zur Leseförderung und Literaturvermittlung häufiger eingespart. Öffentliche Förderungen durch Bundesstellen decken derzeit weniger als 20 Prozent des Budgets und sind überwiegend projektgebunden. Eine Beteiligung der Bundesländer fehlt bislang vollständig, obwohl der Buchklub bundesweit agiert – vor allem im Pflichtschulbereich (VS, MS/AHS).

Neben der öffentlichen Hand sind jedenfalls auch Sozialpartner, Organisationen und Unternehmen gefordert, sich stärker an der Finanzierung zur Leseförderung zu beteiligen.

In Perspektive braucht Österreich dringend eine überparteiliche, unabhängige und bundesweit tätige Institution, die sich – unabhängig und gesamtgesellschaftlich finanziert – ausschließlich der Leseförderung widmet. Der Buchklub bietet dafür bereits die notwendige Basis – und die Stiftung Lesen Deutschland ein entsprechendes Vorbild.

Kunstaktion „Laut für das Lesen“ am Welttag des Buches

23. April, 11 Uhr, Ballhausplatz

Um auf die prekäre Situation aufmerksam zu machen und ins Gespräch zu kommen, ruft der Buchklub gemeinsam mit der IG Autorinnen Autoren und dem Österreichischen Schriftsteller/innen-Verband zur Kunstaktion „Laut für das Lesen“ auf.

Die Aktion findet am Welttag des Buches statt und setzt ein starkes Zeichen für den Erhalt der Leseförderung in Österreich.

Appell: Jetzt gemeinsam handeln!

29 % können nicht sinnerfassend lesen! Aktuelle Ergebnisse der internationalen PIAAC-Studie (Programme for the International Assessment of Adult Competencies) zeigen einen akuten Handlungsbedarf: Rund 29 % der Erwachsenen in Österreich verfügen nur über geringe Lesekompetenzen, mit deutlich steigender Tendenz seit 2011 (Statistik Austria 2023). Das bedeutet: Fast ein Drittel der Bevölkerung hat Schwierigkeiten, Texte sicher zu verstehen. Die Folgen sind ernst – für den Arbeitsmarkt, die Wirtschaft und für unsere Demokratie.

Zur Sicherung der Lesekompetenz sind Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gleichermaßen gefordert, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam Lösungen zu finden.

Es braucht jetzt:

  • eine nachhaltige finanzielle Absicherung für den Buchklub
  • ein klares Bekenntnis der öffentlichen Hand
  • verstärktes finanzielles Engagement von Unternehmen und Organisationen
  • gesellschaftliche Solidarität für Bildung und Zukunftschancen

Der Erhalt des Österreichischen Buchklubs der Jugend ist nicht nur eine Frage der Kulturpolitik – er ist eine Investition in die Zukunft des Landes.

Leseförderung geht uns alle an. Jetzt ist der Moment zu handeln.

Kunstaktion „Laut für das Lesen“ am Welttag des Buches

Der Buchklub ruft gemeinsam mit der IG Autorinnen Autoren und dem Österreichischen Schriftsteller/innen-Verband zur Kunstaktion „Laut für das Lesen“ auf. Die Aktion findet am Welttag des Buches statt und setzt ein starkes Zeichen für den Erhalt der Leseförderung in Österreich.

Datum: 23.04.2026, 11:00 Uhr

Art: Pressetermine

Ort: Ballhausplatz

1010 Wien
Österreich

Leseförderung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe!

Der Österreichische Buchklub der Jugend steht vor dem Aus. Nach über 75 Jahren erfolgreicher Arbeit wird diese wichtige Organisation für die Leseförderung ihre Tore schließen, wenn wir nicht handeln!

Rückfragen & Kontakt

Österreichischer Buchklub der Jugend
Lydia Grünzweig
Telefon: 01/505 17 54
E-Mail: [email protected]

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