• 16.04.2026, 11:37:02
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Arge Naturgestein: Greenpeace soll Verbreitung unfundierter Informationen in Verbindung mit Hartgesteinen aus dem Burgenland einstellen

Internationale Fachleute sehen keine Substanz in den Vorwürfen von Greenpeace zum Thema Asbest in Hartgestein

Wien (OTS) - 

Nach einer intensiv geführten medialen Kampagne haben sich vier betroffene Abbaubetriebe von Hartgesteinen im Burgenland zur ARGE Naturgestein zusammengeschlossen und unabhängige Experten von Weltruf hinzugezogen, um der emotional geführten Debatte mit Fakten entgegenzutreten.

Asbest kommt in der Natur in Hartgesteinen vor

Faktum ist, dass in zahlreichen Hartgesteinen der natürliche Stoff Asbest in gebundener Form vorkommt und als solcher vollkommen unbedenklich ist. Dazu Dr. Ing. Professor Martin Kirschbaum, ein europaweit führender Experte von der RWTH Aachen, der sich seit Jahren intensiv mit der Thematik befasst: „Die Greenpeace-Kampagne stellt gravierende Vorwürfe an Steinbrüche und eingesetzte Baustoffe im Burgenland, stützt diese aber ausschließlich auf eigene, nicht transparent geplante Probenahmen sowie Analysen in einem externen Labor und auf eine sehr zugespitzte Öffentlichkeitsarbeit.“

Asbest potenziell nur gefährlich als mikroskopisch kleine Faser - nach Sägen, Schleifen, Fräsen

Ein entscheidender fachlicher Punkt ist die Unterscheidung zwischen dem Vorhandensein von Asbestmineralen im Gestein und der tatsächlichen Gesundheitsgefährdung durch freigesetzte Asbestfasern. Asbestminerale können in natürlichen Gesteinen geogen vorkommen, ohne dass zwangsläufig eine relevante Faserfreisetzung stattfindet. Gefährlich sind insbesondere die sogenannten WHO-Fasern: dünne, lange, lungengängige Fasern, die bei intensiver mechanischer Bearbeitung (z. B. Sägen, Schleifen, Fräsen) entstehen und eingeatmet werden können. Eine bloße Feststellung „Asbestmineral vorhanden“ oder eine nicht abgesicherte Prozentangabe ersetzt daher keine Bewertung des Expositionsrisikos. Eine fundierte Gefährdungsbeurteilung muss die eventuelle Faserfreisetzung und die tatsächliche Belastung der Luft berücksichtigen.

Greenpeace hat Untersuchungsmethode von Baurestmassen auf Naturgestein angewandt!

Laut Greenpeace-Unterlagen nutzte das eingesetzte Labor die VDI-Richtlinie 3866. Diese ist primär konzipiert für technische Produkte, bei denen Asbestfasern bewusst in der Herstellung zugesetzt wurden (etwa klassische Asbestbaustoffe). Die Richtlinie ermöglicht im Wesentlichen qualitative Aussagen, ob Asbest vorhanden ist oder nicht. Diese Richtlinie ist jedoch nicht darauf ausgelegt, in heterogenen, geogenen Gesteinen den Asbestgehalt als Massenprozent zuverlässig und normgerecht zu quantifizieren. Für die hier relevante Fragestellung – das Vorhandensein natürlich vorkommender Asbestminerale in Gesteinskörnungen – ist die VDI 3866 daher nur bedingt oder gar nicht geeignet. Anstelle dessen wären die Methoden und Vorgaben der TRGS 517 (Technische Regel für Gefahrstoffe) anzuwenden gewesen.

Kirschbaum stellt zudem fest, dass das von Greenpeace nominierte Labor nicht ausreichend zertifiziert ist, um tatsächliche Referenzmessungen durchzuführen: „Nach den Greenpeace-Unterlagen wurden die Proben an unterschiedlichsten Stellen im öffentlichen Raum entnommen, darunter Parkplätze, Geh- und Radwege, Straßenbankette und Bereiche mit Streusplitt. Die Auswahl dieser Orte erfolgte ersichtlich ohne einen dokumentierten Probenahmeplan. Es gibt keine nachvollziehbare Begründung, warum gerade diese Stellen ausgewählt wurden, inwieweit sie das Burgenland oder auch nur einzelne Gemeinden repräsentativ abbilden sollen oder auf welcher fachlichen Hypothese die Auswahl beruht. Stattdessen entsteht der Eindruck unsystematischer, punktueller Entnahmen an Orten, die sich vor allem zur medialen Darstellung eignen.“

Kritik an Probenentnahmen und fehlender Professionalität von Greenpeace

Zudem kritisiert der Experte die Probenentnahme massiv: „Die bereitgestellten Fotos und Beschreibungen zeigen unter anderem, dass häufig einzelne auffällige Steine oder Körner von Streusplitt gezielt in Reagenzgläser verbracht wurden. Teilweise wurden aus größeren inhomogenen Flächen nur kleinste Bereiche oder wenige Partikel entnommen. Eine flächenbezogene, gemittelte Probenahme – etwa durch Entnahme vieler Teilproben und deren Mischung zu einer repräsentativen Gesamtprobe – ist nicht erkennbar. Auf diese Weise wird die Möglichkeit begünstigt, besonders auffällige oder untypische Partikel zu selektieren, was statistisch und normativ nicht als repräsentativ gelten kann.“

Experten „zerlegen“ Greenpeace-Papiere

Für den Experten gilt daher ein klares Fazit: „Die von Greenpeace abgeleiteten Forderungen – insbesondere die Schließung von Steinbrüchen, Sperrungen von Flächen und ein generelles Verbot des Inverkehrbringens bestimmter mineralischer Produkte – setzen voraus, dass eine schwerwiegende, normübersteigende Gefährdungslage fachlich zweifelsfrei belegt ist. Eine solche Beleglage ist auf Basis der bisher publizierten Daten nicht gegeben. Im Gegenteil zeigen einzelne eigene Greenpeace-Ergebnisse (z. B. Asbestgehalte von maximal 0,039 % in einigen Steinbrüchen), dass zumindest Teile der untersuchten Betriebe nach der derzeitigen Datenlage im Rahmen üblicher Grenzwerte arbeiten. Vor diesem Hintergrund erscheinen pauschale Forderungen nach Stilllegungen und Verboten aus technischer und rechtlicher Sicht nicht hinreichend begründet. Gefährdend könnte eine allfällige Belastung der Atemluft mit bestimmten Asbestfasern sein. Das Messen von Asbestmineralien in handverlesenen Natursteinen gibt darüber keine Auskunft. Auch die Beurteilung schwerer, abgesetzter Stäube ist keine Atemluftanalyse. Vor diesem Hintergrund sind die pauschalen Forderungen nach Betriebsstilllegungen und Gesteinsverboten aus technischer und rechtlicher Sicht nicht begründet.“

Betreiber prüfen alle juristischen Schritte

Die Betreiber der betroffenen Anlagen prüfen indes rechtliche Schritte. Dazu DI Frank Eichhorn, zuständig für den Steinbruch in Pilgersdorf: „Wir haben in den letzten Wochen auf eine Versachlichung der Diskussion gehofft. NGOs, die in der Öffentlichkeit als allwissende Sachverständige auftreten, müssen dann aber auch die entsprechenden wissenschaftlichen Standards selbst auf höchstem Niveau erfüllen, bevor sie Schreckensmeldungen verbreiten. Den Anforderungen wurde man hier nicht gerecht. Meine Mitarbeiter haben Angst um ihren Job und sagen mir: „Wir atmen Luft, nicht Steine! Was soll dieses Theater?“ Sie glauben, das alles dient nur der eigenen Publicity einer NGO. Hier wird auf dem Rücken der Menschen billige Polemik gemacht.“

Durch Steinbruchschließung müssen Rohstoffe per LKW geliefert werden - Millionen an Kilometern zusätzlich fallen an

Die bislang in den betroffenen Steinbrüchen gewonnenen Rohstoffe müssen seit der auf tönernen Füßen stehenden behördlichen Schließung über viele Kilometer per LKW angeliefert werden. „Dabei fallen mehr als 3 Millionen LKW-Kilometer pro Jahr zusätzlich an. Ginge es den Damen und Herren von Greenpeace tatsächlich um die Menschen und deren Wohlbefinden würden sie auch dieses Faktum berücksichtigen“, kritisiert Frank Iszovics, zuständig für den Bernsteiner Steinbruch.

In den nächsten Tagen und Wochen wird die ARGE Naturgestein einerseits belastbare und technisch richtig erhobene Daten vorlegen und zum anderen die Wahrheit über geogenes Asbest kommunizieren. Stets in Abstimmung mit den tatsächlich qualifizierten und Experten sowie unabhängigen Fachinstituten und der vom Land Burgenland eingesetzten Task Force.

DDipl. Ing. Christoph Lainer-Findeis, Vertreter der Eigentümer des Bruchgeländes in Pilgersdorf: „Wir prüfen aktuell alle juristischen Wege und analysieren die Kampagne gegen unsere Betriebe. Dies alles in enger Abstimmung mit tatsächlichen Experten, die ohne Eigeninteresse an die Sache gehen.“

Rückfragen & Kontakt

Prof. Dr. Ing. Martin Kirschbaum

An der Marktbrücke 1 | D 07554 Korbußen

Tel: +49 36602 5143 - 0 Fax: - 16

Mobil: +49 151 52419127

[email protected]

Dipl. Ing. Frank Eichhorn

Vertriebs- & Betriebsleiter Pilgersdorf
Hans Zöchling Gesellschaft m.b.H.
Wiener Straße 61
3170 Hainfeld

Mobil: +43 676 848700674

[email protected]

DDipl. Ing. Christoph Lainer-Findeis,

Tel: 02616 / 2244

[email protected]

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