- 16.04.2026, 08:30:32
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Historisches Deckenfresko im Jesuitensaal wird restauriert
In acht Metern Höhe ist man der Malerei von Anton Hertzog und Franz Anton Danne so nah wie nie. Seit März restauriert Jörg Riedel das beeindruckende Deckenfresko im Jesuitensaal des künftigen “Q. Dein Raum für Wissenschaft” in der Wollzeile. Pünktlich zum Internationalen Tag des Denkmals (18. April) ist die Fertigstellung in Sicht. Der älteste Theatersaal Wiens zeigt sich damit wieder in alter Pracht.
„Wenn man ein Werk erneut restauriert, ist es auch für einen selbst an der Zeit zu gehen – alte Weisheit unter Restaurator*innen“, erzählt Jörg Riedel. In seinem Fall verhält es sich anders: Bereits als Student arbeitete er an dem Fresko des ehemaligen Collegium academicum, auf Augenhöhe mit der dargestellten Maria, die in den Himmel aufgenommen wird.
Als Teil eines internationalen Teams half er damals, die Decke des Theatersaals in der Wollzeile konstruktiv zu sichern. Das Gebäude war im Zweiten Weltkrieg durch einen Bombentreffer beschädigt worden und eindringende Feuchtigkeit hatte schwere Schäden verursacht.
Fast 30 Jahre später: Restaurierung vollendet
In den 1990er Jahren installierte der damals junge Student an der Seite seines Lehrmeisters ein komplett neues Aufhängungssystem, die im Laufe der Zeit korrodierten Drahtbefestigungen wurden dabei durch Polypropylenfasern ersetzt. Die Decke hat bis heute Bestand – das bestätigte eine Begutachtung kurz vor der Übernahme des Gebäudes durch die Österreichische Akademie der Wissenschaften, die Universität Wien und die Technische Universität Wien. Gemeinsam entwickeln diese Institutionen hier ein neues Ausstellungshaus: Q. Dein Raum für Wissenschaft. Die Bauarbeiten für die Modernisierung werden von der Bundesimmobiliengesellschaft abgewickelt.
Vor der Eröffnung des Q galt es, jene Arbeiten abzuschließen, die in den 1990er Jahren offengeblieben waren: das Retuschieren der Kittungen von Fehlstellen ehemaliger Verschraubungen einer zwischenzeitlichen Sicherung, die sich wie kleine, helle Flecken über das gesamte Fresko verteilten. Neben dieser ästhetischen Überarbeitung entfernte Jörg Riedel auch bauschädliche Salze, die sich im Laufe der Zeit gebildet hatten. Seit März ist er dafür mit Schwamm, Pinsel und Aquarellfarben im Einsatz. Das Fresko wird dabei nicht „übermalt“, wie es in der Vergangenheit üblich war. Stattdessen passt Riedel die Fehlstellen farbig an das Gesamtbild an. „Dazu gehört auch die Schmutzpatina, die das Fresko aus dem 18. Jahrhundert erst wirken lässt“, so Riedel. Unterstützt wird er dabei von seiner Frau Julia Kolar, ebenfalls Restauratorin. „Allerdings nur in Teilzeit“, ergänzt sie schmunzelnd, „das Arbeiten über Kopf geht auf Dauer ganz schön in den Nacken.“
Die aufwändige Restaurierung hat sich gelohnt: Die Malerei von Anton Hertzog und Franz Anton Danne konnte für kommende Generationen gesichert werden. Unterstützt wurde die Konservierung von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), dem Bundesdenkmalamt, der Österreichischen Gesellschaft der Denkmalfreunde und den Jesuiten in Wien.
Neuer Raum für Wissenschaft, neue Zukunft für den Jesuitensaal
Das denkmalgeschützte Gebäude wird derzeit nach Plänen von Mohr Niklas Architekten umgebaut und öffnet 2027 als Q seine Türen. „Wir möchten die reiche Geschichte dieses Ortes bewahren und den Räumen gleichzeitig eine neue Zukunft geben – mit Ausstellungen, Veranstaltungen und Diskussionsformaten, die Wissenschaft und gesellschaftliche Herausforderungen in den Mittelpunkt stellen“, sagt Q-Gründungsdirektor Christopher Lindinger.
Pater Christian Marte SJ, Leiter der Jesuitengemeinschaft in Wien: „Wissenschaft und Gesellschaft sind für uns Jesuiten bis heute wichtige Anliegen. Darum freuen wir uns sehr, dass der Jesuitensaal künftig dafür verwendet werden kann, besonders auch für junge Menschen.“
Christa Pinz, Generalsekretärin der Österreichischen Gesellschaft der Denkmalfreunde: „Die Österreichische Gesellschaft der Denkmalfreunde wurde als Freundesverein des Bundesdenkmalamtes gegründet. Ihr Ziel ist die Erforschung und die Erhaltung des Denkmalbestandes in Österreich und damit die Bewahrung vieler kultureller Werte. Die Österreichische Gesellschaft der Denkmalfreunde freut sich, die zeitgerechte Fertigstellung der Restaurierung des Deckenfreskos mit einer Spende unterstützen zu können.“
Text und Medien zum Download unter: https://www.qscience.space/presse
Q. Dein Raum für Wissenschaft. Ab 2027 stellen Besucher*innen im Q ihre Fragen und kommen bei Ausstellungen, Events und Workshops über Wissenschaft ins Gespräch. Getragen wird das Projekt von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der Universität Wien und der Technischen Universität Wien; unterstützt durch das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung sowie das Bundesministerium für Bildung.
Rückfragen & Kontakt
Q. Dein Raum für Wissenschaft
Christopher Lindinger
E-Mail: [email protected]
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