• 15.04.2026, 16:04:33
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Blick hinter die Kulissen: Führung bei Winter Artservice zur Entstehung des Bühnenbilds von „Tosca“

vlnr Herbert Herl Ben Reichert Christopher Winter Daniel Serafin
Günther Kittler Edi Edelhofer
Eisenstadt (OTS) - 

2026 verwandelt sich die Bühne im Steinbruch St. Margarethen von Juli bis August erneut in das Rom um 1800. Maßgeblich geprägt wird diese eindrucksvolle Verwandlung durch das monumentale Bühnenbild, das heuer bereits zum 16. Mal von Winter Artservice realisiert wird. Zu den zentralen Elementen der Inszenierung zählen der Hauptaltar, der Kerzenständer, das Heiligtum sowie das Weihrauchfass, die als Herzstücke des Bühnenbildes Prunk, Zerstörung und spirituellen Glanz gleichermaßen verkörpern. Die aufwendigen Stahlkonstruktionen, die diesen Elementen ihre beeindruckende Präsenz und Stabilität verleihen, entstehen in enger Zusammenarbeit mit der burgenländischen Metallbaufirma Pinterich, die für die präzise technische Umsetzung verantwortlich zeichnet.

Barocke Pracht zwischen Licht und Schatten

Um das Spannungsfeld zwischen Opulenz und Zerstörung im barocken Rom von Puccinis „Tosca“ erlebbar zu machen, setzt das Regieteam rund um Bühnenbildner und Regisseur Thaddeus Strassberger auf eine monumentale Bildsprache. Prunkvolle Oberflächen in Gold- und Marmoroptik, fein gearbeitete Skulpturen und imposante architektonische Elemente entstehen mit höchster handwerklicher Präzision – als bewusst inszeniertes Wechselspiel von Schönheit und Bedrohung.


Die überdimensionalen Bühnenbauten füllen den Steinbruch und ziehen das Publikum ab der Premiere am 15. Juli mitten ins dramatische Geschehen. Grundlage dieser visuellen Kraft ist eine klar definierte künstlerische Haltung: Inspiriert von der Ästhetik des römischen Barocks prägen Licht und Schatten, Tiefe und Perspektive das Bühnenbild.
Anklänge an Caravaggios dramatisches Chiaroscuro, die emotionale Intensität Artemisia Gentileschis, die kompositorische Klarheit Domenichinos und die bewegte Theatralik Gian Lorenzo Berninis verbinden sich zu einer dichten, atmosphärischen Kulisse. Die architektonischen Ideen von Borromini und Guarini fließen in die räumliche Gestaltung ein – mit einer Architektur, die nicht nur Raum schafft, sondern Emotion verstärkt und die innere Zerrissenheit der Figuren sichtbar macht.


„Die diesjährige Tosca-Inszenierung zeigt, wie wirkungsvoll ein Bühnenbild sein kann, wenn es speziell für den Steinbruch St. Margarethen entwickelt wird. Die großformatigen, kunstvoll gestalteten Elemente fügen sich stimmig in den Raum ein und schaffen eine eindrucksvolle visuelle Welt, die das Drama von Puccinis Werk verstärkt. Für das Leadingteam und mich ist diese Produktion ein besonderes Beispiel für das Zusammenspiel von Musik, Raum und Bild“, freut sich Daniel Serafin, Intendant der Oper im Steinbruch.

„Mit einem Profi von Weltrang wie Thaddeus Strassberger für ein so herausforderndes Bühnenbild wie Tosca zu arbeiten, bedeutet sehr viel für mich und mein Team“, so Christopher Winter, Gründer und Geschäftsführer von Winter Artservice.
„Durch meine Ausbildung bei Walt Disney in den 1990er Jahren habe ich gelernt, monumentale Bauten authentisch umzusetzen. Dieses Know-how kommt bei Tosca in besonderem Maße zum Einsatz.“

Highlights der Bühnenkunstwerke

Über 9.000 Arbeitsstunden stecken heuer in der Herstellung der prachtvollen Kulisse von „Tosca“. Auch bei der diesjährigen Produktion werden robotergestützte Fertigungsmethoden sowie CNC-Holzbearbeitung und 3D-Fräsen bzw. 3D-Druckverfahren angewendet. Hierfür sind zirka 6.500 Maschinen- und Roboterstunden einkalkuliert. Der Einsatz von Robotern und computergestützten Maschinen ermöglicht auch eine möglichst effiziente Umsetzung der Arbeiten und hilft dabei, Materialüberschüsse zu minimieren.


Ein Highlight des heurigen Bühnenbildes ist der kunstvoll gestaltete Hauptaltar. Mit einer Gesamtbreite von rund 24,5 m und zirka 7,6 m Höhe an der höchsten Stelle erreicht dieses überdimensionale Kunstwerk ein Gewicht von 12 Tonnen Stahlkonstruktion. Weiters zieren zwei riesige Kerzenständer am Mittelfelsen mit einer Höhe von jeweils 7,5 m und 6,5 m und einem Gewicht von insgesamt einer Tonne Stahlkonstruktion die heurige Kulisse. Ein weiterer Höhepunkt des heurigen Bühnenbildes ist das Heiligtum mit einer Gebäudebreite von zirka 16,5 m und einer Höhe und Tiefe von rund 12 m. Dieses kunstvoll gestaltete Gebäude hat viele Verwandlungsmöglichkeiten und bringt ein Gewicht von zirka 40 Tonnen Stahlkonstruktion auf die Waage. Ebenfalls unübersehbar in der diesjährigen Produktion ist ein Weihrauchfass, welches dem Original aus der Kathedrale in Santiago de Compostela nachempfunden ist. Dieser monumentale Weihrauchkessel wiegt mit seinem einen Meter Höhe rund 40 kg und wird während der Aufführung von Menschenhand mehrmals in Bewegung gesetzt.


„Die technisch größte Herausforderung des diesjährigen Bühnenbildes von „Tosca“ sind das Weihrauchfass sowie der Engel. Ersteres wird mit einer nach dem Original nachempfundenen Mechanik wie ein riesiges Pendel in Schwingung gebracht. Als Aufhängung dient eine Art Schwenkarm, welcher an der Oberkante des Heiligtums verankert ist. Der Engel ist eine kunstvolle Konstruktion mit beweglichen Bauteilen, deren Aufgabe es ist, ein ‚Zerfallen‘ des Engels in einzelne Teile zu ermöglichen und zugleich zu gewährleisten, dass danach der intakte Zustand wieder hergestellt werden kann“, so Edi Edelhofer, technischer Leiter der Oper im Steinbruch.


An der rechten Felskante auf 20 Meter Höhe steht eine 2 Tonnen schwere überdimensionale Kanone, welche nicht nur als Staffage zu sehen, sondern auch in voller Lautstärke zu hören sein wird. In das Projekt „Tosca“ wurden insgesamt 1.300 Stunden für Planung und Programmierung aufgewendet. Dabei wurden mehr als 50 technische Pläne mit über 80 GB Datenvolumen erstellt.

80 Tonnen Stahl und Gerüstbau, 500.000 Schrauben, 6 Kilometer Staffeln und Theaterlatten sind die Basis der prunkvollen Kulisse. Zusätzlich wurden 8300 m2 Holzplatten und über 6 Tonnen Putz und Farbe verarbeitet.
Fazit: Würde an diesem Projekt nur eine einzige Person arbeiten, wäre der zeitliche Aufwand rund 17 Jahre.

Nachhaltiger Bühnenbau

Ein zentraler Aspekt für die Verantwortlichen der Oper im Steinbruch ist die Nachhaltigkeit der Aufbauten. Einzelne Elemente des Bühnenbildes sind so konzipiert, dass sie nach Möglichkeit in anderer Verwendung neu eingesetzt werden können.

Über Winter Artservice
Auch heuer ging der Auftrag für die Fertigung des Bühnenbildes der Oper im Steinbruch an die Wiener Dekorationswerkstätte von Winter Artservice. Bereits in den vergangenen Jahren, nicht zuletzt beim beeindruckenden Segelschiff des „Fliegenden Holländers“ im Jahr 2025, überzeugte das Unternehmen durch ihr Können und ihr Auge fürs Detail. In enger Abstimmung mit der burgenländischen Spezialfirma Metallbau Pinterich werden alle technischen Raffinessen geplant und umgesetzt. Die Verbindungstechnik wird 2026 erneut von Würth Austria übernommen.


Über die Oper im Steinbruch
Mit dem Qualitätsanspruch, populäre und hochwertige Opernproduktionen zu bieten, ist die Oper im Steinbruch in gleichem Maße Anziehungspunkt für ein begeisterungsfähiges Publikum sowie für internationale Opernstars und Musikergrößen.
Vom 15. Juli bis 22. August 2026 wird der Steinbruch St. Margarethen erneut zur Bühne für ein Opernerlebnis der Extraklasse: Mit Giacomo Puccinis „Tosca“ kehrt ein Meisterwerk des Verismo in einer spektakulären Neuinszenierung zurück. Die heurige Produktion stammt vom bewährten Kreativteam Thaddeus Strassberger (Regie & Bühne) und Giuseppe Palella (Kostüme), das bereits mit „Turandot“ (2021) und „Aida“ (2024) für Furore sorgte. Gemeinsam entführen sie das Publikum in das Rom der Napoleonischen Kriege um 1800 – eine Zeit zwischen religiöser Macht, politischer Repression und revolutionärem Aufbruch.

Tickets und Termine

Tickets für „Tosca“ im Steinbruch St. Margarethen können im Ticketbüro pan.event unter T + 43 2682 65 0 65 oder per E-Mail: [email protected] gebucht werden.

Termine & Informationen

Premiere: 15. Juli 2026

Weitere Termine: 16., 17., 18., 23., 24., 25., 26., 29., 30. und 31. Juli 2026

1., 5., 6., 7., 8., 13., 14., 15., 16., 19., 20., 21. und 22. August 2026

Beginn Juli: 20.30 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr

Beginn August: 20.00 Uhr, Einlass ab 18.00 Uhr Dauer: ca. 2,45 Std. inkl. Pause

Preise: Ꞓ 90 bis Ꞓ 185

Weitere Details

Rückfragen & Kontakt

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