- 14.04.2026, 10:50:32
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Marlene Svazek: Lachgas als Partydroge - Bundesregierung beim Jugendschutz erneut im Verzug
„Während andere europäische Länder vorpreschen und diesem gesundheitsgefährdenden Trend einen Riegel vorschieben, kommt von unserer Bundesregierung in Sachen Jugendschutz einmal mehr nur Behäbigkeit und Desinteresse“, kritisiert Salzburgs Jugendreferentin LH-Stv. Marlene Svazek angesichts des in Deutschland gerade in Kraft getretenen Verbots der Abgabe von Lachgas an Jugendliche. Auch andere europäische Länder wie etwa Großbritannien oder die Niederlande haben bereits gesetzliche Beschränkungen der vermehrt als „Partydroge“ kursierenden Substanz erlassen. Im Gesundheitsministerium in Wien werden Berichten zufolge hingegen bislang keine Anstalten gemacht, entsprechend nachzuziehen.
„Trotz des Namens handelt es sich bei diesem Thema um ein ernstes Problem, das alles andere als lachhaft ist“, erläutert Svazek. Das häufig in „Sahnekapseln“ bzw. Kartuschen verkaufte und bislang gänzlich unregulierte Gas werde vermehrt auch über Automatenshops vertrieben, die bevorzugt von Jugendlichen frequentiert werden: „Niemand kann mir ernsthaft weismachen, dass es da tatsächlich um Schlagobers geht - hier wird geschäftliches Kalkül mit dem Wissen betrieben, dass das Gas aus den Kapseln unter Jugendlichen mitunter als Mittel für ein schnelles High inhaliert wird. Entsprechende Berichte kennen wir in Salzburg aus den Bezirken.“
Populär sei dies vor allem, weil der dadurch entstehende Rauschzustand nur wenige Minuten andauere und anders als Alkohol keinen Kater nach sich ziehe - dafür aber potentiell schwere Folgeschäden: „Fachleute warnen beispielsweise neben dem allgemeinen Suchtfaktor vor Sauerstoffmangel, Nervenschäden und Herzproblemen“, so Svazek, die aus diesem Grund ein Vorpreschen Salzburgs ankündigt: „Der Bund führt in Sachen Jugendschutz gerne in aller Ruhe verfassungsrechtliche Kompetenzdiskussionen, duckt sich aber weg, wenn akute Gesundheitsgefährdung besteht - so war es auch schon in Sachen Nikotinbeutel, wo wir in Salzburg zwei Jahre früher Fakten geschaffen haben. Auch in diesem Fall werden wir handeln und nicht darauf warten, bis die Verlierer-Koalition im Bund sich bemüßigt fühlt, in die Gänge zu kommen.“
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