• 13.04.2026, 10:00:32
  • /
  • OTS0034

Eine zusätzliche Last: Rassismus im Bildungssektor

ZARA veröffentlicht den Rassismus Report 2025 und zeigt, wie Diskriminierung Bildungswege verformt.

Wien (OTS) - 

Rassismus ist in Österreich tief verwurzelt und zeigt sich in allen Lebensbereichen. Er beeinflusst, wer leichter eine Wohnung findet, wer eher Anfeindungen im Netz ausgesetzt ist – und wer welche Chancen entlang des Bildungswegs hat.

Der am 13. April 2026 veröffentlichte ZARA Rassismus Report 2025 dokumentiert 1.539 gemeldete Fälle von Rassismus in Österreich. 56 % der Meldungen betreffen Online-Rassismus, meist gemeldet von Zeug*innen, während 44 % auf Rassismus in Offline-Lebensbereichen entfallen. Dass der Anteil an Offline-Meldungen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist, liegt vor allem daran, dass sich mehr Betroffene selbst an ZARA wandten.

Im Jahr 2025 führten die ZARA-Beraterinnen 2.362 individuelle Beratungen durch. Die Mehrheit (57 %) fand per E-Mail statt, 37 % telefonisch und 7 % persönlich im ZARA-Büro. Neben rechtlicher Beratung bietet ZARA psychosoziale Entlastung, unterstützt Betroffene durch Begleitungen zu Gericht, Behörden oder Schulen und hilft bei konkreten Interventionen – etwa Beschwerden, Anzeigen oder Interventionsschreiben.

Rassismus im Bildungssektor: Betroffene erleben Täter-Opfer-Umkehr

Der diesjährige Rassismus Report legt einen Fokus auf Rassismus im Bildungssektor. ZARA beobachtet, dass Rassismus in Schulen und Kindergärten häufig in Form subtiler Ungleichbehandlung auftritt – etwa durch geringere Erwartungshaltungen, schlechtere Noten oder häufigere Tadel gegenüber migrantischen bzw. migrantisch gelesenen Lernenden. Statt Unterstützung zu erhalten, erleben Betroffene häufig eine Täter-Opfer-Umkehr.

„Oft wird das Verhalten der Betroffenen problematisiert, während rassistische Verhaltensmuster unerkannt bleiben“, erklärt Fiorentina Azizi-Hacker, Leiterin der ZARA-Beratungsstellen. „Fehlende spezialisierte Beschwerdestellen und mangelnde Sensibilisierung bei Fachpersonal führen dazu, dass Betroffene zu oft allein gelassen werden.“

Doch Erfahrungen von Rassismus in Bildungskontexten enden nicht mit der Schulzeit. Sie setzen sich auf dem weiteren Bildungsweg fort. So sind auch Hochschulen, Einrichtungen zur beruflichen Aus- oder Weiterbildung oder kulturelle Lernorte wie Museen nach wie vor von rassistischen und kolonialen Strukturen geprägt.

Erleben Lernende Diskriminierung am Bildungsweg, kann sich das auf ihr Selbstbild, ihre Lernmotivation und ihre Bildungs- und Berufschancen auswirken – und hat für Betroffene somit schwerwiegende, nachhaltige Folgen.

Rückgang an Meldungen bedeutet nicht weniger Rassismus

ZARA weist darauf hin, dass Schwankungen in den Fallzahlen nicht mit einer Zu- oder Abnahme von Rassismus gleichzusetzen sind.

„Ein Rückgang an Meldungen kann heißen, dass Menschen resignieren, sich ohnmächtig fühlen oder nicht wissen, an wen sie sich wenden können. Umgekehrt können steigende Zahlen bedeuten, dass mehr Aufklärung stattfindet oder Menschen Vertrauen in bestehende Unterstützungsstrukturen gewinnen“, erklärt Rita Isiba, Geschäftsführerin von ZARA.

Was die im Report aufbereiteten Zahlen und Fallbeispiele jedoch deutlich machen: In welchen Situationen Betroffene Unterstützung suchen – und wo nach wie vor wirksame gesellschaftspolitische Maßnahmen fehlen, um Rassismus effektiv entgegenzuwirken.

Aufruf zum Handeln: Bildungssektor darf kein Ort der Ausgrenzung sein

ZARA fordert eine verstärkte Umsetzung betroffenenorientierter Maßnahmen gegen strukturellen Rassismus. Im Bildungsbereich zählen dazu etwa rassismuskritisch gestaltete Lehrinhalte, die gezielte Förderung eines respektvollen Miteinanders, verpflichtende Fortbildungen für Pädagog*innen sowie niederschwellige Beschwerde- und Unterstützungsstrukturen für Betroffene.

„Bildungseinrichtungen sind prägende Orte. Sie können Rassismus und andere Formen von Diskriminierung fortschreiben – oder gezielt entgegenwirken“, so Isiba.

Eine digitale Pressemappe samt des ZARA Rassismus Report 2025 steht ab dem 13. April 2026 auf unserer Webseite unter diesem Link zur Verfügung.

Rückfragen & Kontakt

ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit
Caroline Schmüser, BA
Telefon: +43 (01) 929 13 99
E-Mail: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | ZAR

Bei Facebook teilen
Bei X teilen
Bei LinkedIn teilen
Bei Xing teilen
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel