• 13.04.2026, 08:43:32
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Indien als Chancentor für Österreichs Wirtschaft

Hattmannsdorfer: „Wer neue Märkte erschließt, sichert Wachstum, Jobs und Wettbewerbsfähigkeit“

Wien (OTS) - 

„Indien zählt zu den größten Wachstums- und Zukunftsmärkten der Welt. Rund 160 österreichische Unternehmen sind bereits vor Ort aktiv, unsere Exporte haben zuletzt rund 1,5 Milliarden Euro und damit ein Plus von 13,6 Prozent zum Vorjahr erreicht, gleichzeitig liegt das zusätzliche Potenzial bei über einer Milliarde Euro. Dieses Potenzial gilt es jetzt konsequent zu nutzen. Wer in Indien präsent ist, sichert Wachstum, Jobs und Wettbewerbsfähigkeit in Österreich“, so Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.

Indien entwickelt sich zu einem der zentralen wirtschaftlichen Partner einer neuen globalen Wirtschaftsordnung. In einer Zeit geopolitischer Spannungen, neuer Handelsblöcke und wachsender Wettbewerbsintensität richtet Österreich seine internationale Wirtschaftspolitik gezielt neu aus. Die Wirtschaftsmission nach Indien unter Leitung von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer verfolgt daher ein klares Ziel: neue Märkte erschließen, industrielle Kooperation vertiefen und österreichischen Unternehmen zusätzliche Wachstumschancen eröffnen.

Indien ist mit rund 1,4 Milliarden Einwohnern die größte Volkswirtschaft der Welt und weist ein Wachstum von rund 6,6 Prozent auf – das höchste unter den G20-Staaten. Gleichzeitig entsteht ein dynamischer Industriestandort mit starkem Infrastruktur- und Technologieausbau sowie einem der größten Start-up-Ökosysteme weltweit.

Auch die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und Indien entwickeln sich dynamisch: österreichische Exporte nach Indien erreichten zuletzt rund 1,5 Milliarden Euro, rund 160 österreichische Unternehmen sind bereits vor Ort aktiv. Gleichzeitig wird das zusätzliche Exportpotenzial bis 2030 auf rund 1,2 Milliarden Euro geschätzt.

„Die geopolitischen Veränderungen erfordern, dass wir unsere wirtschaftlichen Partnerschaften breiter aufstellen und neue Wachstumsmärkte gezielt erschließen. Indien entwickelt sich zu einem zentralen Industrie- und Technologiestandort mit enormer Dynamik. Genau hier setzen wir an: Wir vertiefen Kooperationen und positionieren österreichische Unternehmen in einem der dynamischsten Märkte weltweit“, so Hattmannsdorfer.

Freihandelsabkommen EU–Indien eröffnet zusätzliche Exportchancen

Ein zentraler Hebel für den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen ist das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Indien. Es soll Zölle deutlich senken, Marktzugang erleichtern und Investitionen fördern. Derzeit liegen die durchschnittlichen Zölle in der EU bei rund 3,8 Prozent, während Indien auf EU-Importe im Schnitt rund 16 Prozent erhebt – in einzelnen Branchen sogar deutlich mehr. Das Abkommen sieht vor, dass die EU Zölle auf über 90 Prozent der Produkte abschafft und Indien rund 86 Prozent der Zollpositionen liberalisiert.

Für europäische Unternehmen ergeben sich dadurch erhebliche Marktchancen: EU-Exporte nach Indien könnten deutlich steigen, in Modellrechnungen um rund 88 Prozent. Auch für Österreich werden kräftige Zuwächse erwartet – die österreichischen Exporte nach Indien könnten um rund 75 Prozent steigen, insbesondere in den Bereichen Maschinenbau, Elektronik, Chemie und industrielle Dienstleistungen. Der vereinbarte Zollabbau bringt AT-Exporteuren zudem eine Ersparnis von ca. 108 Millionen Euro jährlich.

Indien bietet dabei einen besonders dynamischen Markt: Mit rund 1,4 Milliarden Einwohnern, einem Wirtschaftswachstum von rund 6 bis 7 Prozent und einer jungen, wachsenden Mittelschicht entwickelt sich das Land zu einem der wichtigsten globalen Industriestandorte. Gleichzeitig profitieren europäische Unternehmen von sinkenden Markteintrittsbarrieren und besseren Investitionsbedingungen.

„Freihandelsabkommen sind ein Schlüssel für Diversifizierung, Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand. Sie schaffen neue Märkte, reduzieren Abhängigkeiten und stärken unsere Industrie. Das Abkommen mit Indien eröffnet österreichischen Unternehmen zusätzliche Chancen in einem der größten Wachstumsmärkte der Welt und bringt neue Impulse für Export, Innovation und Beschäftigung in Österreich. Durch die Umsetzung des Freihandelsabkommens rechnen wir mit etwa 5.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen in Österreich“, so Hattmannsdorfer.

Industriestrategie 2035: Neue Märkte als wirtschaftspolitischer Schwerpunkt

Die Reise steht auch im Kontext der österreichischen Industriestrategie 2035. Ziel ist es, Österreich als wettbewerbsfähigen Industriestandort zu stärken und gleichzeitig neue internationale Partnerschaften aufzubauen. Indien spielt dabei eine zentrale Rolle – sowohl als Absatzmarkt als auch als Partner für industrielle Kooperation.

„Unsere Industriestrategie setzt bewusst auf neue Märkte und strategische Partnerschaften. Indien verbindet wirtschaftliche Dynamik mit industrieller Entwicklung und einem enormen Innovationspotenzial. Diese Kombination eröffnet österreichischen Unternehmen neue Chancen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Technologie über Maschinenbau bis Green Tech. Gleichzeitig profitiert Indien von österreichischer Spitzentechnologie, industrieller Erfahrung und nachhaltigen Lösungen für den Ausbau von Industrie und Infrastruktur“, so Hattmannsdorfer.

Die wirtschaftspolitische Ausrichtung folgt dabei einem klaren Grundsatz: österreichische Technologie, Qualität und industrielle Kompetenz sollen in wachstumsstarken Märkten stärker positioniert werden, um Wertschöpfung und Beschäftigung in Österreich zu sichern.

Österreichische Unternehmen bereits erfolgreich vor Ort

Wie groß das Potenzial ist, zeigen österreichische Unternehmen, die bereits erfolgreich in Indien tätig sind. Sie nutzen den Markt sowohl als Wachstumsplattform als auch als Standort für Kooperation und fungieren damit als Türöffner für weitere österreichische Betriebe.

Blum: Wachstumsmarkt mit langfristigem Potenzial

Die Julius Blum GmbH baut ihre Marktposition in Indien kontinuierlich aus. Das Vorarlberger Familienunternehmen betreibt in Mumbai einen eigenen Showroom, ein Trainingszentrum sowie ein flächendeckendes Vertriebsnetz mit über 100 Partnern. Indien gilt intern als einer der wichtigsten Wachstumsmärkte der kommenden Jahre.

„Das Handelsabkommen zwischen der EU und Indien sehen wir bei Blum als Hoffnungsschimmer in einer Zeit, die eher von Abschottung und De-Globalisierung geprägt ist. Indien ist für uns einer der dynamischsten Wachstumsmärkte weltweit. Die starke Urbanisierung, steigende Qualitätsansprüche und der Ausbau der Möbelindustrie eröffnen große Chancen für Blum. Gleichzeitig sehen wir in dem Freihandelsabkommen nicht nur Chancen im Erschließen neuer Märkte, sondern auch großes Potential in der strategischen Beschaffung, beispielsweise für den Rohstoff Stahl. Unser Appell an die politischen Entscheidungsträger ist daher, auch diesen Aspekt, im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Erzeugnisse, aufzugreifen und weiter auszubauen“, so Martin Blum, Geschäftsführer Blum.

Primetals: Industriepartnerschaft mit Zukunft

Primetals Technologies ist seit Jahrzehnten im indischen Markt tätig und liefert Anlagen und Technologien für die Stahlindustrie. Der massive Ausbau der indischen Stahlproduktion schafft zusätzliche Nachfrage nach österreichischem Engineering und industrieller Technologie.

„Indien investiert massiv in Infrastruktur und Industrie – das eröffnet große Chancen für österreichisches Engineering. Wir sehen den Markt nicht nur als Absatzregion, sondern als langfristige Industriepartnerschaft. Österreichische Technologie kann hier einen entscheidenden Beitrag zur Modernisierung und Dekarbonisierung der Industrie leisten“, betont Markus Burgholzer, Vice President Head of Sales für Indien von Primetals.

Münzer: Green-Tech aus Österreich für den Zukunftsmarkt

Münzer Bioindustrie betreibt in Indien ein Sammel- und Verwertungssystem für Altspeiseöle zur Biodieselproduktion und ist bereits in mehr als 25 Städten aktiv. Das Unternehmen verbindet österreichische Kreislaufwirtschaftstechnologie mit dem stark wachsenden indischen Energiemarkt.

„Indien bietet ein enormes Potenzial für nachhaltige Technologien. Mit unserem langjährigen Know-how und unserer Kernkompetenz im Bereich der Abfallwirtschaft und erneuerbaren Energien sind wir bestens positioniert, einen substanziellen Beitrag zur Dekarbonisierung zu leisten. Gleichzeitig eröffnet uns dieser Markt attraktive Wachstumschancen. Indien ist für uns daher ein strategischer Schlüsselmarkt und ein bedeutendes Tor für österreichische Umwelttechnologie“, betont Ewald-Marco Münzer, CEO von Münzer Bioindustrie GmbH.

Wirtschaftspartnerschaft mit strategischem Mehrwert

Die Mission nach Indien soll neue Projekte anstoßen, Investitionen erleichtern und den Markteintritt österreichischer Unternehmen unterstützen. Gleichzeitig geht es um Kooperationen in Schlüsselbereichen wie Industrie, Technologie, Green Tech, Infrastruktur und Fachkräfte.

„Indien wächst rasant – und genau dort liegen die Chancen für Österreichs Wirtschaft. Mit einer vertieften Partnerschaft öffnen wir neue Märkte für unsere Betriebe, schaffen neue Exportmöglichkeiten und sichern Wachstum und Jobs in Österreich“, so Hattmannsdorfer.

Indien wird damit zu einem zentralen Baustein der österreichischen Außenwirtschaftsstrategie. Ziel ist es, Exportchancen zu erhöhen, neue Partnerschaften zu schaffen und Österreichs Industrie langfristig resilienter und wettbewerbsfähiger zu machen.

Rückfragen & Kontakt

Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus

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