- 12.04.2026, 09:00:34
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Christine de Grancy – Ein einzigartiger fotografischer Blick auf Wien und die Welt
Das Wien Museum hat einen Teil des Nachlasses der international renommierten Fotografin Christine de Grancy (1942–2025) übernommen, die im März vergangenen Jahres verstorben ist. De Grancys Werke zeugen von einer außergewöhnlichen künstlerischen Sensibilität, einem unverkennbaren Stil und einem vielfältigen Oeuvre.
„Christine de Grancy hat Wien nicht nur dokumentiert, sondern neu sichtbar gemacht. Ihr Blick auf unsere Stadt – poetisch, kritisch und zutiefst menschlich – ist ein unschätzbarer Beitrag zum kulturellen Gedächtnis Wiens und wird auch künftige Generationen inspirieren“, betont Bürgermeister Michael Ludwig.
Geboren in Brünn und aufgewachsen in Graz, fand de Grancy nach ihrem Studium der Keramik und Gebrauchsgrafik sowie einer Karriere als Grafikerin und Art Director in den 1960er-Jahren zur Fotografie.
Ein wesentlicher Teil ihres Werkes entstand auf Reisen. Sie bereiste Tunesien, Pakistan, Tibet, Niger, die Westsahara sowie des Öfteren Russland, um mit ihrer Kamera die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort zu dokumentieren. Mit großem Einfühlungsvermögen schuf sie eindrucksvolle visuelle Erzählungen aus den unterschiedlichsten Regionen der Welt.
Besonders prägend aber ist ihr unverwechselbarer Blick auf Wien. Über viele Jahre hinweg entstand ein herausragendes fotografisches Werk über ihre Heimatstadt. Charakteristisch ist dabei ihr ungewöhnlicher Blickwinkel. So erkundete sie das „imperiale“ Wien aus erhöhter Perspektive und richtete ab den 1980er-Jahren ihren Blick auf das alltägliche Leben der Stadt, gesehen aus der Perspektive steinerner Figuren, Engel und mythologischer Wesen, die die Dachlandschaften Wiens bevölkern.
In den 1990er-Jahren porträtierte sie jüdische Migrant*innen, die nach der Islamischen Revolution aus dem Iran geflohen waren, und dokumentierte 1994 den Besuch von David Bowie und Brian Eno in der Nervenheilanstalt Gugging. Konzentriert analysieren und betrachten die beiden die spannenden Werke und das interessante Umfeld der Künstler*innen von Gugging. De Grancy schafft es immer wieder in ihren fotografischen Porträts von Künstler*innen und Kulturschaffenden deren Lebenswelten in Gesten und Gesichtern einfühlsam und pointiert abzubilden.
Christine de Grancys Nachlass im Wien Museum umfasst circa 5.000 Vintageprints und Negative – in erster Linie über Wien – sowie zahlreiche Porträts. Ihre Reisedokumentationen übernahm das Weltmuseum, ihre Theaterfotos das Theatermuseum.
Rückfragen & Kontakt
Bernhard Muttenthaler
Mediensprecher des Wiener Bürgermeisters
Tel.: 01/4000 81857
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