• 10.04.2026, 11:26:03
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Kinder als Überlebende brauchen schnelle und professionelle Unterstützung

Wien (OTS) - 

Plötzlich ist alles anders: die Mutter tot, der Vater in Haft. Ein aktueller Frauenmord, bei dem ein 47jähriger seine Expartnerin und Mutter von vier gemeinsamen Kindern getötet hat, beschäftigt die Öffentlichkeit. Neben dem Entsetzen über die Brutalität des Verbrechens und die Traurigkeit über den Tod der Frau, müssen die vier Kinder jetzt schnelle und professionelle Hilfe erhalten.

Krisenintervention und gute und stabile Entwicklung ermöglichen

Kinder als Hinterbliebene solcher Tötungsdelikte verlieren ihre meist wichtigste Bezugsperson und müssen mit der Tatsache leben lernen, dass der andere Elternteil und somit auch eine wesentliche Identifikationsfigur dieses Verbrechen begangen hat. „Die Kinder erleben gleichzeitig Trauer, Scham, Angst, Hass und Verwirrung“, sagt Hedwig Wölfl, Psychologin und Leiterin der möwe. Mit feinfühliger und schneller Krisenintervention kann am ersten Schock gearbeitet und wieder ein wenig Stabilität hergestellt werden. Danach geht es darum, die widersprüchlichen Gefühle zu entwirren und wieder Grundvertrauen aufzubauen.

Auch haben Kinder als Zeug*innen von Gewalt wie auch als Hinterbliebene das Recht auf Prozessbegleitung, um ihre Opferrechte und Schmerzensgeldansprüche geltend machen zu können.

Trauer von Kindern in eigenem Schock nicht übersehen

Dazu kommt, dass zumeist auch das unmittelbare familiäre Umfeld des Kindes unter Schock steht und es in der eigenen Trauer nicht immer gut gelingt, die Bedürfnisse des Kindes im Blick zu haben. Mit psychologischem Rückhalt und Beistand für die Familie können gute Bedingungen geschaffen werden, in denen die Kinder mit dem Verlust und allen damit in Zusammenhang stehenden Gefühlen umzugehen lernt. Auch Unterbringungen in Krisenzentren oder in einer Krisenpflegefamilie – wenn keine Familie vorhanden ist – sind für Kinder schwer zu begreifen und zu verkraften. Sie fühlen sich in der unvertrauten Umgebung „aus ihrer Welt gerissen“ und können sich unter Umständen nur schwer jemandem anvertrauen. Auch hier kann die Begleitung, zumindest der Helfenden oder der verbleibenden Familienmitglieder durch eine Kinderschutzeinrichtung hilfreich sein.

„Aus Sicht des Kinderschutzes ist wichtig, dass Kinder als Hinterbliebene mit ihren Bedürfnissen weder vergessen werden, noch medial vorgeführt und zusätzlich belastet werden“ fordert Hedwig Wölfl. Zur Vermeidung solcher Verbrechen ist umfassende Gewaltprävention ab dem Kindergartenalter ein wesentlicher und vor allem der wirksamste Ansatz. Sowohl Kinder und Jugendliche selbst, als auch betroffene und verantwortliche Erwachsene, insbesondere Pädagog*innen brauchen Wissen, an wen man sich bei häuslicher Gewalt wenden kann.

Hilfe für von Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche

die möwe Kinderschutz: www.die-moewe.at

Kinderschutzzentren in Österreich: www.kinderschuetzen.at

Rat auf Draht: www.rataufdraht.at

Rückfragen & Kontakt

die möwe Kinderschutz
Veronika Schiller
Telefon: 01 532 14 14 - 713
E-Mail: [email protected]

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