• 10.04.2026, 11:24:03
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Jugend Eine Welt: Neues Zentrum für Straßenkinder in Lagos schenkt gefährdeten Mädchen Schutz und neue Perspektiven

"Internationaler Tag der Straßenkinder" am 12.4. | Heiserer: „Geht nicht nur um kurzfristige Hilfe. Es geht darum, Vertrauen aufzubauen, um Kindern langfristige Chancen zu geben."

Im von Jugend Eine Welt unterstützten Straßenkinder-Zentrum in
Lagos/Nigeria, das jeweils aus einer Einrichtung für Mädchen und für
Buben besteht, erhalten ehemalige Straßenkinder nicht nur Schutz,
medizinische Versorgung sowie täglich eine warme Mahlzeit, sondern
auch eine Berufsausbildung – wie hier zu Schneiderinnen und
Schneidern.
Wien (OTS) - 

Anlässlich des Internationalen Tages der Straßenkinder am 12. April rückt die österreichische Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt die Schicksale von Mädchen und Buben in den Mittelpunkt, die auf der Straße leben müssen. „Die Zahl der Straßenkinder weltweit wird auf bis zu 150 Millionen geschätzt. Genaue Zahlen gibt es nicht und kann es nicht geben, denn viele Straßenkinder besitzen gar keine Geburtsurkunde. Sie sind niemals offiziell registriert worden und haben deshalb auch keinen Zugang zu staatlichen Leistungen wie Gesundheitsfürsorge oder Schulbildung“, erklärt Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt. „Bei der Unterstützung von Straßenkindern geht es daher nicht nur um kurzfristige Hilfe. Es geht darum, Vertrauen aufzubauen, stabile Beziehungen zu schaffen und den Kindern langfristige Chancen zu geben. Bildung spielt dabei eine zentrale Rolle, weil sie der Schlüssel ist, um Armut nachhaltig zu überwinden und ein eigenständiges Leben führen zu können.“

Mädchen besonders gefährdet
Jugend Eine Welt unterstützt seit der Gründung im Jahr 1997 weltweit Straßenkinder- sowie Schul- und Berufsausbildungsprojekte. Nigeria bildet dabei ein langjähriges Projektland. Mit einer Bevölkerungszahl von geschätzt 232 Millionen steht es an der Spitze von Afrika. 41 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner sind unter 15 Jahre alt. Die junge Altersstruktur macht sich auch auf den Straßen der Millionenstadt Lagos, dem wirtschaftlichen Zentrum Nigerias, bemerkbar. Mehr als 100.000 Kinder und Jugendliche kämpfen auf den Straßen von Lagos tagtäglich ums Überleben. Besonders betroffen sind Mädchen, die häufig Opfer von Gewalt, sexualisierter Ausbeutung und Menschenhandel werden. Bildung bleibt ihnen meist verwehrt, viele leben in Slums ohne Zugang zu grundlegender Versorgung und Hygiene.

Sicherheit, Verpflegung, medizinische Betreuung
Um diesen besonders gefährdeten Mädchen Schutz und neue Perspektiven zu bieten, finanzierte Jugend Eine Welt in Lagos die Errichtung eines neuen Don Bosco-Schutzzentrums für weibliche Straßenkinder. Direkt neben der bereits vor einem Jahr eröffneten Einrichtung für 100 Buben, erhalten nun 40 gefährdete Mädchen und jungen Frauen ein neues Zuhause. Anstatt weiter den Gefahren auf der Straße ausgesetzt zu sein, bietet ihnen die neue Einrichtung die Chance auf Sicherheit, Verpflegung, medizinische Betreuung und Schulbildung. „Ich fühle mich hier geliebt. Als ich im Schutzzentrum ankam, mochte ich den Platz sofort. Ich konnte wieder Kind sein. Was mir meine Mama nicht geben konnte, gibt mir Don Bosco – nämlich Schutz, ein Dach über dem Kopf, regelmäßige warme Mahlzeiten und die Möglichkeit einer Schulbildung“, erzählt die 10-jährige Anna.

Heiserer: „Jedes Kind hat ein Recht auf ein Leben in Würde.“
Das Zentrum wirkt bereits nachhaltig: Mädchen, die zuvor täglich Misshandlungen ausgesetzt waren, nehmen an integrierten Bildungs- und Therapieprogrammen teil, gewinnen Selbstvertrauen und entwickeln neue Fähigkeiten. Auch ihre Familien profitieren indirekt, da die nigerianische Gemeinschaft stärker für Kinderschutz sensibilisiert wird. „Viele Straßenkinder haben Gewalt, Vernachlässigung und extreme Armut erlebt. Deshalb braucht es mehr als nur materielle Hilfe – es braucht Zuwendung, psychosoziale Betreuung und Menschen, die an sie glauben. Erst dann können diese Kinder ihr Potenzial entfalten und neue Lebensperspektiven entwickeln“, unterstreicht Heiserer, der auch betont, dass die Arbeit von Jugend Eine Welt nicht nur das Ziel hat, einzelnen Kindern zu helfen, sondern generell Strukturen zu verändern. „Wenn wir in Bildung investieren und soziale Projekte stärken, tragen wir dazu bei, dass weniger Kinder überhaupt auf der Straße landen. Prävention und langfristige Entwicklung gehen dabei Hand in Hand. Jedes Kind hat ein Recht auf ein Leben in Würde. Das gilt unabhängig davon, ob es in Europa oder in einem der ärmsten Länder der Welt geboren wurde. Diese Überzeugung bildet den Antrieb unserer Arbeit und ist der Grund, warum wir uns besonders für die Schwächsten einsetzen – für jene Kinder, die sonst oft übersehen werden.“

Jugend Eine Welt-Spendenkonto: AT66 3600 0000 0002 4000 | Onlinespenden unter www.jugendeinewelt.at/spenden | Spenden sind steuerlich absetzbar!

Weitere Infos: www.strassenkinder.at

Rückfragen & Kontakt

Jugend Eine Welt | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Thomas Zach, MA
Telefon: +4366488632574
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.jugendeinewelt.at

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