- 10.04.2026, 10:30:32
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IV: Industriestrategiebarometer misst Umsetzung der Industriestrategie
Fortschritte sichtbar machen – klare Priorisierung auf Entlastung bei Energie, Arbeit und Bürokratie
Die Industriellenvereinigung (IV) begrüßt die von der Bundesregierung vorgelegte Industriestrategie als wichtigen Meilenstein für den Standort Österreich. Mit insgesamt 117 Maßnahmen liegt erstmals ein umfassender standort-strategischer Rahmen vor. Entscheidend ist nun jedoch die konsequente und priorisierte Umsetzung. IV-Präsident Georg Knill betont: „Die Industriestrategie ist ein wichtiger Schritt – sie wird sich an ihrer raschen Umsetzung messen lassen müssen. Eine erfolgreiche Strategie lebt von konkreten Maßnahmen.“ Die Strategie definiert dafür klare Benchmarks: mehr Produktivität, höhere Wettbewerbsfähigkeit, mehr Investitionen und Innovation sowie stärkere Resilienz. „Neben der Umsetzung der Maßnahmen ist es jedoch auch wichtig ein gemeinsames Bild der Ausgangslage zu schaffen und die Parameter der genannten KPIs in allen Bereichen zu definieren, sodass in weiterer Folge auch die Erfolge sichtbar werden können“, fordert Knill.
Industriestrategiebarometer beobachtet laufenden Maßnahmen-Fortschritt
Mit dem Industriestrategiebarometer geht die IV einen ersten Schritt, um die Fortschritte der Industriestrategie laufend transparent und nachvollziehbar darzustellen. Ziel ist es, Verbindlichkeit zu schaffen und politische Verantwortung sichtbar zu machen. Aktuell wurden sieben Maßnahmen umgesetzt – darunter die Senkung der Elektrizitätsabgabe, Verbesserungen bei Mitarbeiterbeteiligungen für Start-ups und die Ausschreibung der COMET Zentren – weitere befinden sich aktuell in Umsetzung. „Das zeigt: Es geht voran. Jetzt gilt es, das Tempo weiter zu erhöhen und die richtigen Prioritäten zu setzen“, betont Knill.
Klare Prioritäten: Energie, Arbeit, Bürokratie
Angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage fordert die IV eine konsequente Fokussierung auf jene Maßnahmen mit größter standortpolitischer Wirkung.
Energiepreise: Wettbewerbsfähigkeit sichern
Energie bleibt – gerade jetzt – ein zentraler Kostenfaktor für die Industrie. Österreich hat hier weiterhin einen Wettbewerbsnachteil. „Ohne wettbewerbsfähige Energiepreise werden Investitionen verschoben, Produktion verlagert und Wertschöpfung geht verloren“, so Knill. Die IV fordert die rasche Notifizierung und Umsetzung der Strompreiskompensation (SAG) sowie die Einführung eines wettbewerbsfähigen Industriestrompreises, wie angekündigt soll hier bis Mitte 2026 ein klares Konzept vorliegen, um die entsprechende Planungssicherheit für die Unternehmen zu gewährleisten.
Lohnnebenkosten: Arbeit entlasten
Österreich zählt weiterhin zu den Hochkostenstandorten bei Arbeit. Die Lohnnebenkosten liegen deutlich – mehr als 4 Referenzpunkte – über dem Niveau Deutschlands. Daher braucht es einen Pfad zur angekündigten Senkung der Lohnnebenkosten Richtung deutsches Niveau. „Lohnnebenkosten wirken direkt auf Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit. Ihre Senkung ist eine der wirksamsten wirtschaftspolitischen Maßnahmen überhaupt und entlastet die Breite der Unternehmen in herausfordernden Zeiten“, betont Knill.
Neumayer: „Bürokratie abbauen, Potenziale freisetzen“
IV-Generalsekretär Christoph Neumayer hebt die Bedeutung der Entbürokratisierung hervor: „Bürokratie kostet Unternehmen rund 15 Milliarden Euro jährlich und bindet wertvolle Ressourcen, die für Innovation und Wachstum fehlen.“ Die IV fordert daher eine praxisnahe Umsetzung von EU-Vorgaben ohne zusätzliche nationale Belastungen („Gold Plating vermeiden“) – etwa bei der Entgelttransparenz-Richtlinie, die ohne überbordende Berichtspflichten umgesetzt werden muss. „Noch besser wäre eine praxistaugliche Neuentwicklung, die das gemeinsame Ziel, gleiche Entlohnung für gleiche Arbeit, auch wirklich ermöglicht“, so Neumayer. Gleichzeitig braucht es eine konsequente nationale Entbürokratisierung durch die Umsetzung und den Ausbau bestehender Entbürokratisierungspakete. So sind auch im Finanz- und Förderbereich spürbare Erleichterungen notwendig, insbesondere durch vereinfachte Förderabwicklungen, reduzierte Nachweis- und Prüfpflichten sowie klarere Förderlogiken, wie beispielsweise die Abschaffung doppelter Rechnungslegungspflichten nach UGB und IFRS. „Jede Stunde, die Unternehmen in Bürokratie investieren, fehlt bei Innovation und Wertschöpfung“, so Neumayer.
Umsetzung fortsetzen und klare Prioritäten setzen
Klar ist, dass nicht alle 117 Maßnahmen gleichzeitig umgesetzt werden können. Entscheidend ist daher eine klare Priorisierung entlang der größten wirtschaftlichen Hebel. „Gerade in der aktuellen konjunkturellen Lage braucht es Fokus und auch Tempo. Wenn wir jetzt entschlossen handeln und die richtigen Prioritäten setzen, sichern wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie und die Zukunft des Standorts Österreich insgesamt“, so Knill abschließend.
Den aktuellen Stand zum Industriestrategiebarometer finden Sie HIER.
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