• 10.04.2026, 08:00:32
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Windelrecycling mit Enzymen

National „Net Zero Industries“ Award für acib Forscherin Dr. Sara Vecchiato

Graz, Tulln (OTS) - 

Gebrauchte Windeln gelten bislang als einer der schwierigsten Abfallströme überhaupt. Mit dem Projekt Diapers Recycler aus dem FFG Programm „Expedition Zukunft“ zeigt das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib), wie biotechnologische Innovation, Kreislaufwirtschaft und resiliente Prozessgestaltung zusammenwirken können, um selbst hochkontaminierte Hygieneabfälle nachhaltig zu verwerten.

Im Zentrum des Projekts steht ein modulares, dezentral einsetzbares System (vorerst im Labormaßstab), das insbesondere bei Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Kinderbetreuungseinrichtungen Interesse weckt. Statt Windelabfälle aufwendig zu transportieren und thermisch zu entsorgen, ermöglicht der entwickelte Prozess eine Aufbereitung direkt am Entstehungsort – ressourcenschonend, materialerhaltend und mit deutlich reduzierten Umweltbelastungen.

Biotechnologie als Schlüssel für robuste Kreislaufprozesse

Kerninnovation des Systems ist ein enzymbasierter Reinigungsprozess, der organische Verunreinigungen wie Fäkalien und Urin effektiv entfernt, ohne die Struktur der enthaltenen Materialien zu zerstören. Die eingesetzten Enzyme werden dabei nicht industriell zugekauft, sondern durch Fermentation von Obst- und Gemüseresten gewonnen. Zum Einsatz kommen Mikroorganismen wie Bacillus subtilis und Saccharomyces cerevisiae, die Enzymgemische mit breitem Wirkspektrum produzieren.

„Gerade in der Kreislaufwirtschaft brauchen wir Prozesse, die nicht nur effizient, sondern auch robust, flexibel und ressourcenschonend sind“, erklärt acib’s Forscherin Sara Vecchiato. „Unser Projekt „Diapers Recycler“ zeigt, wie biotechnologische Systeme auch unter herausfordernden Bedingungen stabil funktionieren und neue Wertschöpfung ermöglichen.“

Wertstoffe erhalten, Ressourcen schonen

Im Labormaßstab wurde gezeigt, dass nach der enzymatischen Reinigung drei zentrale Materialströme erfolgreich zurückgewonnen werden können:

  • Superabsorber (SAP), der seine Absorptionsfähigkeit über mehrere Wiederverwendungszyklen hinweg beibehält,
  • Kunststoffe wie PET, PP und PE, die für Recycling oder Weiterverarbeitung aufbereitet werden,
  • sowie eine organische Fraktion, die entweder zu fermentierbaren Zuckern für biotechnologische Anwendungen oder zu Biogas umgesetzt wird.

Damit verbindet das Projekt Materialrecycling, Bioökonomie und Energiegewinnung in einem integrierten Kreislaufansatz.

acib als Treiber für Kreislaufwirtschaft und Resilienz

Mit dem Projekt „Diapers Recycler“ unterstreicht acib seine Rolle als zentraler Innovationspartner für nachhaltige Industrie- und Abfallprozesse. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf technologischer Machbarkeit, sondern auf resilienten, skalierbaren und anpassungsfähigen Prozesskonzepten, die auf unterschiedliche Rahmenbedingungen übertragbar sind.

„Kreislaufwirtschaft ist kein einzelner Prozessschritt, sondern ein Systemthema“, so acib. „Unsere Stärke liegt darin, biotechnologische Lösungen so zu entwickeln, dass sie auch langfristig tragfähig sind – ökologisch, technisch und wirtschaftlich.“

Internationale Anerkennung auf globaler Bühne

Die Innovationskraft des Projekts wurde auch international gewürdigt: „Diapers Recycler“ wurde unter die National Winners des 2025 Net-Zero Industries Award aufgenommen, die im Rahmen der UN-Klimakonferenz COP30 vorgestellt wurden. In der Kategorie „Female Innovators“ konnte Projektleiterin Dr. Sara Vecchiato den National Award für Österreich gewinnen, welcher im Rahmen einer feierlichen Zeremonie während des International Vienna Energy and Climate Forum (IVECF) am 10. April 2026 in der Wiener Hofburg übergeben wird.

Die Auszeichnung unterstreicht nicht nur den technologischen Innovationsgrad des Projekts, sondern auch die Bedeutung biotechnologischer Ansätze für eine resiliente, kreislauforientierte Industrie. Für acib bestätigt der Erfolg die strategische Ausrichtung auf robuste, nachhaltige Prozesse, die auch unter herausfordernden Rahmenbedingungen funktionieren und einen messbaren Beitrag zur industriellen Transformation leisten.

Rückfragen & Kontakt

acib GmbH
Mag. Katrin Weinhandl
Telefon: +43 664 88878904
E-Mail: [email protected]

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